Andersheiten

Jeder Mensch ist anders. Das sieht man schon, wenn man die Menschen anschaut. Die wirklich großen Unterschiede sieht man dann allerdings nicht. Die merkt man erst mit der Zeit. Eine Auswahl:

  • Mittedrücker vs. Hintendrücker:
    Die einen arbeiten sich bei der Zahnpastatube von hinten nach vorne durch, die anderen drücken einfach da, wo die Beule in der Tube am größten ist.
  • Untenesser vs. Obenesser:
    Die einen ziehen die Unterseite des Brötchens vor, die anderen schwören auf die Oberseite. Ich würde allerdings tippen, dass die Untenesser in der Überzahl sind, was auf lange Sicht gravierende Auswirkungen auf das ganze Bäckerhandwerk haben dürfte.
  • Frühstücker und Nicht-Frühstücker:
    Wenn wir schon beim Thema Brötchen sind, dann darf diese Einteilung nicht fehlen. Während die einen ohne Frühstück gar nicht zu gebrauchen sind, ist bei den anderen oft erst das Mittagessen die erste Mahlzeit des Tages.
  • Vorspüler vs. Nicht-Vorspüler:
    Vielleicht ist es sogar eine Charaktereigenschaft, die sich hier äußert. Während der Vorspüler sicher ist, dass seine Geschirrspülmaschine ohne ihn aufgeschmissen ist, und er deshalb jeden Teller wenigstens einmal kurz unter den laufenden Wasserhahn hält, bevor er ihn in die Maschine stellt, hat der Nicht-Vorspüler keine Skrupel, diese Aufgabe vollständig an den Automaten zu delegieren. Frei nach dem Motto: die Geschirrspülmaschine ist zum Spülen da, kommt das Geschirr rein, wie es gerade ankommt. Die Technik wird es schon richten – und einen Abfluss hat das Ding schließlich auch. Ich gehöre übrigens zur zweiten Gruppe. Zumindest dann, wenn ich eine Spülmaschine zur Verfügung habe.
  • Gleich-Spüler vs. Schimmelzüchter:
    Leider habe ich nicht immer, eigentlich fast nie, eine Geschirrspülmaschine zur Verfügung. Statt dessen spüle ich mit der Hand und das normalerweise sofort. Der Gegenpart dazu: die Menschen, die erst spülen, wenn sie kein sauberes Besteck mehr haben und/oder der Schimmel anfängt, nach ihnen zu greifen.
  • Schwimmer vs. Nicht-Schwimmer:
    Keine Halbjahr wurde während der Schulzeiten so gehasst wie das, in dem statt Sport Schwimmen auf dem Stundenplan stand – zumindest empfand die gefühlte Mehrheit meiner Klassenkameraden so. Ob Volleyball, Brennball oder auch irgendwelche Turnübungen – damit konnte man sich ja noch arrangieren, selbst wenn einem die Sportart nicht lag. Aber Schwimmen? Igitt! Ich sah das anders. Seit meinem sechsten Lebensjahr war ich in einem Schwimmverein gewesen und selbst beim Abi stand für mich Schwimmen auf dem Stundenplan.
  • Buch vs. Zeitschrift:
    Zugegeben, dieses “vs.” ist nicht ganz fair – die meisten Buchliebhaber lesen wohl auch Zeitschriften. Dennoch existiert zumindest meinen Beobachtungen nach eine nicht unerhebliche Gruppe von Menschen, für die (privates) Lesen gleichbedeutend ist mit dem Durchblättern von Zeitschriften oder dem Überfliegen von Facebook-Kommentaren, nicht mehr. Der andere Teil der Menschheit wiederum kann nicht ohne Bücher. Ich gehöre definitiv zur Gruppe Buch.
  • 0,33 vs. 0,5:
    In einem der drei Herr Lehmann-Bücher von Element of Crime-Sänger Sven Regener regt sich der Protagonist Frank Lehmann darüber auf, dass es nun auch Bier in 0,5-Liter-Flaschen gibt. Wie kann er nur? Ich mag große Gläser und ich mag große Flaschen, weil es an einem heißen Sommertag nichts Schöneres gibt, als nach einem langem Arbeitstag einen großen Schluss Bier aus einer großen Flasche / Glas zu nehmen. Muss man danach direkt nachbestellen, finde ich das frustrierend. Aber – wie sagt man so schön – jedem das Seine!

In diesem Sinne, ich hab noch ein paar Andersheiten im Kopf … bis zum nächsten Mal!

Ihre Kurven

2014-07-27-Autobahn

Normalerweise stehe ich hier. An jedem Wochenende. Meistens zwei Mal. Einmal auf der einen, einmal auf der anderen Seite. Die A5 (hier die Anschlussstelle Karlsruhe-Durlach) und die A8 sind inzwischen so etwas wie meine zweite Wochenendheimat geworden. Viele Stunden haben wir gemeinsam verbracht, haben uns geliebt (wenn “sie” frei war) und gehasst (wenn “sie”, wie meist, mal wieder verstopft war) und einander irgendwann einfach so akzeptiert, wie wir sind.

Inzwischen bin ich ganz gut darin abzuschätzen, wann ich “sie” besser verlasse, um mich mit anderen, offeneren Straßen zu vergnügen, und wann es nichts bringt, “sie” zu meiden, weil mich ohnehin kein anderer Weg schneller ans Ziel bringt. Ich weiß, wann “sie” besonders beschäftigt ist. Ich kenne ihre Kurven, ihre Höhepunkte und ihre tiefen Täler. Ich weiß, wann “sie” mich bremst und ich weiß, wann “sie” mir freie Bahn lässt. Zumindest meistens.

Manchmal zickt “sie” rum, stellt mir Hindernisse in den Weg, wo keine sein dürften. Dann wieder öffnet “sie” sich mir in Situationen, in denen ich nie damit gerechnet hätte. “Sie” kann mich immer noch überraschen, zumindest manchmal. Ich würde nicht sagen, dass ich “sie” mag. Dafür ist “sie” zu sehr Mittel zum Zweck. “Sie” bringt mich zu “ihr”, steht in gewisser Weise sogar zwischen uns. Allerdings wundere ich mich manchmal schon, wie sehr ich mich inzwischen an “sie” gewöhnt habe. Ob “sie” mir eines Tages vielleicht sogar fehlen wird? Wer weiß das schon. “Sie” vielleicht?

In diesem Sinne, bitte nicht zu viel hinein interpretieren – ist eh alles anders gemeint!

Barney II

Ich mag Heineken nicht. In meinen Augen wurde diesem Bier jeder Charakter genommen, um bloß keinem Geschmacksnerv auf die Füße zu treten. Nur so kann man es weltweit verkaufen. Dass es zur WM 2006 in Deutschland statt regionaler Biere rund um die Stadien und auf den Fanmeilen tatsächlich nur Heineken gab, nehme ich sowohl der Fifa als auch der Biermarke bis heute übel.

Aber diese Werbung ist einfach genial – daher binde ich das Video hier ein. Aber bitte, bitte: trinkt deshalb kein Heineken! Schaut lieber How I Met Your Mother.

In diesem Sinne, warum Barney Felix’ Welt mal in Wirtschaftswoche und Handelsblatt gebracht habt, lest Ihr hier!

Mannfrauen

2014-07-21-Duschplan

Heute sind alle Männer Frauen. Morgen machen wir es umgekehrt. Mit anderen Worten: in meinem Fitnessstudio werden (mal wieder) die Männerduschen renoviert.

In diesem Sinne, ich bin – wieder mal – gespannt …

Ge-Wochenendet

2014-07-20-See

2014-07-20-Neu-Ulm-Wiley

War Euer Wochenende auch so kurz wie meines? Hier eine Zusammenfassung – natürlich in G.:

  • Gelernt: Vorsicht mit russischem Bier! Vielleicht ist man am Abend nicht mehr betrunken, als wenn man bei deutschem Bier geblieben wäre. Die Kopfschmerzen am nächsten Morgen sind allerdings fieser.
  • Geschlafen: Vor dem Frühstück, nach dem Frühstück und eigentlich sogar fast während dem Frühstück. Könnte mit der Erkenntnis unter “gelernt” zusammenhängen.
  • Geschwommen: #nicht. Allerdings war ich zumindest kurz zur Abkühlung mit den Beinen im Wasser des Badesees in Wiley in Neu-Ulm.
  • Gebräunt: ein bisschen. Bin ich oben ohne, sieht man allerdings immer noch ziemlich deutlich, dass ich meist (bei der Arbeit, beim Autofahren, beim Einkaufen…) nicht oben ohne bin. Mit anderen Worten: Meine Brust ziert ein wunderschönes Dreieck und auch meine Arme zeigen sehr deutlich, wo die T-Shirt-Ärmel endeten.
  • Gefahren: die üblichen 320 Kilometer von Karlsruhe nach Neu-Ulm und zurück. Außerdem etwa acht Kilometer zum Einkaufen im russischen Supermarkt.
  • Geblitzt: Im Schnitt werde ich alle zwei Jahre zwei Mal geblitzt, dann meist kurz hintereinander. So war es jedenfalls in der Vergangenheit. So gesehen kam die Radarfalle heute ein halbes Jahr zu früh. Andererseits bin ich in den vergangenen acht Monaten gemessen an den Kilometern auch mehr gefahren als in den zwei Jahren zuvor zusammen. Es gleich sich eben alles aus. Man könnte auch sagen: Das hat man davon, wenn man einen Stau umfährt.
  • Gemerkt: Das wird ja jetzt schon wieder richtig früh dunkel! Zumindest verglichen mit Mitte Juni. Allerdings graut es mir jetzt schon wieder vor dem Winter, wenn um 17 Uhr die Straßenlaternen angehen.
  • Getrauert: Gerade eben. Weil das Wochenende mal wieder viel zu schnell vorbei ist.

In diesem Sinne, einen guten Start in die Woche!

PS: Mehr in G.? Kein Problem - das gibt es hierhier, hier oder auch hier.

(Keine) Bälger

2014-07-20-Baelger

Fotografiert an einem Auto nahe dem Badesee in Wiley in Neu-Ulm. In diesem Sinne …

Leichtes Gepäck

2014-07-15-Koffer

Mehr hätte es nicht sein dürfen, denn dann hätte es nicht mehr in den alten Ford Fiesta gepasst. Man könnte auch sagen: eine Zeit lang, war mein (aktiver) Hausstand sehr übersichtlich. Ich wusste ja, dass ich öfter würde umziehen müssen. Wirklich schwer ist mir das nicht gefallen. Im Gegenteil - eigentlich mag ich es leicht:

  • Als Billigflieger das Kurzreisen revolutioniert haben, habe ich angefangen, mich bei allen Reisen unter einer Woche Dauer auf Handgepäck zu beschränken.
  • Als ich nach meinem ersten Studium mit dem Rucksack auf Weltreise gegangen bin, durfte nur mit, was auch in den Treckingrucksack passte. Viel war das nicht. Dennoch …
  • Als ich bei besagter Reise zum zweiten Mal den Kontinent gewechselt hatte, schickte ich ein Paket an meine Eltern. Inhalt: Fotos (ich habe damals noch analog fotografiert) und diverse Kleidungsstücke. Man braucht nicht wirklich alles, nur weil es eben reinpasst.

Im Film “Up in the Air”, über den ich hier schon einmal etwas geschrieben habe, rät Protagonist Ryan Bingham bei Motivations-Coachings seinen Zuhörern dazu, ihr gesamtes Leben gedanklich  in einen Rucksack zu packen und diesen anschließend anzuzünden. All das Zeug, was man über die Jahre anhäufe, sei letztlich nichts anderes als luggage, Gepäck das man aufgeben, das man tragen und um das man sich dauernd kümmern müsse. Darum sei es eher Belastung als Bereicherung – physisch wie psychisch.

Ich würde das nicht zu 100 Prozent unterschreiben. Ich würde mich unglaubwürdig machen. Mein Hausstand ist längst wieder über das Fassungsvermögens meines Autos hinaus gewachsen. Daran ändert auch nichts, dass ich inzwischen einen größeren Wagen als den Fiesta fahre.

Was braucht man wirklich? Ich bin ein Mensch mit einer sehr innigen Beziehung zu seiner Vergangenheit. Ich schreibe viel auf und kann daher vieles nachlesen, was mich vor einem, vor fünf oder auch vor 20 Jahren beschäftigt hat. Diese Aufzeichnungen, verteilt über zig Notizbücher, möchte ich nicht missen.

Doch was ist mit all den anderen und vermeintlich wichtigen Erinnerungsstücken? Die Quittung aus dem Restaurant, die man als Erinnerung an den schönen Abend aufgehoben hat. Die Geburtstagskarte eines guten Freundes, die einen in dem Moment sehr berührt hat, und die man deswegen einfach nicht wegwerfen kann, auch wenn man weiß, dass man sie vermutlich nicht vermissen und auch nie wieder in die Hand nehmen wird.

Eine Zeit lang war es mir wichtig, beweglich zu bleiben. “Ein Koffer und eine Tasche, das ist mein Hausstand. Ich kann jederzeit weiterziehen”, hat der Schriftsteller Uwe Timm das in seinem (wie ich finde: besten) Roman “Rot” beschrieben (und ich habe es vor Jahren schon einmal hier aufgegriffen). inzwischen bin ich mir nicht mehr ganz so sicher, was beweglich zu sein eigentlich heißt. Hängt das wirklich damit zusammen, was man konkret im Laufe eines Lebens anhäuft – oder ist nicht viel mehr die Einstellung dazu entscheidend? Werde ich beweglicher, weil ich alte Glückwunschkarten wegwerfe? Oder ist es eigentlich egal, wie viel Kartons voll Erinnerungen ich im Keller horte, so lange ich nur bereit bin, sie im Fall des Falles hinter mir zurück zu lassen? 

So richtig abschließend habe ich das Thema für mich noch nicht beantworten können. In diesem Sinne …

PS: Sie kann nichts dafür, aber ich fände es falsch, sie nicht zu nennen, schließlich hat mich Jenny von heyjennypenny mit ihrem “ausgemistet.“-Eintrag dazu gebracht, mich mal wieder mit diesen Fragen zu beschäftigen. 

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