Blitzlicht

2016-06-26-Gewitter

„Das Gewitter zieht vorbei.“ Gut eine halbe Stunde hatte es erst rechts, dann mittig und später links am Horizont geblitzt. Und obwohl es zwischenzeitlich recht kräftig donnerte, schien das eigentliche Unwetter und zunächst verschonen zu wollen.

Dann ging es ganz schnell und wir waren froh, uns zeitnah genug zurück nach Hause geflüchtet zu haben. Erst schien blitzend, donnernd und stürmend die Welt in und um Wiley in Neu-Ulm unterzugehen, dann, noch einmal mindestens eine halbe Stunde später, setzte der Regen ein. Ziemlich genau in diesem Moment ist der Mini-Film oben entstanden.

In diesem Sinne, das Zählen der Sekunden nicht vergessen!

Finde das Fahrrad

2016-06-12-Finde-das-Fahrrad

In diesem Sinne, gute Fahrt!

Cadiz

2016-06-06-Spanien-Andalusien-Cadiz

Beim Stöbern in meinem Fotoarchiv gefunden. Cadiz am Abend, aufgenommen vor fünf Jahren. In diesem Sinne, Fernweh?

Everybody Wants Some !!

Vielleicht ist es ein Fehler, wenn man versucht, diesen Film als Film zu begreifen. Denn eigentlich ist „Everybody Wants Some!!“ eher ein Foto. Eine Momentaufnahme aus einer Zeit, die irgendwann den Stempel „die gute, alte Zeit“ aufgerdrückt bekommen hat, obwohl man natürlich weiß, dass „die gute, alte Zeit“ eigentlich nie existiert hat. Jede Zeit hatte ihre eigenen Probleme. Nur scheinen die in der Rückschau eben längst nicht so präsent, wie sie einem damals vielleicht vorgekommen sind.

„Everybody Wants Some!!“ spielt im August 1980, also genau in jener Zeit, als Reagan noch nicht Präsident war, der Vietnamkrieg schon ein paar Jahre vorbei war und die letzte Hochphase des Kalten Krieges noch einige Jahre in der Zukunft lag. Die Pille war längst erfunden, Aids dagegen noch nicht als eigenständige Krankheit anerkannt.

Protagonist des Films ist Jake, der gerade seinen Schulabschluss gemacht hat, und nun sein Studium an einem College irgendwo in Texas beginnt. Als Baseballspieler hat ein Sport-Stipendium und ist zusammen mit seiner neuen Mannschaft in einem von zwei „Baseball Houses“ untergebracht – Häusern, die von der Uni gemietet wurden, weil die Uni-Wohnheime voll waren. Hier gibt es genau zwei Regeln: Kein Alkohol – und keine Mädchen in den oberen Stockwerken, wo sich die Schlafzimmer befinden.

Dass selbstverständlich beide Regeln schon wenige Filmminuten später gebrochen werden, dürfte niemanden überraschen, der schon einmal einen amerikanischen College-Film gesehen hat. Ansonsten hadert der Film allerdings mit fast allen Stereotypen dieses Genres, und genau das macht ihn aus.

Ja, es gibt eine Liebesgeschichte. Diese findet aber eher nebenbei statt, anders als man es von klassischen Hollywoodstreifen gewohnt ist. Statt dessen konzentriert sich „Everybody Wants Some!!“ darauf, dem Zuschauer das Jahr 1980 möglichst in seiner vollen epischen Breite zu präsentieren. So landen Jake und seine neu gewonnenen Freunde nacheinander erst in einer typischen End-1970er-Disco-Party, machen einen Zwischenstopp mit Country-Music und „Cotton-Eye-Joe“ und enden schließlich bei einem wilden Pogo-Punk-Konzert – selbstverständlich nicht, ohne sich vorher entsprechend dem Anlass umgezogen zu haben, inklusive einer Kette mit echten, abgetrennten Entenfüßen.

„Everybody Wants Some!!“ strotz vor Klischees, verpackt diese aber so liebevoll, dass es trotzdem Spaß macht, sie anzuschauen. Angefangen mit der offensichtlich sorgfältig ausgewählten Plattensammlung, die Jake in einer ersten Einstellungen in sein neues Zuhause trägt, bis hin zu Tennissocken kombiniert mit viel zu kurzen Shorts, die zu einem der Standart-Oufits des Films zu gehören scheinen. Der Film lebt von Schauspielern, die man bisher noch nicht auf der großen Leinwand gesehen hat, die aber genau deswegen dort ihre ganz eigene Präsenz entfalten können.

Ich werde hier nun keine Inhaltsangabe zu „Everybody Wants Some!!“ posten, obwohl diese vermutlich erklären würde, warum ein Ausrufezeichen im Filmtitel zu wenig, drei wiederum zu viel gewesen wäre. Ich werde mich auch nicht in Feinheiten verlieren, wie etwa die Stuttgarter Zeitung, die in ihrer Rezension gleich mal die Darsteller durcheinander gebracht hat. Statt dessen möchte ich einfach nur sagen: Anschauen! Nicht als Film, sondern als Foto – dann macht der Film richtig Spaß!

In diesem Sinne, bitte lächeln!

Hier unterschreiben

2009-03-23-fueller

Neulich im Bürgerbüro. „Jetzt müssen Sie nur noch hier unterschreiben“, sagt die freundliche Frau und reichte mir einen Stift und ein Blatt Papier mit einem großen, schwarz umrandeten Feld, das mit dem Wort „Unterschrift“ gekennzeichnet ist. Ich nehme den Stift und das Papier und unterschreibe das Formular, mit dem ich einen neuen Personalausweis beantragen will.

„Mhm“, sagt die Frau und neigt den Kopf erst nach links, dann nach rechts, während sie auf meine Unterschrift schaut. „Mhm“, macht sie erneut. Dann schüttelt sie missbilligend den Kopf und sieht mich tadelnd an.

„Nein!“, sagt sie, „Nein! So geht das nicht! Sie müssen beim Unterschreiben schon innerhalb des schwarzen Kästchens bleiben.“ Dabei deutet sie auf die Schleife, die ich beim Unterschreiben mache, wenn ich das ‚F‘ von ‚Felix‘ schreibe. Und tatsächlich: an zwei Stellen habe ich hier wohl zu schwungvoll Anlauf genommen und dabei über den Rand hinaus geschrieben.

Die junge Frau nimmt das Blatt mit dem zu schwungvollem ‚F‘ wieder an sich, faltet es und wirft es in den Mülleimer. „Ich drucke Ihnen ein Neues aus“, sagt sie dann.

Dummerweise, und ich kann wirklich nicht so genau erklären, wieso, landet dieses Mal die linke, obere Ecke meines ‚N‘ einen Tick zu weit oben und touchiert somit die obere Linie des schwarzen Kästchens etwa in der Mitte. Nicht doll, aber offensichtlich doll genug. Erneut sieht mich die nun nicht mehr ganz so freundliche Angestellte des Bürgerbüros tadelnd an. „Mhm“, macht sie. „Mhm. Nein, ich fürchte, das wird auch nicht funktionieren. Sie müssen wirklich innerhalb des Kästchens bleiben.“

Sagt es, nimmt das Blatt, legt es in den Scanner, wartet einen Moment, wiegt erneut den Kopf hin und her und schüttelte ihn schließlich entschieden. „Nein“, erklärt sie dann und wirft auch diesen Zettel gefaltet in den Papierkorb. „Nein, das geht so nicht.“

Erneut surrt der Drucker. Versuch Nummer drei. Ich kann die Gedanken förmlich hören, die der inzwischen offensichtlich genervten Bürgerbüroangestellten dabei durch den Kopf gehen. Das „Der Hellste bist Du aber auch nicht“ steht ihr quasi auf die Stirn geschrieben, während sie mir Ausdruck #3 hinlegt.

Dieses Mal schaffe ich es. Zwar komme ich mit dem ‚r‘ am Ende meines Nachnamens gefährlich nahe an den Kästchenrand, aber entweder hat die Bürgerbürofrau nun einfach genug, oder es passt wirklich. Das Formular verschwindet samt Foto im Scanner. Dass ich offensichtlich nicht in der Lage bin, mit meiner Unterschrift innerhalb eines sehr deutlich gezeichneten Rahmens zu bleiben, schiebe ich nun einfach mal auf meine offenbar sehr einnehmende und schwungvolle Persönlichkeit.

In diesem Sinne, dieser Blogeintrag wurde maschinell erstellt und ist auch ohne Unterschrift gültig!

San Diego

San Diego Sunset

Eines der letzten Fotos, die ich während unseres USA-Roadtrips gemacht habe:  Sonnenuntergang in San Diego, fotografiert von der kleinen Veranda vor unserem Motelzimmer. Die Palmen säumen hier den Pacific Highway und den North Harbour Drive sowie den kleinen Waterfront Park mit seinem Wasserspiel.

Kurioserweise hat es ausgerechnet in San Diego, mit dem südlichsten Punkt unserer Reise, fast einen kompletten Tag lang geregnet. Es war der einzige so ausdauernde und der zweite Regen insgesamt, den wir während der gesamten Reise erlebt haben. Das erste Mal war ein kurzes Unwetter in Casa Grande, in der Nähe von Phoenix, gewesen.

Trotzdem hat mir San Diego gut gefallen. Überall ist die Nähe zu Mexiko zu spüren, ohne dass einem San Diego deswegen weniger amerikanisch vorkommt. Mit dem Gaslamp Quarter gibt es sogar fast so etwas wie eine Altstadt, die ihre zahlreichen Besucher am Abend zwar irgendwie künstlich, aber deswegen nicht weniger charmant einfängt.

Hinzu kommen die diversen Strände und Strandstadtteile, die teilweise fast hippiemäßiger daherkommen als die früheren Blumenkinder-Viertel in San Francisco. In einem kleinen Lokal, eher einem Imbiss, am Ocean Beach habe ich außerdem den wohl besten Taco meines bisherigen Lebens gegessen.

In diesem Sinne: San Diego – gerne wieder!

PS: Mehr USA-Erinnerungen gibt es hier …

Neue Nachbarn

2016-05-27-Katze-Balkon

Sie wohnen erst seit ein paar Wochen in der Erdgeschoss-Wohnung schräg gegenüber. Viel sehe ich normalerweise nicht von ihnen, was mehr an mir als an ihnen liegt. Ich bin einfach zu selten zuhause. Sitzen sie in dem kleinen Garten vor ihrer Wohnung, werden sie außerdem von der Mauer verdeckt, die die beiden Grundstücke voneinander trennt.

Dort saßen sie auch heute, als sie auf einmal aufgeregt anfingen zu flüstern. Dazu machten sie immer wieder Geräusche wie „psssst“ und „seid doch mal leise“, bloß um danach noch mehr und noch aufgeregter zu flüstern.

Keine Ahnung, was sie dort taten, alles was ich sehen konnte, waren ihre Köpfe, die abwechselnd in meiner Sichtachse auf- und dann direkt wieder abtauchten. Es sah ein wenig so aus, als würden sie ein Loch graben, von dem allerdings niemand wissen durfte.

Eine andere Nachbarin, eine junge Frau mit blonden Haaren, die sie zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden hatte, löste das Rätsel schließlich. „Haben sie meine Katze gesehen?“, rief sie quer über den schmalen Hof.

„Ja“, antworteten meine Nachbarn pflichtbewusst und fast ein wenig traurig. „Die war gerade schon in unserer Wohnung. Jetzt sitzt sie hier.“

Die junge Frau mit dem Pferdeschwanz lachte. „Ach so. OK.“ Nächste Szene: Junge Frau mit blonden Haaren geht ab und trägt dabei eine dicke, graue Katze auf dem Arm.

In diesem Sinne, viele Grüße aus meinem kleinen Zoo1!

1 Bei dem genannten Tier handelt es sich übrigens nicht um die rote Katze oben auf dem Bild, das ich vor ein paar Wochen aufgenommen habe. Hierbei handelt es sich nicht einmal um eine Katze, wie ich schon vor Jahren gelernt habe, sondern um einen Kater. Der kommt mich allerdings regelmäßig besuchen.