Desillussionierend Tresenweisheiten

Sternengucker

Wer mich sieht, hält mich wahrscheinlich für verrückt. Ich kann das verstehen, ich sehe auch komisch dabei aus. Ich gucke gern in den Himmel und in die Sterne. Nicht mit Sinn und Verstand, wie es ein Astronom tut, sondern vielmehr sinnlos und ganz bewusst ohne Verstand. Ich finde das entspannend.

Das schöne am menschlichen Gehirn ist nämlich, dass es unmöglich nichts tun kann. Gibt man ihm keine konkrete Aufgabe, fängt es irgendwann an, wahllos vor sich hin zu denken. Der Blick in die Sterne wird also zu einer Art Achterbahnfahrt durch den eigenen Kopf. Gedanken, auf die man selbst nie gekommen wäre, tauchen plötzlich vor dem inneren Auge auf. Wie im wirklichen Leben, oder?

Natürlich sind wir der Meinung, dass wir bestimmen, wo es lang geht. Das ist sicher auch nicht ganz falsch. Trotzdem kommt es meistens doch anders – zumindest als wir denken.

In diesem Sinne, Grüß mir die Sonne!

Autor

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

Kommentar verfassen