Papawelten

Fünf Monate Papa oder: Kein Schlaf ist auch keine Lösung, nass spritzen schon

Vielleicht wird ist das erste Wort meiner Tochter auch „Alexa“ sein. Der Echo Dot, den ich vor zwei Jahren mehr aus Neugier, Spieltrieb und beruflicher Neugierde angeschafft habe, ist nämlich die perfekte Einschlafhilfe für meine Kleine (sieht man von der Dunstabzugshaube ab). Man braucht keine freie Hand, denn er wird mit der Stimme bedient. Er enthält ein unendliches Repertoire an Kinderliedern. Und er hält sich ansonsten höflich zurück.

In den vergangenen Wochen kam der Mini-Lautsprecher jedenfalls ziemlich oft zum Einsatz. Besonders beliebt derzeit: „Immer nur brüten“ aus der Vogelhochzeit oder „Papa, bist Du müde“, beide von Rolf Zuckowski. Beide Lieder haben genau das richtige Tempo und den richtigen Takt für ein sanftes Hin- und Herwiegen. Beide sind außerdem textlich so einfach, dass sogar ich sie gut mitsingen kann. Schon wenn ich Alexa auffordere, eines der beiden Lieder zu spielen, scheint meine Tochter ruhiger zu werden. Neugierig schaut sie dann auf den Mini-Lautsprecher und unterbricht dafür manchmal sogar kurz das Weinen, das derzeit gerne mit der Müdigkeit einher geht. Spätestens bei er zweiten Wiederholung beruhigt sie sich dann meistens und ihr beginnen, die Augen zuzufallen.

Dass unsere Kleine abends manchmal schwer in den Schlaf findet, ist relativ neu. Vielleicht liegt es daran, dass sie so furchtbar neugierig ist. Mit großen Augen scheint sie alles um sich herum aufzusaugen. Bloß nichts verpassen! Beim Spazierengehen einfach nur im Kinderwagen liegen? Funktioniert schon lange nicht mehr. Viel zu langweilig, da sieht man ja gar nichts! Ein Nickerchen nach dem Essen? Wieso denn, man hat doch gerade neue Energie getankt! Schlafen heißt doch, etwas möglicherweise Interessantes zu verpassen.

Interessant ist insbesondere alles, was Mama und Papa machen. Wenn wir am Wochenende zusammen frühstücken, muss unsere Kleine natürlich mit am Tisch sitzen. Besonders Tassen und Becher haben es ihr angetan. Kaum sitzt sie auf Mamas Schoß, greift die kleine Hand ganz selbstverständlich zum Kaffeebecher, an dessen Rand sie dann fröhlich nuckelt. Erlaubt ist das natürlich erst, wenn der Becher leer ist. Wenn es nach unserer Maus ginge, könnte er aber ruhig voll sein, glaube ich. Da sie inzwischen Brei isst, trinkt sie außerdem hin und wieder Wasser. Am liebsten allerdings aus einem Glas, Flaschen sind schließlich was für Babies!

Überhaupt entwickelt die Kleine immer mehr ihren eigenen Kopf. Passt ihr etwas nicht, weint sie nicht mehr einfach nur, sie schimpft vor sich hin: „Mamamamamama“. Unmöglich, dass die dummen Eltern wieder einmal nicht verstanden haben, was sie möchte. Richtig doof findet sie zum Beispiel, dass wir sie immer wieder anziehen. Nackt ist es doch viel schöner! Man kann auch viel besser seine Füße in den Mund stecken.

Ein besonderes Highlight hatte sie vor zwei Wochen: da war sie das erste Mal schwimmen. Auch wenn ich es vorher zig Mal gelesen habe, hätte ich nicht gedacht, wie selbstverständlich sich Babies im Wasser bewegen. Dabei ist es eigentlich kein Wunder: Wasser ist ihnen von Natur aus vertraut, haben sie doch neun Monate im Bauch der Mutter darin gelegen. Unsere Kleine macht da keinen Unterschied. Ein toller Nebeneffekt: hier gibt es noch andere Babies, mit denen man sich unterhalten kann. Oder man pustet sie an. Das macht besonders Spaß.

Ja, nur das mit dem Schlafen ist derzeit etwas schwierig. Der Zusammenhang zwischen dem Problem (= Müdigkeit) und der Lösung (= Einschlafen) erschließt sich unserer Kleinen schlicht noch nicht. Gut möglich, dass sie noch gar nicht weiß, was das überhaupt ist: Schlaf. Vielleicht macht ihr auch einfach der Prozess des Einschlafens Angst. Sich so einfach fallen lassen, bewusst das Bewusstsein verlieren – ist ja auch komisch, wenn man mal darüber nachdenkt.

In diesem Sinne, gute Nacht!

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Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

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