Gedankenwelten

Loch im Kopf

2008-12-21-lochEinfach weg. Als hätte jemand ein Loch in meinen Kopf gebohrt, den Namen gepackt und dann mitgenommen. Übrig blieb das Loch.

Gestern musste ich plötzlich wieder an sie denken. Eine Kollegin, nicht mal eine, mit der ich viel zu tun gehabt hatte, aber eine, die ich immer sympathisch gefunden hatte. Trotzdem hatte ich nicht einmal gemerkt, dass ich sie völlig vergessen hatte. Ich hatte das Loch im Kopf schlicht übersehen.

Sowas passiert mir immer wieder. Es ist wohl auch normal. Würde man alle Menschen, die man im Laufe eines Lebens kennenlernt, im Kopf behalten, würde der Kopf wahrscheinlich irgendwann platzen. 

Trotzdem frage ich mich, wer sich da wohl noch so alles still und heimlich aus meinem Kopf gestohlen hat – und in wie vielen Köpfen ich selbst schon ein heimliches Loch hinterlassen habe. 

In diesem Sinne, hin und wieder mal das Haupt abtasten!

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

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