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Altbaustadt

Hohe Decken, vielleicht sogar etwas Stuck, gefühlt (oder wirklich?) 100 Jahre alte Dielen. Alt ist chic. Das gilt nicht nur für Wohnungen, sondern sogar für ganze Städte. Eine Frage bleibt dabei allerdings stets offen: War das, was jetzt alt ist, eigentlich irgendwann auch mal neu?

Ja, zugegeben, das ist keine wirkliche Frage. Was heute alt ist, muss irgendwann auch mal jung gewesen sein. Trotzdem kann man sich das nicht immer vorstellen. Zum Beispiel Rom. “Die ewige Stadt” glänzt damit, dass man praktisch mit jedem Schritt über irgendetwas stolpert, das mindestens 2000 Jahre alt ist. Selbst gewöhnliche Wohnhäuser sehen hier vielfach aus, als wären sie seit dem letzten Besuch von Caesar nicht mehr renoviert worden.

Das macht einerseits den besonderen Reiz von Städten wie Rom (Foto) aus. Andererseits frage ich mich an solchen Orten immer wieder, wie sie wohl ausgesehen haben, als sie noch nicht alt waren. Wie war es durch das Quartier Latin in Paris zu streifen, als dieses gerade erst entstanden war? Was sah Barcelonas Ciudat Vella (Altstadt) aus, als sie noch neu war?

Das Heruntergekommene ist es, was einige Städte zu etwas Besonderem macht. Aber wie war es, als das noch gar nicht heruntergekommen war?

In diesem Sinne, wie Felix’ Welt wohl in 2000 Jahren aussieht …

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

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