Stalkscan

Manchmal finde ich es unheimlich. Nicht das Tool, dessen Screenshot ich oben eingebunden habe. Stalkscan.com zeigt nichts an, was man mit etwas geschicktem Rumklicken nicht auch selbst herausgefunden hätte. Es gibt diverse solche Tools, die meist auf „graph search“ aufsetzen, eine Funktion, die Facebook zwar schon 2014 aus seinen Menüs entfernt, aber trotzdem nie abgeschaltet hat. Richtig eingesetzt fördert diese Funktion zum Beispiel zu Tage, auf welchen Bildern seiner Freunde man verlinkt wurde, mit wem man zur Schule gegangen ist und in welchen Posts man von anderen markiert wurde.

Das mag auf den ersten Blick unheimlich wirken. Denkt man allerdings ein wenig über das Grundprinzip von Facebook nach, ist es eigentlich nur logisch, dass so etwas möglich ist. Viel unheimlicher finde ich, wie selbstverständlich es für uns geworden ist, dass es so etwas wie Facebook überhaupt gibt.

Ich bin kein Gegner von Facebook. Ich frage mich nur hin und wieder, wie es wohl gewesen wäre, wenn es etwas derartiges schon zu meiner Schulzeit gegeben hätte. Ich erinnere mich noch gut dran, wie aufregend es für mein 14-jähriges Ich sein konnte, über drei Ecken endlich den Namen des Mädchens aus der Parallelklasse herauszubekommen, das man nun schon seit drei Wochen aus den Augenwinkeln auf dem Schulhof beobachtete.

Heute bekäme ich zusammen mit dem Namen womöglich auch Fotos vom letzten Urlaub, eine Liste mit all ihren Freundinnen und wüsste, was sie am Vortag zu Abend gegessen hat. Abhängig natürlich immer davon, welche Privatsphäreneinstellungen sie gewählt hat und wie mitteilungsbedürftig sie auf Facebook und Co. unterwegs ist. Vielleicht hätte ich sogar den Namen eher über Facebook und nicht über drei Ecken erfahren.

Gleiches gilt natürlich auch andersrum. Ich erinnere mich, dass ich es als pubertärer Teenager manchmal schon schwer fand, einfach nur ganz normal von A nach B zu gehen. Wie wirke ich auf andere? Bin ich cool genug? Sitzt die Jeans auch gut? Sind meine Haare noch in Ordnung?

Wie anstrengend muss es sein, sich außerdem ständig Gedanken über seine virtuelle Präsenz bei Facebook, Twitter, Instagram, Snapchat, Youtube und in den diversen WhatsApp-Gruppen zu machen?

Andererseits ist das für einen Jugendlichen, der mit all dem aufwächst, vermutlich unvorstellbar, dass es einmal anders war. Den heimlichen Schwarm nicht via Facebook „stalken“ zu können, sondern extra einen Bus früher zu nehmen, damit man einander zufällig über den Weg läuft. Anrufen zu müssen, weil es noch kein WhatsApp gibt. Am Telefon hoffen, die betreffende Person selbst zu erwischen, damit man nicht wieder für eine misstrauische Mutter zwei Mal den eigenen Namen wiederholen muss, bevor der Hörer weitergereicht wird.

Der Programmierer von stalkscan hat übrigens angegeben, dass er sein Tool gar nicht ins Netz gestellt hat, um Online-Stalking zu erleichtern. Vielmehr ginge es ihm darum, zu sensibilisieren, welche Infos alle frei verfügbar bei Facebook abrufbar sind.

In diesem Sinne, viel Spaß in der Gegenwart!

Kopfkonzert XIII

Über Weihnachten habe ich „Born to Run“ gelesen, die Autobiographie von Bruce Springsteen. Ich gebe zu, ich habe mich streckenweise etwas schwer getan. Springsteen schreibt toll, allerdings auch etwas staccatohaft. Die einzelnen Kapitel sind kurz gehalten, erinnern daher manchmal an Songs, die zwar als Album zusammengefasst veröffentlicht wurden, aber im Grunde genommen auch jeder für sich stehen könnten. Das hat es zumindest mir schwer gemacht, in einen Lesefluss hineinzufinden.

Trotzdem kann ich das Buch nur empfehlen. Zumindest, wenn man Bruce Springsteens Musik mag. Der „Boss“ lässt sich tief in die Karten gucken. Er schreibt von der Depression, die ihn seit Jahrzehnten begleitet, und wieso eine Band in seinen Augen (fast) nie als Demokratie, sondern immer nur als Diktatur funktionieren kann. Vor allem aber verrät er viel über das Entstehen seiner Songs. Zu fast jedem seiner großen Hits gibt es eine Geschichte.

Das hat zumindest bei mir dazu geführt, dass ich in den vergangenen Wochen wieder verstärkt Springsteen-Songs in meiner Playlist gefunden habe. Welche das waren, möchte ich Euch natürlich nicht vorenthalten. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit und wahllos in der Reihenfolge – bitteschön:

Out on the Street – ein leider heute fast vergessener Hit mit Ohrwurmpotenzial vom Doppelalbum „The River“ (1980).

Thunder Road (1975). Ist dieses Lied wirklich schon 42 Jahre alt? Hier bewusst verlinkt keine Live-Version, weil ich finde, dass die Studiovariante einfach noch eine Spur intensiver ist.

Kein typischer Springsteen, sondern das Ergebnis der Seeger-Sessions von 2006. Großartig, wie beim Hören Bilder im Kopf entstehen von Menschen, die in das Amerika des 19. Jahrhunderts aufbrechen, weil das Geld dort auf der Straße liegt, wenn man nur hart genug dafür arbeitet: „American Land“ (2006).

„Born to run“ (1975). Lied eins auf der B-Seite des gleichnamigen Albums und Springsteens Durchbruch in den USA. Faszinierend ist die Abmischung der breit gefächerten Musik, hinter der Springsteens Stimme fast zu verschwinden droht. Absicht, wie man im Buch erfährt. Kommt allerdings in der Album-Version stärker raus als in der Live-Version, die hier eingebunden ist.

Ich denke bei dem Lied immer an Winter und an Ravensburg. Vielleicht, weil „Tougher than the Rest“ (1987) es zu dieser Zeit nach langer Abstinenz eher zufällig wieder auf meinen ipod geschafft hatte. Seitdem ist es allerdings dort geblieben.

Dieses Lied wiederum kann man eigentlich nur in einer Live-Version so richtig genießen: „Cadillac Ranch“ (1980). Und natürlich laut. Fun fact am Rande aus der Biographie: anfangs fuhr Springsteen nach eigener Aussage weder besonders gut Auto noch hatte er einen Führerschein. Aber das tut dem Lied natürlich keinen Abbruch.

In diesem Sinne, einen schönen Samstagabend!

PS: Mehr Kopfkonzerte? Hier entlang!

Winterwonderland

Aufgenommen vor knapp eineinhalb Wochen in Vaterstetten in der Nähe von München. In diesem Sinne …

Bar-Bär

Ich mag ihn, gerade weil er offenbar gerne am Tresen sitzt: der Bär des Best Western Hotels in Parsdorf in der Nähe von München.

In diesem Sinne, Prost und so, Bär!

Ereignislos

Das Foto habe ich vor ein paar Tagen am frühen Abend am Wilhelmring in Wuppertal gemacht. Eher ein schneller Schnappschuss mit dem Handy als ein bewusst komponiertes Bild, trotzdem gefällt mir die Aufnahme.

Nach Wuppertal komme ich sechs oder sieben mal im Jahr, meist übers Wochenende, sprich: freitagsabends hin, sonntagnachmittags zurück. An Weihnachten ist das anders. Zum Ende des Jahres hin versuche ich, mir immer ein wenig länger frei zu nehmen, um eine oder sogar zwei Wochen in meiner alten Heimat verbringen zu können. Ich genieße diese ruhigen und, sieht man von Weihnachten ab, weitestgehend ereignislosen Tage. Genau das spiegelt sich für mich auch in diesem Foto wider. Vielleicht mag ich es deshalb.

In diesem Sinne, einen (positiv) ereignislosen Januar Euch allen!

Passengers

Als die Schwerkraft wegbleibt, wird Jennifer Lawrence von der Schwimmerin zur Gefangenen. Sie sitzt fest in einem gewaltigen, frei in der Luft schwebenden Wassertropfen. Das ist dann allerdings auch schon die stärkste Szene des Filmes, was mehr an den Special Effects und weniger an Jennifer Lawrence liegt. Leider, denn die Grundidee des Films „Passengers“ hätte mehr hergegeben als das, was Regisseur Morton Tyldum daraus gemacht hat.

Die Zukunft. Längst ist der Weltraum nicht mehr die Domäne von Staaten. Das private Unternehmen Homestead verdient Billiarden damit, neue Planeten zu kolonialisieren, indem es auswanderwillige Menschen für viel Geld dorthin fliegt. Der Haken dabei: die neuen Welten liegen so weit von der Erde entfernt, dass die Reise dorthin 120 Jahre dauert. Um überhaupt lebend dort anzukommen, lassen sich die neuen Bewohner also in eine Art künstlichen Winterschlaf („Hyperschlaf“) versetzen, aus dem sie erst wenige Monate vor der Landung wieder aufgeweckt werden.

Bei diesem Flug allerdings geht etwas schief. Der Mechaniker Jim Preston (Chris Pratt) wird wegen eines technischen Defekts zu früh geweckt. Eingelullt von der vollautomatischen Weckroutine, die ihn aus seiner Schlafkapsel in seine Kabine und später in das erste, ebenfalls vollautomatische Einführungsseminar für Neu-Bewohner der Kolonie „Homestead II“ lotst, braucht er eine Weile, bis er realisiert: Er ist der einzige wache Mensch auf dem 5000-Passagiere-Luxusweltraumkreuzer Avalon. Verbleibende Flugzeit: 90 Jahre.

Wieder einschlafen? Technisch unmöglich. Kommunikation mit der Homestead-Kundenhotline? Mit Antwort ist frühestens in 53 Jahren zu rechnen. Hilfe von der Besatzung? Nicht zu erwarten, denn diese schläft hinter einer gut gesicherten Metalltür, die sich weder mit dem Schweißbrenner noch mit dem Vorschlaghammer öffnen lässt. Der einzige quasi-menschliche Lichtblick für Preston ist „Arthur“ (Michael Sheen), der Androiden-Barkeeper mit menschlichem Oberkörper, der hinter der Bar des Raumschiffes unermüdlich Gläser poliert – „wenn ich nichts tue, macht das die Gäste nervös.“

Der Sündenfall von „Passengers“ kommt nach dem ersten Drittel des Films. Nach über einem Jahr auf der „Avalon“ entscheidet sich der an seiner Einsamkeit verzweifelnde Preston, eine weitere Passagierin zu wecken, die Journalistin und Autorin  Aurora Lane (Jennifer Lawrence). Es entspinnt sich eine ziemlich langweilige, weil für die prekäre Situation viel zu gradlinige Liebesgeschichte, die nach einem weiteren Jahr an Bord mit einem großen Knall endet. Als Lane herausfindet, dass sie nicht etwa durch eine Fehlfunktion aus dem Schlaf gerissen, sondern von Preston vorsätzlich geweckt wurde, verweigert sie jeden weiteren Kontakt. Für die Abende in der Bar werden, wie es sich bei einer vernünftigen Trennung gehört, wechselnde Tage vereinbart – „Heute ist Dienstag, da gehört Arthur mir“.

Nun nimmt der Film plötzlich Fahrt auf. Nicht nur häufen sich die Fehlfunktionen auf dem Raumschiff, einschließlich der eingangs beschriebenen Szene mit dem Ausfall der künstlichen Schwerkraft. Auch betritt plötzlich ein dritter Mensch die Bühne, um kurz darauf wieder von ihr zu verschwinden: Deckoffizier Gus (Laurence Fishburne) wird ebenfalls von einer Fehlfunktion aus dem Hyperschlaf gerissen, stellt nach kurzer Analyse fest, dass es irgendwo auf der Avalon einen schwerwiegenden Schaden gibt, der für die sich häufenden Fehlfunktionen verantwortlich ist und das Schiff in absehbarer Zeit ganz zerstören wird. Anschließend diagnostiziert der vollautomatische Schiffs-Doc auch bei Gus eine ganze Reihe von „Fehlfunktionen“ und konstatiert trocken: „Der Sterbeprozess hat bereits begonnen, aber diese Sedativa werden Ihnen helfen, die Schmerzen zu ertragen“.

Wieder auf sich gestellt, sehen sich Preston und Lane plötzlich vor der Aufgabe, nicht nur ihre eigenen Leben, sondern auch die Leben der 4998 übrigen Passagiere und der Besatzung retten zu müssen, denn der Reaktor der Aurora steht kurz vor der Explosion.

Achtung – Spoiler!
Was folgt ist Hollywood-Actionkino in Reinform: Preston riskiert sein eigenes Leben, um einen Reaktor-Entlüftungsschacht per Hand zu öffnen, wird von Lane gerettet und findet schließlich sogar einen Weg, wie er Lane – nur Lane! – wieder in den Hyperschlaf versetzen könnte. Die entscheidet sich dagegen, weil sie sich ein Leben ohne Preston nicht mehr vorstellen kann. Beide leben glücklich und zufrieden auf der Avalon weiter. Als die Crew 90 Jahre später als erstes aus dem Hyperschlaf erwacht, sind Preston und Lane tot. Was bleibt, ist Lanes Buch, in dem sie die ganze Geschichte erzählt, und ein von Preston gepflanzter Baum im ansonsten metallisch-kargen Hauptraum des Raumschiffes.

Keine Frage, „Passengers“ ist ein interessanter Film. Alleine Gedanke, sein bisheriges Leben hinter sich zu lassen und 120 Jahre in der Zukunft auf einem anderen Planeten ein neues zu beginnen, würde als Grundlage für eine abendfüllende Diskussion ausreichen. Im Film wird dieser Gedanke allerdings mit ein paar Sätzen abgehandelt und dann zu Gunsten der faden Liebesgeschichte zwischen Preston und Lane zurückgestellt. Auch die vermeintliche Unfehlbarkeit der Technik, die ja Voraussetzung für 120 Jahre Autopilot ohne jede menschliche Kontrolle ist, wird nur ganz am Rande thematisiert, als sich die Bordelektronik des Schiffes strikt weigert, die Fehlfunktion von Prestons Schlafkabine anzuerkennen.

Hinzu kommt, dass der Trailer zu „Passengers“ eine ganz andere Geschichte erzählt als der Film selbst. Das Hauptthema des Films – die Schuld, die Preston auf sich lädt, als er Lane aus dem Hyperschlaf weckt und damit quasi „ermordet“, wie Lane ihm später vorwirft – kommt hier gar nicht vor. Statt dessen wird der Eindruck erweckt, es gehe statt dessen um die vermeintlich mysteriösen Umstände, die für das vorzeitige Aufwachen der beiden Protagionisten verantwortlich sind.

Dass der Film am Ende doch Spaß macht, liegt vor allem an zwei Dingen: Einmal, dass man über die Grundprämissen des Films natürlich trotzdem ganz wunderbar nachdenken kann, zum anderen an der wirklich großartig in Szene gesetzten technischen Beschränktheit von Roboter-Barkeeper „Arthur“. Auch in dieser vermeintlich hochentwickelten Zukunft findet dieser zwar für jedes Problem eine passende Kalenderspruch-Antwort, ignoriert dabei aber souverän alles, was nicht sein kann, weil es ja nicht sein darf. Sehr menschlich eigentlich.

In diesem Sinne, viel Spaß im Kino!

2016 in G.

Wäre ich ein Bär, würde ich vermutlich gerade genauso aussehen. 2016 war ein Jahr mit vielen Veränderungen – und Weihnachten ein Fest mit viel Essen. Gefühlt könnte die Zeit zwischen den Jahren daher ruhig noch ein bisschen länger dauern. Hier mein Rückblick auf das Jahr – natürlich in „g.“.

Gewohnt: Sechseinhalb Jahre in einer Wohnung sind Rekord, so lange hat es mich noch nirgendwo gehalten (sieht man einmal von meinem Elternhaus ab). Nun bin ich doch umgezogen: Von der Karlsruher Oststadt in die Karlsruher Süd(ost)stadt. Das ist gleich noch eine Premiere: das erste Mal musste ich mich nach einem Umzug nicht an eine neue Stadt gewöhnen. Vielleicht ist es deswegen noch immer ein wenig ungewohnt für mich, wenn ich auf dem Weg zum Sport an meiner alten Wohnung vorbeikomme.

Gefahren: Können Autobahnen vermissen? Wenn ja, dann dürfte die A8 inzwischen ziemlich Sehnsucht nach mir haben. Oder auch keine Sehnsucht. Wer weiß das schon. Zumindest das Stück zwischen Stuttgart und Ulm sieht mich seit September deutlich seltener als bisher (zwischen Karlsruhe und Stuttgart bin ich berufsbedingt noch von Zeit zu Zeit unterwegs). Gewöhnen muss ich mich nach dem Umzug allerdings noch daran, freitags nicht mehr eineinhalb bis dreieinhalb Stunden im Auto zu sitzen, sondern direkt auf Wochenende umzuschalten.

Gealtert: Ich komme wohl jetzt in das Alter, wo man anfängt zu rechnen, wie alt man eigentlich ist, wenn man danach gefragt wird. Dass mein aktuelles Alter auch sonst etwas Besonderes ist, habe ich hier beschrieben.

Gelesen: Von diesem Jahr sind mir vor allem drei Bücher in Erinnerung geblieben:

  • Andreas Eschbach, „Der Jesus-Deal“
    Ich habe das Buch während meines Oster-Roadtrips als Hörbuch im Auto gehört – und mich selten so auf lange Autofahrten gefreut. Spannende Story, wenn auch leider ein Eschbach-typisches etwas schwaches Ende.
  • Bruce Springsteens, „Born to Run“
    Für Nicht-Springsteen-Hörer liest sich die Autobiographie des „Boss“ vermutlich  langweilig. Für Fans ist sie dafür um so spannender, da Springsteen viel auf einzelne Songs und die Geschichten dahinter eingeht. Ich fand es großartig, wenn auch manchmal etwas anstrengend zu lesen, da das Buch in viele kurze, für sich abgeschlossenene Kapitel unterteilt ist. Das macht es schwer, in einen echten Lesefluss zu finden. Trotzdem: klarer Daumen hoch für dieses Buch!
  • Alexander von Schönburg, „Weltgeschichte to go“
    Sehr kurzweilig dank des Ansatzes, Geschichte nicht chronologisch, sondern thematisch zu bündeln. So gibt es nicht nur eine Revolutions-Top-10, sondern es wird nebenbei auch die Frage abgehandelt, ob der Mensch sich wirklich so einen Gefallen getan hat, als er sesshaft wurde. Am meisten Spaß macht das Buch wohl dann, wenn man ohnehin an Geschichte interessiert ist und nicht ganz bei Null anfängt.

Gereist: Das Reisen kam umzugsbedingt und nach unserer großen USA-Reise im vergangenen Jahr in diesem Jahr etwas zu kurz. Unter anderem waren wir am Gardasee in Italien, wo ich die vielleicht kurvenreichste und zugleich engste Straße der Welt befahren habe. Zumindest kam mir das in dem Moment so vor. Ansonsten: Oster-Roadtrip entlang der Ostseeküste, ein verlängertes Wochenende in London und ein paar Städtereisen. Berufsbedingt durfte ich außerdem eine Woche in Luzern in der Schweiz verbringen.

Gekauft: Möbel. Viele Möbel. Und Lampen. Wobei ich es deutlich schwieriger finde, für ein Zimmer eine Lampe auszusuchen als ein Möbelstück. Klarer Favorit unter den Möbeln ist der neue Sessel, auf dem man nicht nur wunderbar sitzen und lesen kann, sondern den man auch blitzschnell in eine halbe Liege verwandeln kann. Bequemer geht einfach nicht.

Gebohrt: In den vergangenen Wochen gefühlt jedes Wochenende. So kommt es mir jedenfalls vor. Dabei bin ich immer wieder überrascht, wie stabil unsere Decken sind. Eine Lampe aufzuhängen ist trotz neuem Bohrhammer Schwerstarbeit.

Gehört: Mein Musikgeschmack scheint sich in der Zeit rückwärts zu entwickeln. Eines der am häufigsten abgespielten Lieder auf meinen google music-Playlisten ist 2016 tatsächlich „American Pie“ in der Originalversion von Don McLean. Was sonst noch so auf meinen Playlists stand? Hier geht es zu meinen Kopfkonzert-Einträgen.

Gesehen: Leider bin ich kein großer Seriengucker. Dabei gibt es so viele großartige Serien. Leider fehlt mir bei den meisten die Ruhe, sie regelmäßig zu schauen. Eine Ausnahme bildete 2016 „Fear the Walking Dead“, bei der ich tatsächlich sämtliche Folgen gesehen hab. Bei den Kinofilmen ist mir vor allem Everybody Wants Some!! in Erinnerung geblieben. Auch lohnend: Ein Mann namens Ove, allerdings in meinen Augen nur, wenn man auch das Buch gelesen hat.

Genervt: Ich blogge nicht nur selbst gerne, ich lese auch gerne fremde Blogs. Entweder, weil sie ein spannendes Thema anpacken, oder weil ich den Menschen dahinter sympathisch finde. Um so ärgerlicher finde ich, dass sich viele Blogs, die ich gerne lese, in den vergangenen Monaten zu reinen Werbeplattformen entwickelt haben. Kaum ein Post, in dem es nicht darum geht, irgendein Produkt anzupreisen.

Gebloggt: Selbst gebloggt habe ich in diesem Jahr 95 Mal – diesen Post eingeschlossen. Das sind 20 Einträge mehr als im Jahr davor. Im April erschien außerdem mein 1000. Post – yeah, Party!

In diesem Sinne, einen guten Rutsch Euch allen!