Gedankenwelten Mitmenschen

Bloggen verboten

Ich darf nicht darüber schreiben, hat die Kollegin gesagt. Vermutlich weil sie gesehen hat, wie sich die Worte in meinem Kopf schon zu blogreifen Sätzen formten. Eine konkrete Drohung hat sie nicht ausgesprochen, aber ich weiß aus Erfahrung: Es ist besser, ihr zu gehorchen. Als Blogger hat man es eben schwer. Als Freund/Bekannter/Kollege eines Bloggers aber auch.

“Steht das auch nicht morgen auf Deinem Blog?”, ist inzwischen eine Frage, die ich immer öfter gestellt bekomme, meist verbunden mit einem breiten Grinsen und einem überdeutlichen Augenzwinkern. Das Augenzwinkern bedeutet dabei entweder: wehe, dem ist so – oder genau das Gegenteil (klare Anweisungen wie diese sind dagegen eher selten).

Ich kann das schon verstehen. Schon weil es ja selten die ganz normalen, sondern meist die eher ungewöhnlichen Situationen sind, die dann irgendwann später ihren Weg auf Felix’ Welt finden. Ist man da selbst Teil der ungewöhnlichen Situation, vielleicht sogar (Mit-)Verursacher, könnte das dann schon mal unangenehm werden, so die Befürchtung meiner Mitmenschen.

Diese Mitmenschen kann ich beruhigen. Die Geschichten hier sind zwar in der Regel nicht gelogen, wohl aber so aufgeschrieben, dass sie niemandem peinlich sein müssen – außer vielleicht mir selbst. Ich achte darauf, dass außer vielleicht für die Beteiligten selbst nicht klar ist, von wem eigentlich die Rede ist. Hin und wieder sind es auch gleich mehrere Situationen auf einmal, die hier zu einer exemplarischen Geschichte verschmelzen (normal merkt man das dann auch).

So ähnlich habe ich das übrigens vor etwas über zwei Jahren schon einmal aufgeschrieben (“Bloggendes Ich“). Aber eine Wiederholung schadet ja nichts – und beugt vielleicht vor. Schließlich will ich nicht, dass irgendwann niemand mehr mit mir spricht, um bloß nicht hinterher über Felix’ Welt reich und berühmt zu werden …

In diesem Sinne, Euch allen einen schönen Sonntag!

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.