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Angesprochen

Hin und wieder werde ich auf Felix’ Welt angesprochen. Eigentlich ist es komisch, dass mich das überrascht. Ich blogge unter meinem vollen Namen. Diese Zeilen im Internet zu finden, ist nun wirklich nicht schwer. Ich gehe nicht damit hausieren, dass ich blogge, aber ich verschweige es auch nicht, wenn man mich danach fragt.

Dass ich blogge, hat mir geholfen, meinen aktuellen Job zu bekommen. Ich arbeite bei einem Online-Medium, da gilt Bloggen als Indiz für Online-Affinität.

Zugleich macht es allerdings das bloggen schwieriger, wenn man weiß, dass der Chef unter Umständen mitliest. Ein stellvertretender Chefredakteur einer größeren Tageszeitung und damit früherer Vorgesetzter von mir hat mich zum Beispiel mal mitten im vollbesetzten Newsroom auf meine Liebe zu Hotelzimmern angesprochen. Das war schon seltsam.

Bloggen macht kreativ, habe ich mal irgendwo gelesen. Das gilt nicht nur für den Blogger selbst, der sich ja quasi selbst dazu verpflichtet hat, in regelmäßigen Abständen und auch noch öffentlich kreativ zu sein. Auch Blog-Leser könne durchaus kreativ werden.

So etwa eine liebe Freundin von mir aus Berlin. Sie war ganz beseelt von der Idee, meine Blogeinträge auf bunte Zettel drucken zu lassen und wahllos in Berliner Kneipen und Cafés auszulegen. Haben wir nie gemacht, was auch (aber keineswegs nur) daran lag, dass ich kurz darauf aus Berlin weggezogen bin.

Angesprochen werde ich trotzdem weiter auf mein Blog. Zum Beispiel heute. Da war ich mit einer Kollegin mittags im Supermarkt, die sich schon vor längerer Zeit als regelmäßige Felix’ Welt Konsumentin geoutet hat. Trotzdem bin ich immer wieder aufs Neue irritiert, wenn sie mich mit wohlüberlegten Stichworten auf einzelne Beiträge anspricht.

Ihr macht das Spaß, glaube ich. Ich gönne ihr das. Vermutlich wird sie es morgen wieder tun. Schließlich habe ich ihr jetzt wieder einen Grund gegeben.

In diesem Sinne, viel Spaß dabei!

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

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