Berliner Leben Feierei

Begrillter Bürgersteig

Es gibt eine ganze Reihe Dinge, die ich an Berlin großartig finde, nicht immer ist es das Wetter. Heute zum Beispiel zog ein so heftiges Gewitter über die Stadt hinweg, dass gleich zwei U-Bahnhöfe am Nachmittag „wegen Überflutung“ zeitweise gesperrt werden mussten. Nicht nur das: Jörgs Geburtstag, als Grillfest im Volkspark Friedrichshain geplant, wurde ebenfalls vorsorglich nach drinnen verlegt.

Weil nun aber Grillen in der Küche auch bei geöffnetem Fenster und im dritten Stock nicht so schön ist, und der Himmel abends um acht auch schon fast wieder völlig blau war, wurde improvisiert. Decken, Salate, Fleisch, Bier, usw. wurden kurzerhand auf den Bürgersteig befördert, der Grill ebenfalls dort zusammengebaut und die Party so binnen Minuten aus der WG ins Freie in eine Seitenstraße der Frankfurter Allee verlegt.

Das ist es dann, was mich sofort wieder mit Berlin versöhnt. In welcher anderen Stadt kann man nicht nur den Holzkohlegrill auf dem Bürgersteig aufstellen, sondern wird dann nicht mal schief dabei angeguckt. Abgesehen von einer etwas grimmig drein schauenden Dame fortgeschrittenen Alters blieb es beim freundlich gewünschten „Guten Appetit“ und Sätzen wie „Verdammt, und wir sind extra zur Dönerbude gegangen“. Da verzeihe ich Berlin auch gerne den einen oder anderen Gewitterschauer.

In diesem Sinne, guten Appetit!

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

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