Letztes Jahr ausschweifend, dieses Mal ganz ohne Einleitung. Hier ist er, der jährliche Rückblick – natürlich in G.:
Gelaufen: Seit zwei, drei Jahren laufe ich wieder mehr. Kurze Strecken, die ich früher mit dem Fahrrad zurückgelegt habe, gehe ich bewusst zu Fuß. Ich habe festgestellt, dass mir das gut tut. Mein bürogeplagter Rücken freut sich darüber, ebenso meine Leseliste, denn oft nutze ich die Geh-Strecken zum Hören von Podcasts oder eben Hörbüchern. Das Ergebnis: im vergangenen Jahr bin ich im Schnitt fast 11.000 Schritte pro Tag gegangen. Rekord und nochmal ein paar Schritte mehr als im Vorjahr!
Gelesen: 49 Bücher in 52 Wochen. Kein schlechter Schnitt, finde ich. Wobei ich zugeben muss, etwas mehr als die Hälfte der Bücher habe ich als Hörbücher konsumiert. Anders als normales Lesen funktioniert das nämlich auch beim Sport auf der Rudermaschine oder beim Weg zur Arbeit. Die Highlights hier alle aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen, ein paar möchte ic aber dennoch nennen:
- William Boyd, Brennender Mond
- Tom Hillenbrand, die gesamte Hologrammatika-Reihe
- Robert Harris, Vergeltung und ebenso gut: München
- Blake Crouch, Recursion
- Andreas Eschbach, Die Auferstehung (ein Aufleben der inzwischen erwachsenen und zerstrittenen drei Fragezeichen)
- Gabrielle Zevin, Morgen, morgen und wieder morgen (schwächer, aber auch gut: Das erstaunliche Leben des A.J. Fickry)
- Josefine Gauck, Mal gucken
Wer Lese-Tipps sucht, möge aber gerne in meiner losen Leselisten-Reihe vorbeischauen.
Gefunden: Für mich entdeckt habe ich in den vergangenen zwei Jahren außerdem das großzügige Online-Angebot der hiesigen Stadtbücherei, wo es gegen einen lächerlich niedrigen Jahresbeitrag neben e-books inzwischen außerdem ein recht großes Angebot internationaler Zeitungen und Zeitschriften gibt. Für mich, der sich immer noch als Zeitungsjunkie begreift, ein wahres Fest (für das ich leider viel zu wenig Zeit habe).
Gereist: Nachdem wir Anfang des Jahres erst von unserer zweiten Wohnmobil-Tour durch Florida zurückgekehrt waren, war klar, dass wir es dieses Jahr etwas ruhiger (und vor allem: preisbewusster) angehen würden. Schöne Urlaube hatten wir trotzdem: unter anderem waren wir relativ spontan für ein verlängertes Wochenende in einem Mobilheim auf einem Campingplatz in der Nähe. Vor allem für die Kinder war es toll, bei bestem Wetter praktisch durchgehend draußen auf dem Platz oder im Freibad nebenan zu sein. Mich hat es an meine eigene Kindheit erinnert. Im Sommer waren wir immer mit dem Wohnwagen unterwegs. Ich liebe einfach die Atmosphäre, die auf den meisten Campingplätzen herrscht, und dass man als Kind hier recht frei rumlaufen kann.
Dazu kamen mehrere Kurztrips, zum Beispiel nach Stuttgart, wo ich endlich die tausendfach via instagram gesehene Landesbibliothek anschauen konnte, und ins Legoland verbunden mit zwei Übernachtungen in einem „Bier-Hotel“ (großartig auf allen Ebenen). Außerdem waren wir das erste Mal eine Woche in einem Centerparc. Eine durchaus positive Überraschung. Zwar kann man hier beinahe unbegrenzt Geld für alles mögliche ausgeben, von Schaukelpferd-Reiten bis Bowling, man muss aber nicht. Für uns jedenfalls waren einmal Ponyreiten und ansonsten der kostenlose Eintritt ins Spaßbad, letzteres täglich genutzt, absolut ausreichend und die Woche ein schöner Urlaub nicht nur für die Kinder, sondern auch für die Eltern.
Ge-time-travelled: Ein besonderer Tripp war eine Reise nach Bremen, die gleichzeitig eine kleine Zeitreise war, weil ein Teil meiner Familiengeschichte mit dieser Stadt verbunden ist. Verbunden habe ich die Reise außerdem mit dem obligatorischen Abstecher an die ostfriesische Nordseeküste. Auch das ist inzwischen fast so etwas wie eine Zeitreise, weil ich mit dieser Region einfach Erinnerungen auf so vielen Zeitebenen verbinde wie mit kaum einer anderen.
Eine zweite Zeitreise habe ich von meiner alten Heimat in NRW aus gemacht und habe meine alte Uni in Düsseldorf sowie die Düsseldorfer Altstadt besucht. Auch in Köln, wo ich noch als Abiturient mein erstes TV-Praktikum bei RTL News gemacht habe und später fast ein Jahr lang als Soldat bei der Zeitschrift „Luftwaffe“ stationiert gewesen bin, habe ich besucht.
Geliked: Immer weniger, zumindest online. Liegt es an mir oder liegt es an Social Media insgesamt? Es macht einfach immer weniger Spaß, auf den entsprechenden Plattformen unterwegs zu sein. Selbst LinkedIn verkommt in meinen Augen immer mehr zu einer KI-verseuchten Pinnwand. Wird das wieder oder war es das?
Gedrückt, die Schulbank der Grundschule meiner Tochter. Beim ersten (und zweiten) Elternabend und bei der Weihnachtsfeier. Puh, ich wusste gar nicht mehr, wie klein diese Stühle sind. Und wie viel anders Schule im Vergleich zu Kindergarten ist.
Andererseits bin ich jeden Tag aufs Neue begeistert, wenn ich erleben darf, wie meine Tochter begeistert ihre neu erworbenen Lese- und Schreibfähigkeiten ausprobiert und perfektioniert. Ich fühle mich an mich selbst erinnert und hoffe, der Spaß am geschriebenen Wort bleibt ihr lange erhalten.
Gehört: Laut spotify wrapped bin ich einige Jahrzehnte älter als ich bin. Daran konnte auch meine ältere Tochter nichts ändern, die auf Autofahrten weiterhin konsequent nach Taylor Swift verlangt. Auf den Top-Plätzen meiner Wiedergabelisten finden sich weiterhin (inzwischen) alte Männer wie Bruce Springsteen, Jackson Browne, die Beatsteaks oder die Dawes. Wenig Neues also im Vergleich zu den Vorjahren.
Geknipst: Nach über zehn Jahren Fotografieren mit Spiegelreflexkameras habe ich im vergangenen Jahr nicht nur auf ein spiegelloses Vollformat upgegradet, sondern ich habe auch gleich noch den Kosmos gewechselt: von Canon zu Nikon. Hier schien mir, nicht zuletzt wegen Canons rigiden Fremdhersteller-Politik beim Thema Objektive, nicht nur das Preis-Leistungs-Verhältnis besser. Ich möchte mit dem Systemwechsel außerdem das Thema Fotografie für mich noch einmal neu beleben und vielleicht auch neu entdecken.
Geplatzt: Noch im letzten Jahresrückblick hatte ich geschrieben, dass ich eigentlich gerne wieder mehr bloggen würde. Zumindest im vergangenen Jahr ist dieser Traum geplatzt. Statt mehr wurde es (noch) weniger. Dabei hänge ich an diesem Blog und freue mich, dass es anscheinend hinreichend vielen Lesern ebenfalls so geht – das lassen zumindest die einigermaßen konstanten Zugriffszahlen vermuten. Ob ich es dieses Jahr schaffe, hier wieder mehr zu tun? Vielleicht sogar das Redesign mal angehe, mit dem ich immer mal wieder liebäugel, für das ich aber bisher weder Zeit noch Muse gefunden habe … Ihr werdet es erleben.
In diesem Sinne, Danke für Eure Treue und auf ein großartiges 2026!
PS: Mehr Jahresrückblicke? Hier gibt es 2012, 2014, 2015, 2016, 2017, 2018, 2020, 2021, 2022, 2023 und 2024 (2019 gab es keinen Rückblick, da wir gleich zum 1. Januar 2020 in das Abenteuer Elternzeit in den USA gestartet sind. Warum mir 2013 durchgegangen ist, wusste ich schon vergangenes und vorvergangenes Jahr nicht mehr.)


