Flag

2016-09-23-usa-flag

Nein, dieses Foto hat nichts mit dem US-Wahlkampf zu tun. Es hat überhaupt keinen tieferen Sinn. Ich habe es vor ziemlich genau einem Jahr in Flur in einem Motel in Sonora aufgenommen, einem 4000-Seelen-Kaff in Nord-Kalifornien.

I. und ich hatten hier einen Zwischenstopp gemacht, nachdem wir erst an der Küste entlang  von Los Angeles bis San Francisco gefahren waren und nun ins Landesinnere wollten. Viel zu tun oder zu sehen gab es nicht, dabei gilt der Ort laut Wikipedia als die Filmmetropole schlichtweg – direkt hinter Los Angeles und New York. Über 300 Filme wurden hier gedreht.

Mitbekommen haben wir davon wenig. Vermutlich waren wir einfach zur falschen Zeit dort. Gefallen hat uns der Ort trotzdem. Vor allem wegen seines Einkaufszentrums, wo I. eine neue Handtasche erworben hat. In diesem Sinne …

Drogenstrom

Mann: Elektrischer Durchlauferhitzer?

Ich*: Nein.

Mann: Waschmaschine?

Ich: Ja.

Mann: Trockner?

Ich: Nein.

Mann: OK, laut unserer Prognose verbrauchen Sie dann etwa 2000 Kilowattstunden im Monat.

Ich: Klingt für mich realistisch, aber da haben Sie ohnehin mehr Erfahrung. Wie hoch wäre dann die neue Abschlagszahlung?

Mann: Mo-ho-ment! Erfahrung bringt da gar nichts. Wenn Sie zum Beispiel eine Drogenplantage in der Wohnung haben, dann wäre der Verbrauch deutlich höher. Das kann ich ja gar nicht wissen.

Ich: Nein, Drogen baue ich in der Wohnung keine an. In so fern denke ich, 2000 Kilowattstunden ist schon ein guter Wert.

Mann: Hatten wir alles schon. Mit Drogen ist der Verbrauch eben höher.

Ich: Nein, wirklich, keine Drogenplantage.

Mann: Als ich mit meiner Frau zusammengezogen bin, haben wir 900 Kilowattstunden verbraucht. Aber wir waren auch sehr sparsam. Außerdem war ich sehr selten zuhause.

Ich: Ich fand die 2000 klangen realistisch für mich. Wie hoch wäre dann die monatliche Abschlagszahlung?

Mann: (sagt eine Zahl)

Ich: Super, vielen Dank. Brauchen Sie sonst noch etwas von mir?

Mann: Sie können ja nach drei Monaten nochmal den Zähler ablesen. Dann passen wir die Abschlagszahlung an. Wie gesagt, das ist manchmal wirklich sehr unterschiedlich. Hatten wir alles schon. Auch mit Drogen und so. Kann aber auch an der Frau liegen.

Ich: Schauen wir mal. Vielen Dank auf jeden Fall.

* beim Ummelden meines Stromvertrages. Wieso gerate eigentlich immer ich an die komischen Leute? In diesem Sinne: keine Macht den Drogen und so!

Wochenend-Umzug

Ich hätte nie gedacht, dass es für I. so viel leichter ist als für mich. Dabei ist das eigentlich ganz logisch, wenn man einmal darüber nachdenkt

Gestern haben wir I.s Wohnung in Neu-Ulm übergeben. Das letzte Mal aus dem Fenster auf das Haus gegenüber geguckt, das letzte Mal die Tür hinter uns zugezogen, das letzte Mal im Fahrstuhl auf „-1“ gedrückt, was in diesem Teil von Bayern wohl ein anderer Name für Erdgeschoss ist. „Wir müssen aufpassen, dass die Tür nicht zufällt, denn dann kommen wir nicht mehr rein“, erinnerte I. mich, während ich die letzten Taschen und Tüten durch die Haustür in Richtung Auto trug. Natürlich: Die beiden Haus- und Wohnungsschlüssel lagen nun auf der kleinen Anrichte neben dem Herd.

Über drei Jahre hat I. in der Wohnung in dem Neubaugebiet mit dem klingenden Namen „Wiley“ gewohnt. Von hier ist sie morgens zur Arbeit gefahren und abends nach Hause gekommen. Sie hat hier Geburtstagskarten geschrieben und ihre Steuererklärung gemacht. Sie hat Bewerbungen geschrieben, telefoniert, Rechnungen bezahlt, geschlafen. Die Wohnung in Wiley war ihr Zuhause, in guten wie in schlechten Zeiten.

Ich dagegen war eigentlich nur in guten Zeiten hier. Ich habe mich freitagabends ins Auto gesetzt – die A8 kann ich inzwischen vermutlich blind fahren – und bin nach Neu-Ulm gedüst. Egal, was mich den Tag oder die Woche über beschäftigt hat, nach eineinhalb, zwei oder auch drei Stunden Fahrt hatte ich das meiste davon irgendwo auf der Strecke hinter mir gelassen. Neu-Ulm hieß für mich Loslassen – Wochenende eben. Mit der Wohnung in Wiley verbinde ich daher fast nur positive oder positiv verklärte Erlebnisse. Kein Wunder also, dass es I. leichter fiel, die Tür hinter sich ins Schloss zu ziehen als mir.

Andererseits freue ich mich schon jetzt auf all die neuen positiven Erlebnisse, die nun in Karlsruhe auf uns beide warten. Und darauf, dass mit der freitäglichen Fahrt nach Neu-Ulm auch die sonntägliche Rückfahrt entfällt: kein Wochenend-Ende mehr schon am Sonntagnachmittag, kein stockender Verkehr zwischen Ulm-West und Merklingen und endlich die Möglichkeit, auch an einem Dienstag etwas gemeinsam unternehmen zu können.

In diesem Sinne, genießen wir doch einfach die Woche!

Mülleimerstellplatz

Ich finde meinen Mülleimer nicht mehr. Dabei weiß ich natürlich, wo er steht. Jeder, der derzeit meine Wohnküche betritt, weiß sofort, wo mein Mülleimer steht. Man stolpert nämlich fast über ihn. Er steht links neben der Tür, zwischen einer Tüte mit haltbaren Lebensmittel und einer weiteren Tüte mir diversen Streichutensilien. Allerdings steht er hier noch nicht lange. Genau das ist das Problem.

Vor einigen Jahren habe ich einmal geschrieben, dass man in einer neuen Wohnung erst dann zuhause ist, wenn man die Toilette nachts auch im Dunkeln findet. Vielleicht gilt das sogar noch mehr für den Mülleimer. Er ist weniger essentiell. Es ist auch weniger unangenehm, wenn man sich aus purer Gewohnheit vertut und zum Beispiel einen leeren Jogurtbecher in den Schrank unter der Spüle wirft, obwohl der Mülleimer dort gar nicht mehr steht.

Ich weiß, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist. Wäre er das nicht, wäre er vermutlich permanent überfordert mit einer Welt, die einfach viel zu komplex ist, um sie jeden Tag gänzlich neu zu entdecken. Darum tut es gut, wenn der Mülleimer steht, wo er immer gestanden hat. Wobei ich einmal irgendwo gelesen habe, dass es ein sinnvolles Kopf-Training sei, unter anderem die Position des Büro-Papierkorbsregelmäßig zu verändern. Das fördere die Flexibilität und so. Aber das ist eine andere Geschichte.

Meine Flexibilität in Puncto Mülleimerstellplatz ist demnächst besonders gefragt. Da ziehe ich nämlich um. Sechseinhalb Jahre habe ich in meiner derzeitigen Wohnung gewohnt. Genau so lange stand der Mülleimer in dem Schrank unter der Spüle. Wo der Mülleimer in der neuen Wohnung stehen wird, weiß ich noch nicht.

Ziemlich sicher bin ich allerdings, dass meine Nachmieterin ihren Mülleimer in meiner – bzw. dann: in ihrer Wohnung – wie ich in dem Schrank unter der Spüle deponieren wird. Es ist einfach der einzig sinnvolle Ort dafür. Und ziemlich sicher wird sie noch weitere Dinge von mir übernehmen. Den Weg zum Briefkasten zum Beispiel, oder den von der Küche zum Balkon. Wahrscheinlich auch den Weg von der Wohnung zum nächsten Supermarkt.

Wenn man in eine neue Wohnung zieht, beginnt man automatisch damit, neue Pfade einzutreten. Angefangen vom Weg zur Toilette bis hin zum Weg zur Arbeit oder in die (neue?) Stammkneipe. Dass diese Pfade früher einmal regelmäßig von jemand anderem gegangen wurden, kommt einem meist nicht in den Sinn. Außer mir natürlich. Aber ich denke ja auch gerne über die komischsten Dinge nach.

In diesem Sinne, ich mache mich mal auf den Weg zur nächsten Umzugskiste …

München II

2016-08-31-München-Isar-Schwimmen

2016-08-31-MünchenII

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Noch ein bisschen München von vor eineinhalb Wochen. Wie ist das eigentlich bei Euch? Seid Ihr mehr der Biergartentyp oder eher Bergmensch? Würde mich mal interessieren.

In diesem Sinne, morgen sollen es 31 Grad werden und so!

Großartig

In diesem Sinne, manchmal auch an die Zukunft denken!

Meer vs. Biergarten

2016-08-31-München-Biergarten-Essen

In diesem Sinne, guten Appetit!*

*Ich bin ja eigentlich mehr der Meer-Typ. Trotzdem bin ich eigentlich mindestens einmal im Jahr in München, meist öfter. Ich mag einfach diese egalitäre Biergartenkultur. Der Münchner Biergarten erinnert mich immer an ein englisches Pub. Hier sitzen auch Teenies neben in Würde ergrauten Ehepaaren jenseits der 70.

Dieses Jahr war das mit dem Biergarten schwierig. Es regnete zu oft. Vor zwei Jahren konnten I. und ich schon im Februar die Biergartensaison eröffnen, dieses Jahr mussten wir sogar im Juni einen Schirm mitnehmen. Um so schöner das letzte Wochenende. Temperaturen jenseits der 30 Grad-Marke, dazu kühles Bier und leckeres Essen im Augustiner-Biergarten. Da geht selbst mir, dem Meer-Menschen, das Herz auf …