Gedankenwelten

Wordbird (Wunschdenken)

Manchmal wäre ich gerne Wordbird. Ich beneide Sie um Ihre Anonymität. Als ich angefangen habe, dieses Blog zu führen, habe ich mich bewusst entschieden, dies unter vollem Namen zu tun. Zu dem, was ich schreibe, stehe ich.

Der Nachteil des Ganzen ist, dass ich mir schon überlegen muss, was ich hier öffentlich mache und was nicht. Ich finde das schwierig. Schreiben ist für mich wie atmen. Ohne kann ich nicht leben. Es hilft mir, meine Gedanken zu strukturieren. Wenn ich aufschreibe, was ich denke, bremst das die Nervenimpulse in meinem Kopf auf eine Geschwindkeit, bei der ich mitlesen kann.

Ich schreibe öffentlich, in Webforen und Artikeln, und privat in Briefen und Emails oder nur für mich. Manche Dinge würde ich gerne öffentlich schreiben, ohne gleich öffentlich zu sein, andere kann von mir aus die ganze Welt erfahren. Weil ich nie genau weiß, wer liest, was ich hier schreibe, muss ich mich manchmal bremsen. Das ärgert mich dann.

Wordbird braucht sich nicht zu bremsen. Kaum jemand weiß, wer hinter diesem Pseudonym steckt. Diese Vorstellung hat was. Andererseits hoffe ich, dass meine Gedanken eine andere Bedeutung bekommen, wenn man mich kennt. (Obwohl ich mir schon wünsche, dass sie auch unabhängig von meiner Person gelesen werden.)

Wordbird will „radikal-ehrlich“, „entblößend“ schreiben, so die Ankündigung im ersten Eintrag „Aus dem Kellerloch“. Ehrlich bin ich auch. Nur verkneife ich mir eben das eine oder andere Thema oder ignoriere bestimmte Aspekte. Dabei würde es mich doch durchaus interessieren was Du, werter Leser, darüber denkst. Wie gesagt, manchmal beneide ich Wordbird.

In diesem Sinne, einen schönen Gruß!

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

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