Baywatch

2016-08-28-Santa-Cruz-USA-California

Baywatch, allerdings nicht Malibu, sondern Santa Cruz, also einen Ort eine ganze Ecke weiter nördlich. Morgen ist es ein Jahr her, dass I. und ich nach Kalifornien geflogen sind. Eine gute Gelegenheit, einmal in alten Bildern zu stöbern. Dieses hier hatte es bisher noch nicht ins Internet geschafft.

Ich erinnere mich, wie wir in unserem Hotel unweit des Strandes die ganze Nacht über laute Geräusche gehört und uns gewundert hatten, wie sehr der Lärm an Seehunde erinnerte. Erst am nächsten Morgen stellten wir fest: es waren Seehunde! Zig davon lagen am Pier und genossen die langsam durch den Nebel brechende Sonne.

Ein anderes interessantes Detail am (untern Bild-)Rande: meine Krücken. In den ersten eineinhalb Wochen der Reise hatten die stets dabei sein müssen. Kaum zu glauben, dass das nun auch schon wieder ein Jahr her ist.

In diesem Sinne, einen schönen Sommer Euch allen!

PS: Mehr Beiträge zu der USA-Reise und mehr Bilder gibt es übrigens hier!

Free Ride!

2016-08-26-Free-Ride

Aufgenommen in Panguitch in Utah, USA – einem unserer Lieblingsorte auf unserem Roadtrip im vergangenen Jahr.

In diesem Sinne – yeah! Free Ride!!!

Sommerfoto

2016-08-23-Karlsruhe-Günther-Klotz-Anlage

Die Günther-Klotz-Anlage in Karlsruhe im Sommer, kurz nach „Das Fest“. In diesem Sinne, schöne Ferien!

Beziehungsreise

2016-08-21-Wiley

Gefühlt ist er immer da. Zumindest wenn man gewohnt ist, beim Verkehrsfunk besonders genau hinzuhören. Trotzdem gilt: Keiner mag den Stau auf der A8. Ich habe nie ausgerechnet, wie viele Stunden ich in den vergangenen dreieinhalb Jahren zwischen Karlsruhe und Ulm und zwischen Ulm und Karlsruhe im Stau gestanden habe. Es müssen aber eine Menge Stunden gewesen sein.

Trotzdem frage ich mich manchmal, wie ich später an diese Zeit zurückdenken werde. Der Nachteil jeder Fernbeziehung ist der Sonntag. Der Vorteil ist der Freitag. Sonntags wacht man schon mit dem Gefühl auf, irgendwann später Abschied nehmen zu müssen. Freitags dominiert die Vorfreude. Weil ich der mit dem Dienstwagen bin, war der Freitag für mich vor allem eines: Reisetag. Am Nachmittag raus aus dem Büro, ab nach Hause, die schon am Vorabend gepackte Tasche greifen, schnell noch Blumen kaufen – I. mag Blumen! – und ab auf die Autobahn.

Wenn man fast jedes Wochenende in der anderen Stadt ist, ist diese andere Stadt irgendwann auch so etwas wie ein Zuhause. Man entwickelte Routinen, gewöhnt sich an alles mögliche – und wenn es nur der Weg zum Supermarkt ist. Auf die Frage, „was machen wir heute Abend?“ gibt es diverse Standard-Antworten, und im Café nebenan wird man sogar namentlich begrüßt.

So nervig die Stunden auf der Autobahn jedes Wochenende waren, so eindeutig trennten sie das Wochenende vom gewöhnlichen Alltag. Der räumliche Abstand half, auch sonst Abstand zu empfinden.

Endlich Wochenende – endlich Neu-Ulm. Dass beides, Alltag und Wochenende, künftig am selben Ort stattfinden, mag für andere Menschen die Norm sein. Ich muss mich da erst wieder dran gewöhnen. Das Pendeln aufzugeben heißt auch, einen von zwei Zuhause-Orten aufzugeben – und zwar ausgerechnet den, der vordergründig für Freiheit, Freizeit und Wochenende steht.

Trotzdem freue ich mich darauf. Denn auch wenn ich nie ausgerechnet habe, wie viele Stunden ich in den vergangenen Jahren im Stau verschwendet habe, so ist doch sicher, dass ich künftig deutlich mehr Zeit für angenehmere Unternehmungen zur Verfügung haben werde. Und Verkehrsfunk werde ich künftig auch seltener hören.

In diesem Sinne, Stau auf der A8 –  na und?!

PS: Das Foto zeigt meine Wochenendheimat, Wiley in Neu-Ulm.

Digitalfotoschere

2016-08-17-Fotoalben

Angefangen hat alles 2006. In diesem Jahr habe ich begonnen, digital zu fotografieren. Alles davor ist analog und lagert im Keller meiner Eltern in der Stadt, in der ich aufgewachsen bin. Sprich: ist mir in einem nostalgischen Moment nach alten Fotos, muss ich dafür 340 Kilometer weit fahren.

Eigentlich ziemlich komisch, wenn man länger darüber nachdenkt. Ich bin ein Freund von regelmäßigen Datensicherungen. Kaufe ich einen neuen Computer, kommen die alten Daten mit. Das ist schon seit Jahr(zehnten) so. Auf meinem aktuellen Laptop finden sich möchtegern-schriftstellerische Ergüsse aus den 1990er-Jahren und Geburtstagszeitungen, die ich weit vor der Jahrtausendwende gestaltet habe. Letztere kann ich inzwischen nicht einmal mehr öffnen, da mir die dazugehörigen Programme fehlen. Klicke ich mich durch alte Ordner auf meinem Laptop, kommt es mir vor, als wäre mein halbes Leben hier gespeichert. Mein halbes Leben, eben bis auf die alten Fotos. Die fehlen.

Wobei selbst die Fotoalben in 340 Kilometern Entfernung oft nur dürftig bestückt sind. Wann hatte man schon eine Kamera dabei? Beim Bier mit Freunden plötzlich einen Fotoapparat – so hieß das damals – zu zücken, hätte die Leute irritiert. Kameras waren eigentlich nur bei besonderen Momenten dabei: Geburtstage, Einweihungsparties, im Urlaub, vielleicht noch, wenn das Gerät neu war und eingeweiht werden wollte.

Manchmal frage ich mich, ob das ein Teenager von heute überhaupt nachvollziehen kann. Wer heute 14 oder 15 ist, hat Deutschland niemals geteilt erlebt – und er kann sich vermutlich nicht vorstellen, wie es ist, wenn  Urlaubsfotos erst entwickelt werden müssen, bevor man sie sich angucken kann.

Kein Wunder. Heute gilt: Keine Party, auf der nicht mindestens die Hälfte der Gäste Handybilder macht und diese anschließend bei Facebook, Twitter oder Instagram postet oder sie gleich live, als Video, via Snapchat, in die Welt sendet. Wie soll man diesen Leuten erklären, dass es früher durchaus üblich war, nach einer Klassenfahrt Fotobücher zusammen mit Bestelllisten rumzureichen, wo man eintragen konnte, von welchen Aufnahmen man gerne einen Abzug hätte?

So gesehen ist mein Leben zweigeteilt: die ersten ca. 27 Jahre sind zwar schon in Farbe, aber nur ansatzweise fotografisch festgehalten, die restliche Zeit dagegen überaus intensiv medial dokumentiert, in der Cloud verfüg- und somit jederzeit abrufbar, eine hinreichend schnelle Internetverbindung einmal vorausgesetzt.

In diesem Sinne, ab wann sind Eure Fotos eigentlich digital?

Libelle(n)

2016-08-07-Libelle-Senden

2016-08-08-Libelle

Aufgenommen über dem Badesee in Senden bei Ulm. In diesem Sinne, guten Flug!

Schnellste Route

2016-08-01-Superstau

Ich kenne Staus. Ich würde sogar so weit gehen, zu behaupten, ich kenne sie alle. Seit rund drei Jahren pendle ich regelmäßig zwischen Karlsruhe und Neu-Ulm. Wären da nicht all die anderen Autos, ich würde mir inzwischen zutrauen, die A8 blind zu fahren.

Allerdings sind da andere Autos – und nicht selten viel zu viele davon. So auch dieses Wochenende, das im Radio als das „staureichste Wochenende des Jahres“ angepriesen wurde. Um so überraschter war ich, als ich auf dem Hinweg am Freitagabend praktisch staufrei bis Ulm-West durchfahren konnte.

Ganz anders am Sonntagnachmittag. Dass es vor der Baustelle zwischen Ulm-West und Merklingen gerne mal stockt, weiß ich inzwischen. Auch, dass dieser Stauherd vom Verkehrsfunk konsequent ignoriert wird. Ich habe mich sogar daran gewöhnt, dass mein Navi Verkehrsstörungen eigentlich immer erst dann meldet, wenn man schon drinsteht. Am liebsten, wenn man gerade die letzte Umfahrungs-Ausfahrt hinter sich gelassen hat.

Das hier war allerdings neu. 289 Minuten längere Fahrzeit, auf einer Strecke, die man theoretisch in 90 Minuten schaffen kann. Das war Rekord! Dazu die sonore Stimme des Navi: „Sie fahren immer noch auf der schnellsten Route.“ Wollte das Gerät etwa einen Witz machen? Mehr noch: im Minutentakt erschien und verschwand die Staumeldung, mal waren es zehn Minuten länger, dann wieder elf weniger, auf die ich mich gefasst machen sollte. Natürlich immer verbunden mit dem Hinweis: „Sie fahren immer noch auf der schnellsten Route.“

Zwei Dinge haben mich am Ende gerettet:

  1. Das Wissen, dass es mit der Pendelei ja bald ein Ende hat.
  2. Dass aus 289 Minuten am Ende nur knapp 90 wurden.

In diesem Sinne, Sie lesen immer noch auf der schnellsten Route!