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Bestimmt Bestimmung

In der vierten Klasse war ich sicher, dass wir heiraten würden. Natürlich nicht gleich, aber später irgendwann bestimmt. Ich erinnere mich gut an diesen Gedanken, auch wenn mir bis heute nicht klar ist, woher ich ihn eigentlich hatte. WIr hatten nie darüber gesprochen – und anders als ich hatte sie sich wohl auch nie gefragt, ob ihr Vorname eigentlich zu meinem Nachnamen passt.

Man sollte meinen, dass ich seit der vierten Klasse nicht nur älter und größer, sondern auch schlauer geworden bin. Leider muss ich hier vehement widersprechen. Erst vor kurzem habe ich mich bei einem Gedanken erwischt, den auch schon mein zehnjähriges Ich in der vierten Klasse gehabt hat. „Das wird was mit uns – vielleicht nicht sofort, aber irgendwann“.

Wird es nicht – würde ich jetzt gerne schreiben. Aber das wäre zu einfach. Denn tatsächlich gibt es immer wieder diese Situationen, in denen ein leichtes Kribbeln zwar monatelang in der Luft liegt, letztlich aber doch erst eine entsprechende Situation den Ausschlag geben muss. Und plötzlich landet man doch genau da, wo man sich monatelang hin gehofft hat.

Allerdings muss man an dieser Stelle wohl auch schreiben, dass solche Situationen zwar durchaus vorkommen, unterm Strich aber eher die Ausnahme sind. Deutlich öfter läuft es leider ab, wie in der vierten Klasse. Vor- und Nachname passen zwar perfekt zusammen, dabei bleibt es dann aber auch. Schade eigentlich. Zumindest manchmal. Bestimmung? Bestimmt!

In diesem Sinne, Grüße an … naja, vielleicht weißt Du schon.

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

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