Desillussionierend Gedankenwelten

Hollywood (verdorben)

Hollywood hat uns verdorben. Das heißt, vor allem hat es unsere Beziehungen verdorben. Weil praktisch jede (romantische) Hollywood-Komödie nach dem gleichen Muster abläuft,  denken wir, dass so auch das Leben funktioniert: Problem entsteht, Problem wird gelöst, dann der große Rückschlag und am Ende ein dramatisches Rennen gegen die Uhr, das (möglichst auf einer großen Bühne, in einer Kirche oder an einem Flughafen) doch zum Happy End führt.

Natürlich gestehen wir uns das nicht ein. Wir kennen schließlich den Unterschied zwischen Film und Wirklichkeit. Behaupten wir jedenfalls. Tief in uns drinnen sitzt aber trotzdem dieser kleine Möchtegern-Drehbuchschreiber, der auf dieses Wissen (eine selbst ausgedachte Titelmelodie) pfeift.

Unglücklich verliebt? Am Ende wird das Objekt der Begierde doch noch zur Vernunft kommen. Stress im Job? Kurz vor Schluss sind es doch wir, die die Firma und nebenbei auch gleich die Welt retten. Ungerecht behandelt worden? Am (happy) Ende ist das Leben doch fair und wir stehen als die Gewinner da.

Liebe Menschen, das ist Quatsch. Ich weiß, ihr wisst das längst. Aber sagt es doch sicherheitshalber auch noch mal dem kleinen Drehbuchschreiber tief in Euch drin.

In diesem Sinne – the end.

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

2 Kommentare Neues Kommentar hinzufügen

  1. Oder wie ein Freund es formulierte auf dem Weg zum Standesamt: „Alle Frauen sind bekloppt. Such dir die, die dir am wenigsten bekloppt erscheint und heirate sie.“ Hat er dann auch gemacht…

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