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Zeit, Du Betrüger!

Die Zeit kann es uns ja doch nicht Recht machen. Mal läuft sie zu schnell, dann wieder viel zu langsam. Wenn wir uns auf etwas freuen, können sich ein paar Stunden ewig hinziehen. Trotzdem reicht diese Ewigkeit nie, um die Vorfreude angemessen auszukosten. Und wehe, wir wünschen uns, dass ein Moment möglichst schnell vorbei geht – unfreiwillig lernen wir dann, was „Ewigkeit“ wirklich bedeutet.

Nicht nur das. Zeit ist relativ, nicht nur im Einsteinschen Sinne, sondern auch bezogen auf unser eigenes Leben. Für einen kleinen Jungen, der gerade seinen fünften Geburtstag gefeiert hat, entspricht das Jahr bis zum nächsten Geburtstag einem Fünftel seines Lebens – relativ gesehen also genau so viel wie für einen 25-Jährigen die Zeit bis zum 30. Geburtstag oder für einen 50-Jährigen die Zeit zum 60. Geburtstag. Kein Wunder also, dass die Zeit mit zunehmenden Alter immer mehr zu rasen scheint.

Die Zeit vergeht immer gleich schnell? Trotz alledem: aber ja doch. Nur weiß sie das verdammt gut zu verbergen …

In diesem Sinne, Gruß an die Zeit, den alten Betrüger!

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

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