Gedankenwelten Presseschau

Homer Simpson

Vor zwei oder drei Jahren gab es in den USA eine Umfrage mit einem seltsamen Ergebnis: ein nicht geringer Prozentsatz der befragten Amerikaner gab an, am liebsten sein zu wollen wie Homer Simpson.

Das ist gleich in mehrerer Hinsicht überraschend: zum einen ist Homer Simpson kein Mensch, sondern eine Zeichentrickfigur. Zum anderen zeichnet er sich weder durch besondere Intelligenz, noch durch besonders gutes Aussehen oder sonstige vermeintlich erstrebenswerte Eigenschaften aus. Im Gegenteil: Homer Simpson hat genau drei Haare auf dem Kopf, ist übergewichtig, faul und nicht besonders schlau.

Dass sein Leben offenbar trotzdem so erstrebenswert ist, liegt wohl vor allem daran, dass er so leicht zufrieden zu stellen ist. Es braucht nicht viel, um Homer glücklich zu machen: einen Doughnut, ein kaltes Bier – seine Ansprüche sind nicht besonders hoch. Auch wird sein Glück nicht durch großes Grübeln geschmälert. Er nimmt, was er bekommt und macht sich nicht großartig Gedanken über den Rest.

Beneidenswert – oder?
Mal angenommen, die sprichwörtliche gute Fee käme vorbei und böte einem an, seinen IQ mal eben auf die Hälfte zu reduzieren. Damit einhergehend das Versprechen, danach zwar um einiges dümmer, aber eben auch um einiges zufriedener und glücklicher zu sein. Würde man für mehr Zufriedenheit auf Intelligenz verzichten wollen?

Homer Simpson hätte eine klare Antwort. In Folge 257 wird festgestellt, dass Homer einen Buntstift im Gehirn stecken hat (als Kind hatte er sich immer Buntstifte in die Nase geschoben). Der Stift wird entfernt und Homer um einiges klüger – allerdings auch unglücklicher. Am endet bittet er den Kneipenbesitzer Moe, den Stift wieder zurück zu stecken.

In diesem Sinne, immer vorsichtig beim Malen nach Zahlen!

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

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  1. Und damit endlich die Antwort auf die Frage nach der Lösung aus den Blogs „Fehlinvestition“, „Arschloch-Bonus“ und die Serie „Sex im Flugzeug“.

    Wieso? Ein Buntstift reicht:
    – Bei einer Fehlinvestition zieh ich mir ein Bier, vergesse das verlorene, wähle neu und werde reich.
    – In einer Beziehung ist es mit fehlendem Intellekt einfacher, die notwendige Empathie zu vernachlässigen, dadurch ist es leichter, Arschloch zu sein und ich krieg alle Frauen. Bis hier bin ich also schon reich und sexy.
    – Durch einen Mangel an Kreativität googel ich nach einschlägigen Begriffen, vielleicht gepaart mit Flugzeugen.

    … und lande in Felix‘ Welt. Dummerweise mit ausreichend Intelligenz, um lesen zu können. Und nach dem Blog von heute entferne ich meinen Buntstift im Kopf, verdoppel meinen Intellekt und stehe da wie am Anfang: Pleite, feinfühlig, Single.

    Ich geh dann mal malen…

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