Meerblick

2014-11-13-Meer

Ist schon ein paar Tage her, aber ans Meer denkt man doch eigentlich immer gern zurück. Aufgenommen wurde das Bild von I. in Side an der türkischen Küste.

In diesem Sinne, frohes Fernweh und so!

Herbstseebilderzeit

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Es ist noch nicht so lange her, dass I. und ich Schwierigkeiten hatten, einen Platz im Schatten zu finden. Jetzt ist es einsam geworden am Badesee in Wiley in Neu-Ulm. Nur ein paar Gänse gucken uns böse an, während wir mit unseren Kameras im Anschlag über das feuchte Gras in Richtung Ufer stapfen.

Natürlich: Nach dem Sommer kommt der Herbst. Mit 35 Jahren sollte ich das wissen. Dennoch habe ich manchmal das Gefühl, dass mich das Verstreichen der Zeit mit jedem zusätzlichen Lebensjahr ein bisschen mehr in Erstaunen versetzt.

Kennt Ihr das, wenn man morgens zu früh aufwacht und nicht mehr einschlafen kann? Anfangs freut man sich, wenn man auf die Uhr schaut und weiß, dass man noch zwei, drei oder mehr Stunden hat, bevor der Wecker klingelt. Irgendwann allerdings beginnt die Zeit gegen einen zu laufen. Aus drei Stunden werden erst zwei, dann eineinhalb und irgendwann weniger als eine halbe Stunde, während man sich müde hin und her wälzt. Egal was man tut, die Zeit verrinnt unaufhaltsam. Dabei wünscht man sich in solchen Momenten nichts mehr, als das Ticken der Uhr ein bisschen zu verlangsamen, zumindest so lange, bis man endlich wieder eingeschlafen ist.

Dann wieder gibt es diese Momente, wo die Zeit eigentlich gar nicht schnell genug vergehen kann. Wenn man auf etwas wartet – oder etwas endlich hinter sich bringen will. Wenn man immer wieder auf die Uhr guckt, die Minuten aber einfach nicht verrinnen wollen.

Im Soziologie-Teil meines Studiums habe ich gelernt, dass man Menschen nicht nach Zeiträumen fragen sollte. Sinnvoller ist es, emotional besetzte Orientierungspunkte zu nutzen. Statt in einem Fragebogen zu erheben, ob man innerhalb der vergangenen zwölf Monate einen neuen Fernseher gekauft hat, soll man lieber fragen, ob man seit dem letzten Weihnachtsfest ein neues Fernsehgerät angeschafft habe. Die Anschaffung eines neuen TV-Geräts könnte den Befragten schließlich so sehr emotional bewegt haben und bis heute bewegen, dass er sicher ist, diese tolle Erfahrung im laufenden Jahr gemacht zu haben, selbst wenn sie schon über eineinhalb Jahre her ist. In Relation zu einem anderen markanten Ereignis gesetzt fällt die zeitliche Einordnung im Allgemeinen leichter.

Was den zeitlichen Ablauf angeht, tue ich mich gerade wahnsinnig schwer, die Orientierungspunkte des aktuellen Jahres zeitlich einzusortieren. Gefühlt sind I. und ich gerade erst über die völlig überfüllte Liegewiese gelaufen. Wir waren gerade erst in München und haben uns gefreut, im Februar schon im Biergarten sitzen zu können. Und wann habe ich eigentlich meinen einwöchigen Roadtrip durch Deutschland unternommen?

Es wird wohl wirklich langsam Zeit für Weihnachten … in diesem Sinne!

Kefirbier

2014-11-03-Kefirbier

Ein Kissenbezug soll helfen. Darin eingewickelt könne ich meinen Rucksack problemlos in die Waschmaschine packen. Das würde schnell und unkompliziert jeden Geruch beseitigen, ohne den Rucksack zu beschädigen. So jedenfalls der Rat, auf den sich mein Spanischkurs am Ende einigen konnte, nachdem ich hier von meinem Missgeschick erzählt und sogleich überwältigende Anteilnahme geerntet hatte.

Ich bin mir trotzdem nicht so sicher. Kann man einen Rucksack einfach so in die Waschmaschine packen? Vielleicht sollte ich doch einfach wieder Bier benutzen?

Aber von vorne: Ich war einkaufen. Brot, Orangensaft, etwas Aufschnitt – und Kefir. Dummerweise habe ich eben diese Dinge auch in genau dieser Reihenfolge in meinen Rucksack gepackt. Als ich den Zuhause wieder aufgemacht habe, hatte die Kefir-Packung ein Loch und der Rest des Rucksackinhalts inklusive dem Rucksack selbst ein intensives Buttermilcharoma. Das kommt davon, wenn man beim Einpacken nicht auf die scharfen Wurstverpackungskanten achtet …

Der große Vorteil dieses Missgeschicks: Der verschüttete Kefir überdeckte ganz wunderbar den Biergeruch, den der Rucksack seit einiger Zeit bei gutem Wetter verströmte, nachdem ich damit einmal ein paar wohl nicht ganz saubere Bier-Pfandflaschen transportiert habe. Der Nachteil: Ich bin nicht sicher, ob vergorene Milch auf Dauer wirklich die bessere Lösung ist.

In diesem Sinne, Fragen über Fragen …

Ge-Oktobert

2014-11-02-Neu-Ulm-Badesee

Es ist November – wer hat Lust auf Biergarten?*

Inzwischen ist es zwar um kurz vor sechs Uhr abends schon stockdunkel, den Temperaturen nach kann man dann aber durchaus noch im Biergarten sitzen. Zum Beispiel, um den Monat Oktober Revue passieren zu lassen. Natürlich in “G.”.

  • Gereist: Keine Frage, der Oktober gewinnt. An keinem anderen Monat in diesem Jahr war ich öfter unterwegs. Gleich an zwei Wochenenden waren I. und ich in München (Hotel) bzw. in Erding (Therme). Beide Male ein klares Daumen hoch! Und als wenn das nicht genug wäre, reichte auch noch unser Sommerurlaub in den nicht nur sprichwörtlich goldenen Oktober rein.
  • Gelandet: Am Flughafen München, Anfang Oktober. Mache ich nie wieder, wenn ich danach noch nachts mit der Bahn zurück nach Karlsruhe fahren muss – Oktoberfest lässt grüßen.
  • Gebucht: London, für ein verlängertes Wochenende. Wurde auch langsam mal wieder Zeit. Komisch, dass ich eigentlich immer im November oder Dezember in die britische Hauptstadt fliehe.
  • Gekauft: Stimmt eigentlich nicht. Freundin und Eltern haben zusammengeworfen. Ich habe mich dann nur noch mit Betrag x beteiligt. Nun bin ich jedenfalls stolzer Besitzer eines iPad Air. Passt zum Macbook Pro, nicht aber zum privaten Android-Handy. Ein Leben zwischen den Welten.
  • Gelesen: Ken Follett, Kinder der Freiheit. Der dritte Teil der Jahrhundert-Trilogie. Herrlich dickes Buch und großartige Urlaubslektüre. Schade nur, dass ich Teil eins und zwei schon fast wieder vergessen habe. Das Buch kann zwar auch für sich stehen, wegen der ganzen Querverweise macht es aber noch mehr Spaß, wenn man die ersten beiden Teile ebenfalls gelesen hat.
  • Gegessen: Pommes, rot-weiß. Ich weiß nicht, wie lange ich das nicht mehr hatte. Ich bin ja auch nicht so der Pommes-Fan. Gestern in der Therme musste das aber einfach sein. Ich bin eben doch ein Ruhrgebietskind, indirekt, jedenfalls. Denn – und darauf lege ich großen Wert – liegt Wuppertal (meine Heimatstadt) gar nicht und keineswegs im Ruhrgebiet, sondern im Bergischen Land. Das Ruhrgebiet ist nur in der Nähe. Aber das nur am Rande.
  • Geburtstag: Ist 35 Jahre eigentlich schon alt – oder noch jung? Ich hatte im Oktober Geburtstag, eine Antwort auf diese Frage habe ich aber dennoch nicht gefunden.

In diesem Sinne, gegrüßt seist Du, lieber November!

PS: Mehr in G.? Kein Problem – das gibt es hier, hierhierhierhier oder auch hier.
PPS: * Das Foto zeigt übrigens den Badesee in Wiley in Neu-Ulm heute Nachmittag.

Strandschönheit

2014-10-28-Strandschönheit

Strand wäre jetzt in der Tat schön. Blödes Fernweh. In diesem Sinne …

Nackte Biertrinker

Ganz viele nackte Menschen, die biertrinkend im Wasser stehen und drei halbnackte Tänzerinnen in Hawaii-Kleidchen bestaunen, während draußen die Sonne untergeht.

Das würde ich schreiben, wenn ich das vergangene Wochenende in nur einem Satz beschreiben müsste. Und vermutlich würde ich auch dabei bleiben, wenn ich mehr als einen Satz zur Verfügung hätte.

Von Freitag bis Sonntag waren I. und ich in München und in Erding, wo wir meinen Geburtstag gefeiert haben. Die oben beschriebene Szene fand am Samstagabend in der Therme Erding statt, die ich an dieser Stelle ausdrücklich empfehlen möchte. Auch, aber natürlich nicht nur wegen der in den Pool integrierten Bars und dem Showprogramm (=Hawaiitänzerinnen), sondern auch wegen den über 20 verschiedenen Rutschen und etwa genau so vielen unterschiedlichen Saunen. Kurz gesagt: Wir hatten ein wirklich schönes Wochenende.

In diesem Sinne, bloß nicht den Sonnenuntergang vergessen!

Romantisch! Jetzt!

2014-10-13-Gewitter

“Romantisch! Jetzt!”, sagte der Kellner, als das Licht das erste Mal ausging. Draußen trommelte der Regen gegen die Scheibe.

Als das Unwetter kam, saßen wir gerade beim Essen im türkischen Hotelrestaurant. Der Stromausfall dauerte nur ein paar Sekunden, aber er reichte, um im Flur vor dem Lokal für Panik zu sorgen. Wie viele andere Gäste auch hatte ich das Abendessen kurz unterbrochen, um in unserem Zimmer nach dem Rechten zu schauen. “Haben wir die Balkontür weit genug geschlossen? Was ist mit den Handtüchern, die noch draußen zum Trocknen hängen?”, waren die Überlegungen, die mich in Richtung Fahrstuhl trieben. “Werden wir den morgigen Tag überleben”, schienen die meisten anderen Gäste sich zu fragen.

“Haltet Euch bloß gut fest! Es kann jederzeit wieder losgehen!”, wiederholte ein Familienvater mit panischer Stimme, während seine drei Kinder und seine Frau sich am Geländer entlang die Treppe neben dem Aufzug nach unten tasteten. Ein anderer Mann hielt sich nicht mit solchen Kleinigkeiten auf: Er hatte seinen vielleicht dreijährigen Sohn kurzerhand unter den Arm genommen und trug ihn wie eine Umhängetasche ohne Gurt in Richtung Treppenhaus.

Im ersten Stock hielt der Fahrstuhl das erste Mal. Die Tür öffnete sich, und eine junge Frau mit blonden Haaren sah erst mich, dann das Ziffernfeld an, bevor sie hastig den Knopf für die dritte Etage drückte. “Wenn wir steckenbleiben, bleiben wir zu zweit stecken”, erklärte sie dann bestimmt und mit ernstem Blick. Anschließend streckte sie mir ihre Hand hin, “ich bin Silke.”

Drei Etagen weiter und ganz ohne stecken zu bleiben verließ ich den Fahrstuhl, bloß um fast wieder in die Kabine zurückgeworfen zu werden. “Muss! Ins! Zimmer!”, rief der Mann, der mich beinahe gerammt hatte. Und: “Handtücher! Balkon!” Dann verschwand er hinter einer der vielen Türen der vierten Etage.

Auch ich öffnete unsere Zimmertür. Die Balkontür stand nur einen Spalt breit auf. Schnell sammelte ich die Handtücher auf dem Trockengestell ein, rettete ein paar Turnschuhe vor etwaigen Regenspritzern und kehrte anschließend zu I. ins Restaurant zurück. “Romantisch! Jetzt!”, hatte der Kellner schließlich befohlen.

In diesem Sinne, bloß nicht steckenbleiben!

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