Gedankenwelten Zeitreisen

Schlecht geplant

Der Plan war einfach: Heiraten mit 25, Kinder mit 30. Viel weiter habe ich damals, mit zwölf oder 13 Jahren nicht gedacht. Morgen in einem Monat werde ich 29 und bin weder verheiratet noch habe ich Kinder (zumindest keine, von denen ich wüsste). Habe ich etwas falsch gemacht?

Ich gebe zu, als ich mir diese Gedanken damals gemacht habe, war ich irgendwie der Meinung, das alles würde eben einfach passieren. Genauer habe ich da gar nicht drüber nachgedacht. So weit ich mich erinnern kann, kam mir auch gar nicht in den Sinn, dass ich überhaupt Einfluss darauf nehmen könnte.

Heute sehe ich das freilich anders. Einerseits gibt es genügend Leute in meinem Umfeld, die meinem Plan folgen (zumindest was das Heiraten angeht, mit den Kindern halten sich die meisten noch zurück). Andererseits gibt es aber auch diejenigen, die es eben nicht tun und mir auf diese Art zeigen, dass man unter Umständen auch alleine alt (oder zumindest älter) werden kann.

Wo zwischen diesen beiden Polen werde ich stehen? Oder anders gefragt: wo möchte ich stehen? Ich habe so viele andere Pläne, die eigentlich nicht wirklich zu einem geregelten Familienleben passen – und meine übrigen Pläne habe ich bisher normalerweise auch verwirklicht. 

Andererseits gefällt mir der Gedanke, selber eine Familie zu gründen, sesshaft zu werden und Kinder zu haben – wie eben vor Ewigkeiten schon geplant. Nur: wenn ich das bisher nicht geschafft habe, vielleicht kann ich es gar nicht, selbst wenn ich will?

Zu viele Fragezeichen, wenn Ihr mich fragt. Vielleicht ist es aber auch einfach Zeit, einfach ganz neue Pläne zu machen.

In diesem Sinne, Vorschläge dazu sind herzlich willkommen!

Autor

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

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