Desillussionierend Gedankenwelten

Filmmusik

„Damit hätte ich sie jedenfalls nicht mehr fahren lassen!“ Stimme und Blick des Mechanikers sind ernst, während er mit der Hand eine unbestimmte Bewegung in Richtung meines Kofferraums macht. Darin liegt seit einigen Minuten der durchgerostete Rest meiner Bremsleitung. Glück gehabt hätte ich, findet er. 

Der Einbau der neuen Leitung war teuer und somit ärgerlich. Trotzdem war es natürlich gut, dass die Kontrollleuchte am Armaturenbrett noch rechtzeitig den Verlust der Bremsflüssigkeit angezeigt hatte. 

Zugegeben – und um hier nicht ins überdramatische abzugleiten – dank dem zweiten Bremskreislauf, den mittlerweile jedes Auto hat, bestand nur bedingt Gefahr. Trotzdem hat mich das Ganze daran erinnert, wie schnell sich die Dinge ändern können. Manchmal genügt ein falscher Schritt, um einen Lebensweg komplett umzukrempeln. Ein kleiner Unfall hätte möglicherweise gereicht.

Eine banale Erkenntnis, scheint es, dennoch widerspricht sie unserem Alltagsdenken. Da regiert nämlich immer noch das vermeintliche Wissen, dass große Veränderungen großer Handlungen bedürfen, am besten begleitet mit der passenden Hintergrund(film-)musik. 

In diesem Sinne, Soundtrack ab!

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.