Karriere

Aber nicht zuhören!

Was geht in diesen Leuten vor? Ein ganz normaler Pressetermin. Viele unglaublich wichtige Menschen, mindestens genau so viele, die es nicht sind. Sie sind es aber, die mich besonders interessieren. Also mische ich mich am Ende des offiziellen Teils in Menge.

Ich spreche sie an und stelle mich artig vor. Ich sage, dass ich für Zeitung xy schreibe und für meinen Artikel gerne eine persönliche Einschätzung von ihnen hätte, eben abseits der gerade zur Genüge konsumierten aalglatten Politiker-Sprüche.

Sie nicken. Aus manchen sprudelt es dann heraus, Meinungen im Sekundentakt. Andere tasten sich langsamer an das Thema heran, tauen nur Stück für Stück auf und quetschen dann ihre, wie man meinen könnte, wohl durchdachten Ansichten nur brockenweise heraus, während ich sie auf meinem Block mitkritzel. 

Kurios wird es am Ende des Interviews. „Das wollen Sie sie jetzt aber nicht in der Zeitung schreiben, oder?“ ist eine der häufigsten Fragen, die mir dann gestellt wird, und ich frage mich, wieso ich mich am Anfang überhaupt vorgestellt habe. 

In diesem Sinne, keine falsche Höflichkeit!

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

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