Gedankenwelten

Klassentreffen

Drei haben geheiratet, zwei haben sogar Kinder und am Ende des Abends war das Bier alle – die Bilanz des Stufentreffens liest sich ernüchternd. Dabei sollte man doch meinen, dass sich in achteinhalb Jahren mehr verändert hätte.

Hat es aber nicht.
Die Männer haben dickere Bäuche und zum Teil auch weniger Haare, die Frauen meist andere Frisuren, doch schon nach kurzer Zeit ist klar: eigentlich alles wie früher.

Zugegeben, es ist schon faszinierend, wohin es den einen oder anderen verschlagen hat. Auch dass ausgerechnet der schüchterne J. jetzt stolz einen goldenen Ring am Finger trägt oder dass gerade A. nun einen dicken Bauch (achter Monat) vor sich her schiebt ist interessant, letztlich kommt es aber wohl nicht nur mir so vor, als wären keine acht Jahre sondern eigentlich nur acht Tage vergangen.

Erwartungsgemäß bleibt “Und was machst Du jetzt” die meistgestellte Frage des Abends. Es dauert allerdings nicht lange, bis sich die alten Gruppen (wieder) gefunden haben. Schwatzend steht man zusammen wie man auch vor acht Jahren schon zusammen gestanden hat. Geändert haben sich die Themen, nicht die Menschen. Vermutlich ist das gut so.

In diesem Sinne, bis bald – oder später!

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

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