Gedankenwelten Zeitreisen

Jahr in G.: 2017

Müsste ich mich bei diesem Rückblick für ein G. entscheiden, wäre es vermutlich dieses: Gezittert. Kein Wort umschreibt 2017 treffender und zwar sowohl positiv wie negativ. Glücklicherweise habe ich aber mehr „G.“ zur Verfügung – hier daher der übliche Rückblick.

Gefahren: Weniger. Zumindest keine 30.000 Kilometer mehr im Jahr, wie in den Vorjahren üblich. Vor allem natürlich, weil ich nicht mehr jeden Freitag und jeden Sonntag zwei bis drei Stunden auf der A8 unterwegs bin. Das ist manchmal immer noch ungewohnt für mich. Das freitägliche Stau-Stehen war immer ein sehr praktischer Cut zwischen Arbeitswoche und Wochenende. Andererseits war es auch sehr nervig. Daher habe ich es 2017 um so mehr genossen, freitagsabends direkt etwas unternehmen zu können. Das einzige, was bis heute darunter leidet: mein Hörbuchkonsum.

Gelesen: Ein Buch pro Woche. Mit dieser Idee bin ich ins Jahr gestartet. Ganz geschafft habe ich das nicht. Trotzdem habe ich 2017 verhältnismäßig viel gelesen. Hier eine kleine Top 11 der Bücher, die mir im Kopf geblieben sind:

  • Tom Rachmann, „Die Unperfekten“
  • Alexander Gorkow, „Hotel Laguna“
  • Robert Menasse, „Die Hauptstadt“
  • Nick Jones, „Die unerwartete Gabe des Joseph Bridgeman“
  • Blake Crouch, „Dark Matter“
  • Sven Regener, „Wiener Straße“
  • Omar El Akkad, „American War“
  • Joe Haldeman, „Der ewige Krieg“
  • Yuval Noah Harari, „Eine kurze Geschichte der Menschheit“
  • Claire North, „Die vielen Leben des Harry August“
  • Hans Fallada, „Jeder stirbt für sich allein“

Gefüllt: Tinte. In einen Füller. Das ist zwar nur halb neu, denn privat schreibe ich schon seit Jahren gerne und sogar verhältnismäßig viel mit Füller. Allerdings waren das bisher immer eher preiswerte Modelle. Erst im vergangenen Jahr bin ich auf einen etwas hochwertigeren Parker M200 umgestiegen und habe diesen dann wenig später durch den größeren und schwereren Parker M600 ersetzt. Den nutze ich nun praktisch täglich und erfreue mich an der Vorstellung, vielleicht auch in 30 Jahren noch damit zu schreiben.

Gereist: Wir haben lange überlegt. Fliegen wir dieses Mal an die Ostküste? Oder nach Florida? Fest stand eigentlich nur, dass wir gerne noch einmal in die USA reisen möchten. Dass es dann wieder eine Westküstentour wurde, hat sich dann mehr oder weniger so ergeben. Wenn man beim Planen des neuen Ziels dauernd an das alte denkt, ist das ja auch irgendwie ein Zeichen. Bereut haben wir es jedenfalls nicht und viel gesehen, was wir bei der ersten Reise, teilweise krückenbedingt, nicht anschauen konnten (alle USA-Artikel und Bilder habe ich hier verlinkt). Ansonsten waren wir bei einer fremden Hochzeit in London, bei unserer eigenen Hochzeit in Lübeck und haben natürlich den einen oder anderen Kurztrip gemacht, zuletzt über Silvester nach Luxemburg. Vorne mit dabei wie üblich außerdem: München. Ist ja nicht so weit von hier. Nicht geschafft habe ich allerdings meinen fast schon traditionellen Oster-Roadtrip.

Gepurzelt sind im vergangenen Jahr die Pfunde, zumindest ein paar. Fast neun Kilo habe ich in der zweiten Jahreshälfte abgenommen. Zwar schon bewusst und absichtlich, aber auch irgendwie nebenbei. Zumindest habe ich nicht das Gefühl, mir groß etwas zu verbieten. Fühlt sich jedenfalls gut an.

Geredet: „Aber wehe, Du redest nun mehr mit ihr als mit mir!“ – so der erste Kommentar von I., als ich ihr Alexa vorgestellt habe. Inzwischen bittet mich I. selbst regelmäßig, ich möge doch mal Alexa fragen, ob es heute regnen wird. Ich jedenfalls habe weiter Spaß an dem kleinen Amazon-Lautsprecher, nutze ihn aber weit weniger, als ich gedacht hätte. In erster Linie kommt Alexa zum Einsatz, wenn ich nebenbei (sprich: ohne Kopfhörer) Musik hören möchte oder um um die Beleuchtung in meinem Arbeitszimmer zu steuern.

Gehört: Kann das sein? Das letzte Kopfkonzert habe ich im Mai geschrieben. Dabei habe ich in diesem Jahr tendenziell eher mehr Musik gehört als weniger. Das lag unter anderem daran, dass ich mir einen Amazon Home Dot zugelegt habe. Der eignet sich einfach herrlich, um auch mal nebenbei Musik laufen zu lassen. Außerdem bin ich im vergangenen Jahr von Google Music zu Spotify gewechselt, dessen Algorithmus mich tatsächlich öfter neue Musik entdecken lässt, die mir tatsächlich gefällt. Alten Gewohnheiten bin ich allerdings trotzdem treu geblieben, Bruce Springsteens gehört daher weiter zu den am häufigsten gehörten Künstlern 2017. Ebenfalls auf der Liste: The Killers-Sänger Brandon Flowers und die Band Live. Im Zuge unseres zweiten großen USA-Rundreise habe ich außerdem den einen oder anderen Country-Interpreten für mich (wieder-)entdeckt, darunter die Eagles oder John Denver.

Geguckt: Unglaublich, aber war: wir haben wieder einen Fernseher im Wohnzimmer – und es ist nicht mein alter Röhrenfernseher (der allerdings immer noch im Keller steht). Netflix und Co. also künftig nicht mehr nur auf 13,3 Zoll, sondern auf stolzen 50 Zoll Bildschirmdiagonale. Ach so, und die Fußball-Weltmeisterschaft darf nun natürlich auch kommen.

Gebloggt: Ich gebe zu, dieses Jahr war ich etwas fauler als im Jahr davor: 51 Beiträge sind 2017 online gegangen. Dafür sind die im Schnitt etwas länger gewesen als im Vorjahr.  Außerdem hat Felix‘ Welt im vergangenen Jahr seinen 10. Geburtstag gefeiert. Für ein privates Blog keine schlechte Leistung, finde ich. Zumal Onlinejahre ja irgendwie wie Hundejahre zählen …

In diesem Sinne, auf ein Neues!

PS: Frühere Jahresrückblicke: 2012, 2014, 2015, 2016

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

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