Gedankenwelten

Huhn-Ei-Huhn

Diese Frage ist schwierig. Sie wäre vielleicht was für meine philosophische SMS-Freundin, ich allein werde sie jedenfalls nicht befriedigend beantworten können. Trotzdem beschäftigt sie mich:

Sind es unsere Handlungen, die unser Sein bestimmen – oder bestimmt unser Sein erst unsere Handlungen?
Im Grunde genommen wohl eine Huhn-Ei-Frage.

Dennoch lebt jeder Katastrophenfilm davon, dass eine Person über ihr eigenes Ich hinaus wächst. Entgegen aller Vernunft und wider jeden Eigeninteresses entscheidet Mr. oder Mrs. X sich, das eigene Glück (Leben, Wohlbefinden) zu opfern, um dafür die Gruppe zu retten. Verpackt in die entsprechende Story und mit der passenden Musik hinterlegt lässt das Frauenherzen schmelzen und Männerkörper unruhig in den Kinosesseln hin und her rutschen.

Doch: Wann wird der Held zum Held?
Werden wir als Helden geboren? Warten wir, wissend oder unwissend, im Endeffekt nur auf den passenden Moment, um unseren Heroismus zu extrovertieren?
Oder sind wir eigentlich Feiglinge, allesamt, die dann und wann die Chance bekommen, auszubrechen und qua unseren Handelns über uns selbst hinaus zu wachsen?

Man könnte es auch anders, allgemeiner formulieren:
Konstituierert sich unser Ich erst aus unseren Handlungen, oder handeln wir nur so, wie unser Ich es eben vorsieht.

Ich weiß keine Antwort – Ihr?
In diesem Sinne, frohes Grübeln!

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

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