Gedankenwelten Kopfkonzert

Kopfkonzert

Plötzlich ist sie da. Vielleicht, weil ich gerade ein paar Dinge mit mir rumschleppe, die ich lieber hinter mir lassen würde. Sie kommt vor allem dann, wenn ich versuche, mal nicht nachzudenken. Manchmal auch mitten in der Nacht. Als hätte mir jemand heimlich Kopfhörer in den Kopf geschraubt, drängt sich die Musik dann in mein Hirn und lässt sich auch nicht wieder ausschalten.

Besonders aufdringlich sind Airborne Toxic Event. Ich mache der Band da keinen Vorwurf – „Happiness is overrated“ gehört zu meinen All-time-Favorite-Songs. Das Lied stört allerdings, wenn ich versuche zu schlafen oder wieder einzuschlafen – auch wenn ich dieses Bild von den Fliesen, die von der Decke regnen, ganz wunderbar finde. Passend eigentlich, dass Sänger Mikel Jollett irgendwann später von Worten singt, die sich im Kopf festsetzen.

Schlimm ist auch Chris Cornell mit „You know my name„. Seit ich das Lied als Laufband-Begleitung im Fitnessstudio (wieder-)entdeckt habe, verfolgt es mich. Beim Putzen meiner Wohnung, auf dem Weg zur Arbeit und manchmal sogar bis unter die Dusche (nein, ich singe nicht laut mit – das tue ich nur beim Autofahren).

Und dann wären da natürlich noch die Dire Straits mit dem großartigem „Telegraph Road“ – meiner zuverlässigen Busbegleitung im vergangenen Sommer in Südspanien – und natürlich The Killers mit „Read my Mind„. Allein das erstgenannte Lied ist über 14 Minuten lang – harter Tobak, wenn man nachts davon wach wird und das mit dem Denken doch eigentlich lieber ganz weglassen würde. Dumm, dass der Kopf-iPod nicht so einfach per Fingerzeig zu bedienen ist wie sein Äquivalent von Apple. Aber vielleicht kommt das ja noch.

In diesem Sinne, keep on rockin‘! So oder so …

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

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