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Sprachbarriere

Französisch spricht in Frankreich niemand. Zumindest nicht, wenn ich versuche die einzigen vier französischen Worte anzubringen, die ich kann: “Guten Tag”, “Zwei”, “Wein” und/oder “Bier”. Kann meine Aussprache wirklich so schlecht sein, dass ein echter Franzose nicht mal erahnen kann, was ich will?

Vergangenes Wochenende waren I. und ich in Paris. Ab Karlsruhe gerade mal dreieinhalb Stunden mit dem TGV. Und es ginge sogar noch schneller, wenn der Zug nicht jedes Mal eine halbe Stunde in Straßburg stehen würde. Zeit, um sich über dies und das zu unterhalten und sich gegenseitig schlaue Ratschläge zu geben. Unfreiwillig spielten dann allerdings auch hier Sprachbarrieren eine Rolle.

“Solche Leute müsste man viel öfter in den Schrank stellen”, sagte I. irgendwann und guckte mich irritiert an, nachdem sie mein Grinsen bemerkt hatte. “In den Schrank stellen?”, wiederholte ich. “Ja!”, bekräftigte I., die zwar fließend Deutsch spricht, deren Muttersprache aber eigentlich Russisch ist. “Was ist falsch daran?”

An sich eine gute Frage. Gemeint hatte I. zwar eigentlich “in die Schranken weisen”. Bei manchen Leuten dürfte “in den Schrank stellen” aber deutlich wirksamer sein.

In diesem Sinne, bitte folgen Sie mir unauffällig in Richtung Schrank!

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

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