Abendblumen

Handyschnappschuss im Garten der Religionen in der Karlsruher Südoststadt heute Abend. In diesem Sinne, schönen Sommer noch!

Südostsonne

Endlich Sommer! Oder Frühling. Hoffe ich zumindest. Aufgenommen mit dem Handy heute Mittag von unserem Balkon in der Karlsruher Südoststadt.

In diesem Sinne – gerne mehr davon!

Kopfkonzert XV

Was wohl der Anzugträger hört? Komisch, dass ich mir diese Frage stelle, denn oft genug bin ich selbst einer davon. Trotzdem finde ich es immer wieder faszinierend, wenn ich einen Mann im Anzug mit Kopfhörern durch die Gegend laufen sehe.

Als ich 13 oder 14 Jahre alt war, habe ich zum Geburtstag meinen ersten ernstzunehmenden Walkman geschenkt bekommen. Dabei ist Walkman eigentlich nicht die richtige Bezeichnung, juristisch gesehen zumindest. Denn Walkman als Name für einen tragbaren Kassettenspieler hatte sich Sony in weiser Voraussicht schon Jahre vorher patentieren lassen. Mein Gerät dagegen war von Aiwa.

Trotzdem war ich stolz wie Bolle, denn das Gerät passte nicht nur passgenau in die Brusttasche meiner Jeansjacke, es konnte sogar vollautomatisch die Lücken zwischen zwei Liedern erkennen. Ein Knopfdruck genügte, und das Gerät spulte automatisch zum nächsten Lied vor oder zum Beginn des aktuellen Liedes zurück.

Allerdings waren mobile Kassettenrekorder damals, Anfang der 1990er Jahre, etwas, das eigentlich nur junge Leute benutzten. So habe ich es in Erinnerung. Mit Kopfhörern in einen Bus einzusteigen, das hatte damals fast etwas von Rebellion gegen das System – wiesen doch in jedem Bus Schilder darauf hin, dass eben dies verboten ist. Andererseits ist gut möglich, dass ich nur deshalb nie Anzugträger mit Kopfhörern sah, weil diese so selten Bus fuhren.

Wie dem auch sei. Hier ist jedenfalls das, was ich derzeit gerne durch meine Kopfhörer höre, völlig unabhängig davon, ob ich einen Anzug trage oder nicht:

Clouseau feat. Sara Hartman – Anders Sein. Großartig, schon wegen der Songzeile: „Alle wollen ins Netz – oder ans Meer.“ Sorry wegen der schlechten Tonqualität im Video, gibt sicher noch bessere Versionen, die ich gerade nicht finde.

 

Wieder ein Klassiker, der es nie richtig unter die Klassiker geschafft hat. Trotzdem großer Spaß. Bruce Springsteen – „From small things (big things one day come)“. Gut auf den Text hören!

 

Gehört habe ich den Song das erste Mal im Auto – ausgerechnet, kurz bevor ich in einen Tunnel gefahren bin. Kaum angekommen, habe ich mir auf der Homepage des Senders das Lied rausgesucht. Direkt gepackt hat mich dieses „No roots“, das Alice Merton so schön ins Mikro drückt.

 

Kein Überraschung, sorry. Ich hab Bosse schon vor vier Jahren beim Fest in Karlsruhe gut gefunden. Seitdem landet er immer mal wieder in meiner Playlist. Aktuell: Bosse – Konfetti.

 

Ha! Dafür haben sich sieben Jahre Spanisch an der VHS dann doch gelohnt. Máno – No ha parado de llover, übersetzt: Es hat nicht aufgehört zu regnen. Traurig, aber trotzdem ein schönes Lied.

In diesem Sinne, mehr Kopfkonzert gefällig? Hier entlang!

47,1 Jahre

Ich werde sterben. Nicht sofort, hoffe ich zumindest, und auch nicht in nächster Zeit. Aber in 47,1 Jahren. Das sagt jedenfalls population.io, eine Webseite des Weltdatenlabors in Wien.

Diese Vorhersage basiert rein auf statistischen Daten und ist daher natürlich nur ein grober Anhaltspunkt. Weder werden persönliche Lebensumstände abgefragt, noch sonstige Daten. Jeder Deutsche, der am gleichen Tag Geburtstag hat wie ich, bekommt den gleichen Sterbetag angezeigt. Gibt man ein anderes Heimatland an als Deutschland, wird die Lebenserwartung entsprechend angepasst. Genau darum geht es nämlich eigentlich: die unterschiedlichen Lebenserwartungen in unterschiedlichen Ländern der Welt deutlich zu machen. Ein komisches Gefühlt ist es trotzdem, diese Zahl so vor sich zu sehen.

Die Webseite spuckt noch eine Reihe weiterer Daten aus. Sie berechnet beispielsweise, wie viele Menschen zum jetzigen Zeitpunkt älter und wie viele jünger sind als ich (jünger: 4.583.614.206, älter: 2.919.657.760) oder wann ich der fünfmilliardenste Mensch auf der Welt sein werde, also an welchem Tag es fünf Milliarden Menschen gibt, die jünger sind als ich (20. August 2020). Außerdem spuckt sie aus, dass ich 2406 Tage länger leben werde als der durchschnittliche Weltbürger.

Die unheimlichste Zahl, die die Webseite bereitstellt, ist das Datum, an dem ich – rein statistisch gesehen – sterben werde: am 20. November 2064. Unheimlich ist diese Angabe vor allem deshalb, weil sie so konkret ist.

2064 – das klingt erstmal nach einer Menge Zeit. Dieser Gedanke relativiert sich allerdings sofort, wenn ich mir zum Beispiel vor Augen führe, wie schnell die letzten zehn Jahre vergangen sind. Oder wenn ich mir bewusst mache, dass der Abstand von heute zum Jahr 2064 der gleiche ist wie von heute zum Jahr 1970. Jedes Modell, das den Klimawandel in die Zukunft extrapoliert, arbeitet mit Jahreszahlen weit jenseits meines statistischen Sterbedatums.

Andererseits ist 2064 eigentlich weit später, als ich eigentlich gedacht hätte. Irgendwo habe ich einmal gelesen, dass der Mensch seine statistische Lebenserwartung im Schnitt um 7 Jahre zu niedrig einschätzt. Das kommt bei mir ganz gut hin. Allerdings sind diese Zahlen für sich genommen ziemlich egal. Entscheidend ist, dass wohl niemand auf die Frage, wie lange er oder sie wohl leben wird, mit „unendlich“ antworten wird. Und doch benehmen wir uns oft so.

Unser Leben ist endlich, wie die meisten wenn nicht sogar alle Dinge im Leben. Doch während wir diese Tatsache oft sehr genau einkalkulieren, ignorieren wir sie hier. Niemand würde sagen: „Wir wissen zwar nicht, ob wir noch fünf oder 50 Liter Benzin im Tank haben, aber den Umweg über 200 Kilometer nehmen wir gerne in Kauf“. Gleichzeitig haben die meisten Menschen kein Problem damit, Jahre zu verschwenden mit Jobs, die sie nicht mögen, mit Menschen, die ihnen eigentlich nichts bedeuten, oder Angewohnheiten, die sie längst ablegen wollten. Geht es um Veränderungen in ihrem Leben, planen sie gerne mit einem „Später“, von dem sie gar nicht wissen, ob sie dafür noch genügend Jahre im Tank haben.

Andererseits stelle ich es mir ziemlich schlimm vor, wenn ich tatsächlich jetzt schon wüsste, wann genau mein Leben zu Ende ist. Der Druck, die Zeit bis dahin optimal zu nutzen, würde vermutlich für das genaue Gegenteil sorgen: am Ende hätte ich zwar ein perfekt geplantes Leben gelebt – und ich wäre totunglücklich damit.

Das geht nicht nur mir so. Befragt man Menschen, ob sie ihren genauen Todeszeitpunkt wissen wollen würden, wenn sie denn könnten, antworten normalerweise die meisten mit „nein“. Vermutlich ist der menschliche Geist für solche Informationen schlicht nicht gemacht. Wollen wir auch bei allen möglichen anderen Dingen – siehe Tankanzeige – so genaue Infos wie möglich, hier endet unser Durst nach klaren Fakten. Komisch eigentlich, findet Ihr nicht?

In diesem Sinne, ein Hoch auf das Nicht-Wissen!

LondonPubMuseum

Eigentlich habe ich im Titel dieses Posts schon (fast) alles geschrieben, was es zu schreiben gibt. Fast.

Am Wochenende waren I. und ich für einen Kurzbesuch in London. Meine beste Freundin J. hat die erste Hälfte ihrer Hochzeit gefeiert. Die zweite Hochzeitshälfte folgt übernächsten Monat in Deutschland – wie man das eben so macht, bei Doppelpass-Hochzeiten.

Für mich war es die erste britische Hochzeitszeremonie, der ich beiwohnen durfte. Ich fand es großartig. Der Standesbeamte war die perfekte Mischung aus britischem Traditionsbewusstsein gepaart mit diesem herrlich-unterschwelligen britischen Humor. Gefeiert wurde, typisch britisch eben, in einem Pub nahe dem Haus des Paares, herrlich untouristisch in Croydon im Süden Londons. Das Pub kannte ich schon von früheren Besuchen, allerdings haben wir das erste Mal im wirklich schönen Backyard sitzen können. Sonst war es dafür immer zu kalt gewesen.

Trotz des engen Zeitplans – Landung am Freitagabend, Feier am Samstag und Rückflug am Sonntagmittag – haben I. und ich es geschafft, noch einer zweiten Londoner Institution zu huldigen: dem kostenfreien staatlichen Museum. Weil wir am Samstag ohnehin viel zu früh wach waren – an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die Baustelle vor unserem Fenster! – sind wir vormittags noch nach London reingefahren und haben die National Gallery besichtigt. I. war vor 15 oder mehr Jahren zuletzt hier gewesen, mein letzter Besuch lag auch schon zwei oder drei London-Trips zurück. Über Westminster ging es anschließend per Zug ab London Bridge zurück nach East Croydon.

Pub und Museum. Das zeigen die beiden Bilder oben. Für ich beides typisch London. Warum London für mich inzwischen einerseits fast so etwas wie ein Routineziel ist, habe ich erst im Dezember nach meinem letzten Besuch ausführlich beschrieben. Trotzdem ist jeder Besuch anders. Erst in der Erinnerung fangen die zahlreichen Reisen an, sich zu einem Gesamtbild zu vermengen. Das ist mir spätestens an dem Punkt bewusst geworden, als ich versucht habe, mich zu erinnern, wann ich das letzte Mal in der National Gallery gewesen bin. Ganz ähnlich war es, als wir nach der Ankunft am Freitag noch auf ein Bier in einem Pub in Croydon eingekehrt sind.

In diesem Sinne, LondonPubMuseum und so!

Kopfkonzert XIV

Nein, Springsteen ist noch nicht verschwunden aus meinem Kopfkonzert. Allerdings haben sich in den vergangenen Wochen auch wieder einige deutsche Sänger auf die Bühne in meinem Kopf geschlichen. Hier eine kleine Auswahl – wie üblich nicht wirklich chartstauglich. Aber ich werde ja auch nicht jünger, nicht wahr?

Max Mutzke – Welt hinter Glas – welch schöne Hommage an einen Roadtrip. Kommt definitiv mit, wenn I. und ich im Herbst wieder in Richtung Kalifornien aufbrechen.

 

Wo wir schon beim Thema Kalifornien sind … ein Karlsruher Künstler darf da natürlich auch gerne vertreten sein: Max Giesinger – Kalifornien.

 

„Bad Ideas make the best memories … even if you don’t remember, don’t remember, don’t remember, though“ – alleine schon diese Textzeile aus dem Refrain ist großartig. Alle Farben – Bad Ideas.

 

Ganz ohne den Boss geht es weiterhin nicht. Bruce Springsteen – Backstreets. Ich mag das verhältnismäßig lange instrumentale Intro und wie es irgendwann, fast unmerklich, in eine gewöhnliche Rock-Ballade übergeht. Springsteen ist einfach großartig. Kein Wunder, dass das Album „Born to Run“ heute als Klassiker gilt.

 

Maßgeblich beeinflusst von Springsteen (sagt die Band) wurden Gaslight Anthem, die mit Desire zumindest in meinem Kopf geblieben sind. Übrigens einer der „neueren“ Songs dieser Liste, er stammt aus dem Jahr 2012.

 

Ja, der Text ist manchmal etwas platt gereimt. Aber er hat trotzdem was. Revolverheld haben ja schon mehrere dieser „früher … hach“-Texte veröffentlich (ich sage nur: Bands Deiner Jugend). Aber das Gefühl ist trotzdem (oder deswegen?) ganz gut getroffen, finde ich: Revolverheld – Sommer in Schweden.

In diesem Sinne, viel Spaß beim Lauschen und Erinnern – und hier geht es zu den übrigen Kopfkonzerten!

Citypark Karlsruhe

Das Bild lagerte schon seit einem guten Monat auf der Speicherkarte meiner Kamera. Schade drum, finde ich. Zeigt es schließlich zweierlei:

  1. Schön frühlingshaft war es auch Anfang März schon einmal.
  2. Baustellen verhindern nicht zwangsläufig einen schönen Sonnenuntergang.

In diesem Sinne, schönen Sonntag Euch allen!