Gedankenwelten

Alleskönner

Die beste Pizza der Welt kommt aus Wuppertal-Cronenberg. Ein großes Glück für mich, denn ich bin nur rund einen Kilometer davon entfernt aufgewachsen. Gar nicht auszudenken, was mir sonst entgangen wäre.

Neben Tomatenmark und Gouda wird die Pizza „Greece“ mit Schafskäse, Zwiebeln, Oliven, Peperoni und Gyros belegt. Letzteres ist wohl vor allem der Tatsache geschuldet, dass sie in einem griechischen Lokal serviert wird. Das heißt zwar wie eine Fernfahrerkneipe, ist aber in Wirklichkeit keine solche.

Ich weiß nicht mehr, wann ich das letzte Mal dort essen war. Es ist wohl schon eine Weile her. In meinem Briefkasten habe ich heute allerdings eine Karte gefunden, die mich an dem Konzept griechische Pizza zweifeln lässt: „Wok-Life – Pizza und China“.

Die Karte ist kaum größer als ein A-4-Blatt, allerdings sehr eng bedruckt. Es gibt Pizza und Pasta, chinesische Spezialitäten, mexikanisches Essen, Eis und Tiramisu, Schnitzer Wiener Art und französische Cordon Bleu, thaländische Gerichte und mexikanisches Essen. Kurz: Hier kocht offenbar jemand, der alles kann.

Ich bin da skeptisch, denn ich bin ein Freund der eindeutigen Dinge. Ich verstehe nicht, wieso man Kaffee mit Milch und Zucker kaputt macht oder warum man Bier mit Limo oder Wein mit Wasser mischen sollte. Selbst an mein Steak kommen normalerweise nur Salz, Knoblauch und vielleicht etwas Rotwein. Ich mag es am liebsten klassisch, nicht gemischt. Das gilt fast immer. Naja, außer bei der Pizza aus Wuppertal-Cronenberg.

In diesem Sinne, vielleicht geht es ja gar nicht nur ums Essen?

Autor

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

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