Karriere

Initiativbewerbung-Online.de

initiativbewerbung-online

Die ersten E-Mails habe ich noch ernst genommen. Zum Beispiel die Bewerbung von einer freundlich dreinblickenden Dame mit ausländischem Namen. Gewundert hat mich nur das Berufsfeld, für das sich die Dame bewarb: Elektroingenieurin. Wie kommt die Dame darauf, dass wir bei dem regionalen Nachrichtenportal, für das ich arbeite, eine Elektroingenieurin brauchen?

Sie ist gar nicht darauf gekommen, das hat jemand anders für sie erledigt: die private Arbeitsvermittlung IPSER in Berlin. IPSER betreibt Webseiten wie Initiativbewerbung-Online.de, e-job.expert oder initiativbewerbungen.com. Hier wirbt man mit dem sogenannten “verdeckten Stellenmarkt”, also mit all jenen Arbeitsplätzen, die zwar da sind, aber nie ausgeschrieben würden und die man ausschließlich über Initiativbewerbungen erreichen würde. Dies seien, so habe Herr (Egon) Wahnsiedler, Gründer von IPSER, herausgefunden, circa 60 Prozent aller Stellen. Diese bräuchte der Bewerber aber nicht selbst zu finden, das übernimmt IPSER für ihn. Dazu erklärt IPSER großspurig und mit drei Ausrufezeichen: “Unser Ziel => ist Ihr Traumjob <= !!!”.

Wie das funktionieren soll, erklärt das Unternehmen so:
“Sie senden uns Ihre Bewerbungsunterlagen zu. Wir prüfen, ob eine Zusammenarbeit möglich ist. Wir senden Ihnen unsere Vertragsunterlagen zu.  Wir bereiten mit Ihnen zusammen Ihre i-Bewerbung vor. Wir versenden Ihre i-Bewerbung mit Ihrer Erlaubnis. Wir bearbeiten Ihre E-Mails und leiten Ihnen die positiven Rückmeldungen weiter. Sie führen die Vorstellungsgespräche und wählen den besten Arbeitsvertrag aus. Sie haben einen neuen Job!”

Bezahlt wird die Dienstleistung verteilt über 10 Monate, in denen ein erfolgreich vermittelter Bewerber jeweils 10 Prozent seines Brutto-Arbeitslohns an IPSER bezahlen muss – oder mit einem Gutschein von der Agentur für Arbeit. Letzteres dürfte nach meiner Einschätzung die häufigere Variante sein. Die Mehrheit der Bewerbungen, die ich bislang bekommen habe, kamen nämlich von Bewerbern, die aktuell arbeitssuchend gemeldet waren.

Und das waren einige: vom CNC-Dreher über einen Mathematiker bis zum SAP-Berater war fast alles dabei, allerdings keine einzige Bewerbung, die auch nur annähernd zu einem Online-Nachrichtenmedium oder zu der eigens ausgeschriebenen Initiativbewerber-Stelle gepasst hätte (über diese Ausschreibung informieren wir potenzielle Initiativbewerber, welche Bewerbungen bei uns Sinn ergeben – und welche nicht). Auch kamen die Bewerbungen normalerweise nicht über unsere, in allen Stellenausschreibungen angegebene, Bewerbung@-Adresse, sondern gingen ausschließlich an die E-Mail-Adresse info@. Viele Bewerber waren dem Namen und dem Geburtsort her ausländischer Herkunft, keine der Bewerbungen in irgendeiner Weise auf das Unternehmen zugeschnitten.

Das Interessanteste aber ist, dass in allen Bewerbungen ausschließlich eine E-Mail-Adresse von IPSER als Kontaktmöglichkeit angegeben wird. Eine Telefonnummer oder eine private E-Mail-Adresse des Bewerbers gibt es nicht. Bei IPSER begründet man das mit der Rundumbetreuung, die der Bewerber bekäme: IPSER hilft beim Zusammenstellen der Initiativbewerbungen, IPSER versendet diese und prüfte auch den Rücklauf. Mit anderen Worten: Wie viele vergebliche Bewerbungen initiativbewerbung-online.de, e-job.expert und Co. versenden und an wen, bekommt der Bewerber möglicherweise gar nicht mit. Ganz zu schweigen von dem seltsamen Beigeschmack, den es bei den meisten Unternehmen hinterlassen dürfte, wenn sich ein Bewerber nicht einmal mehr die Mühe macht, sich selbst um seine Bewerbung zu kümmern.

IPSER wirbt damit, über eine Millionen E-Mail-Adressen von potenziellen Arbeitgebern in seiner Datenbank zu haben. Sofern ich es beurteilen kann, werden diese auch großzügig genutzt. Im Netz finden sich mehrere Berichte von Arbeitgebern, die eine ähnliche Erfahrung gemacht haben wie ich (zum Beispiel hier oder hier). Gerne werden die Bewerbungen hier auch als “Spam” bezeichnet, was es eigentlich ganz gut trifft, auch wenn es mir um die Bewerber leid tut, die sich mit ihren Unterlagen ganz offensichtlich Mühe gemacht haben.

Als ich nach der siebten oder achten völlig unpassenden Bewerbung bei IPSER angerufen habe, um mich zu erkundigen, wie man darauf käme, dass ein Nachrichtenunternehmen einen CNC-Dreher bräuchte, bekam ich zunächst die routiniert klingende Auskunft, da sei sicher nur ein Fehler in der Datenbank, man würde mich aber umgehende aus dem Verteiler nehmen. Etwas unsicherer wurde der Mann am Ende der anderen Leitung allerdings, als ich ihn fragte, was wohl ihre Kunden und/oder die Agentur für Arbeit in Berlin mir erzählen würden, wenn ich sie auf die unnützen Bewerbungen ansprechen würde.

Geändert hat dies indes nichts. Die letzte Bewerbung kam gestern Abend: eine Diplomkartographin ist auf der Suche nach einer Stelle als Assistenz im Management, der Schulungs- und/oder Eventorganisation, gerne in einer international aufgestellten Firma. Stärken: Planung internationaler Meetings und Visabeschaffung. Perfekt passend also für ein regionales Nachrichtenportal.

In diesem Sinne, Initiativbewerbung gefällig, vielleicht online?

Aktualisierung 16. März 2017:

Nachdem man bei meiner ersten Nachfrage eher weniger auskunftsfreudig war, hat sich ipser nun bei mir gemeldet. Insbesondere was die Zahlungsmodalitäten und die Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit angeht, fühle man sich missverstanden. Hier der Brief in voller Länge – bildet Euch selbst eine Meinung:

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

16 Kommentare Neues Kommentar hinzufügen

  1. Tja, hier trudeln auch regelmäßig Bewerbungsunterlagen via “e-job.expert” ein. Meist lösche ich das sofort, denn keine Bewerbung passt zu unserer Firma. Vom Elektrotechniker, Maschinenbauer, Eventmanager und “Entwicklungsingenieur” ist alles dabei. Nur keiner aus unserer Branche…

    Das ganze artet in Spam aus und nervt. Keine Ahnung, ob den Bewerbern bewusst ist, dass deren komplettes Profil mit Lebenslauf, Berufserfahrung, Foto, Geburtsdatum, Zeugnissen, usw. samt Referenzen (z.B. von “Prof. Dr. Ing. Klaus P.” – mit kompletter Adresse, Telefonnummer und Mailadresse bei der TU Cottbus) “wild” an hunderte oder tausende (?) Unternehmen verteilt wird. Bei Herrn Cosmas E. z.B. steht mehrfach dessen komplette Anschrift in Lagos auf den Unterlagen…

    Übel, übel, so meine persönliche Meinung dazu.

    Alles habe ich anscheinend nicht gelöscht. In meinem Postfach finde ich – wenn ich nach “e-job.expert” sortieren lasse immerhin noch 9 Bewerbungen. Übrigens 2 davon mit deutschem Namen, 7 mit ausländischen Vor-/Nachnamen. Kann man damit prozentual auf die Herkunft der Bewerber schließen, oder ist das Zufall?

    Wie dem auch sei, es nervt gewaltig!

    1. Ich glaube nicht, dass es Zufall ist, bei mir war es ja ähnlich. Die meisten dieser Bewerber waren nicht in Deutschland aufgewachsen, sondern erst später für eine Ausbildung nach Deutschland gekommen.

      Meine Vermutung ist, dass diese Bewerber den deutschen Arbeitsmarkt weniger gut einschätzen können und daher eher auf einen Dienstleister zurückgreifen. Oder sie haben es auf dem Arbeitsmarkt per se schwerer und sind daher eher gewillt, andere Wege auszuprobieren – leider ist ja die Herkunft für einige Personalentscheider doch ein Kriterium, auch wenn sie das nicht sein sollte.

      Kontaktadressen oder gar Telefonnummern waren allerdings normalerweise nicht angegeben, nur eine E-Mail-Adresse von e-job.expert. Positiv formuliert: ipser managed sogar den Rücklauf und nimmt den Bewerbern so noch mehr Arbeit ab. Nebeneffekt natürlich: der von zig e-job.expert-Bewerbungen genervte Personaler kann den Bewerber nicht mal eben anrufen und fragen, wieso sich z.B. ein CNC-Dreher bei einem Nachrichtenportal bewirbt bzw. ob er überhaupt weiß, wo seine Bewerbung überall landet.

  2. Mir ist es unverständlich, dass solche “Dienstleister” mit diesem Geschäftsmodell überhaupt Erfolg haben können. Ich bin selbst Personaler und erwarte auch von einer Initiativbewerbung, dass sich der Bewerber im Vorfeld über unser Unternehmen informiert hat, was unter anderem im Anschreiben deutlich werden sollte. Wenn das Unternehmen doch so seriös ist und von einem hohen Standard seiner Dienstleistungen spricht, warum wird dann nicht zumindest im Anschreiben darauf hingewiesen, dass man als Dienstleister im Auftrag eines Bewerbers agiert? Auch was den Datenschutz anbelangt, habe ich so meine Zweifel, ob dies wirklich im Sinne des Bewerber ist…

    1. Gute Frage. Aus den Bewerbungen, die ich bekommen habe (inzwischen kommen keine mehr) ging nie hervor, dass der Bewerber die Bewerbung nicht selbst verschickt hat. Einzig die angegebene E-Mail-Adresse (@initiativbewerbung-online.de oder @e-job.expert) haben das nahegelegt. Und natürlich dass die Bewerbungen absolut gar nicht zum Unternehmen passten.

      Als Personalverantwortlicher sehe ich es wie Sie: aus der Bewerbung sollte hervorgehen, dass sich der Bewerber oder die Bewerberin zumindest grundlegend mit dem Unternehmen beschäftigt hat und sich idealerweise sogar Gedanken gemacht hat, wie er oder sie das Unternehmen unterstützen könnte. Dass dabei nicht jedes Mal das Rad neu erfunden wird, ist mir auch klar. Meist reicht es ja schon, ein oder zwei Sätze entsprechend zu formulieren.

      Im Gegenzug versuche ich dann allerdings auch, auf jede Bewerbung individuell einzugehen und Standardmails (sieht man von der Eingangsbestätigung ab) zu vermeiden. Der Bewerber hat sich Mühe gemacht mit der Bewerbung, dann verdient er in meinen Augen auch, dass ich mir Mühe gebe, selbst wenn ich ihm oder ihr leider absagen muss.

  3. Wir können die geschilderten Erfahrungen zu 100% bestätigen. Keine der erhaltenen Bewerbungen passte auch nur ansatzweise auf unser Unternehmen. Offensichtlich wird da ‘ins Blaue geschossen’.
    Nach einigen Bewerbungen haben wir mal auf eine geantwortet; eine ‘Bewerbung’ eines ganz offensichtlich TOTAL überqualifizierten Arbeitssuchenden. Eine Antwort haben wir nie erhalten. Von wegen Kommunikation …
    Ich kann da nur für mich persönlich sprechen, mir erscheinen ‘anonyme’ Bewerbungsunterlagen sofort suspekt. Keine Adresse, keine Telefonnummer, keine persönliche e-Mail Adresse, das macht keinen seriösen Eindruck; vor allem wenn man bedenkt was man heute so alles per e-Mail erhält.
    Wenn die Bewerber wirklich die Info erhalten bei welchen Firmen sie beworben wurden, dann können wir denen nur raten, bei den Firmen, die sie für interessant halten, selbst noch einmal aktiv zu werden.
    Wir machen nämlich nur noch eines mit diesen Mails der genannten Portale – löschen.

  4. Hallo zusammen!
    Auch wir haben da regelmäßig (unpassende) Bewerbungen bekommen. Nachdem ich dann diesen Beitrag hier gefunden hatte, habe ich die einfach unter info@e-job.expert angeschrieben und um Löschung aller eMail-Adressen mit unserer Domain gebeten.
    Heute nach genau 2 Wochen kam dann auch die Bestätigung, dass wir da aus dem Pool raus sind. Schauen wir mal, ob jetzt tatsächlich nichts mehr kommt…
    Positiv zumindest, dass reagiert wurde, aber sonst hätten die natürlich auch ein definitives Problem als Spammer…!

    1. Bei uns hat es funktioniert, und es kamen tatsächlich (mit leichter Verzögerung) keine Bewerbungen mehr. Damals hieß es, es handle sich um einen Einzelfall und Fehler und man würde natürlich eigentlich nur Firmen und Branchen anschreiben, auf die der Bewerber auch passen würde. Wenn ich die Kommentare hier und anderswo im Netz lese, scheint das allerdings nicht so einzelfallig zu sein, wie man mir erzählen wollte …

      1. Auch wir erhalten regelmäßig unpassende Bewerbungen. e-Job hat bisher nicht auf unser mail reagiert uns aus dem Verteiler zu nehmen. Ich hoffe nur, dass die armen zahlenden Bewerber diese Kommentare lesen und ihre Bewerbungen besser selbst in die Hand nehmen.

  5. Unser info@-Postfach bekommt ebenfalls regelmäßig (mehrmals pro Woche bis täglich) Bewerbungen von e-Job.expert. Bis jetzt ausschließlich von Bewerbern ausländischer Herkunft und ausschließlich absolut unpassend zum Unternehmen und den ausgeschriebenen Stellenanzeigen, aber allesamt höchst qualifiziert in ihrem Job. Es werden anscheinend, wenn man die Kommentare hier liest, ausschließlich info@-Adressen gespammt. Spätestens nach der dritten Bewerbung hat das Ganze auf mich einen sehr unseriösen Eindruck gemacht, weswegen ich recherchiert habe. Wenn man sich die Website von IPSER ansieht, wird dieser Eindruck bestätigt. Was den Eindruck objektiviert, sind jedoch die angeblichen Kunden-Statements von übrigens – bestimmt rein zufällig – überhaupt nicht ausländischen Bewerbern: “in 2 Wochen 32 Vorstellungsgespräche” …
    Ja sicher *LOL* :))))

    P.S.: Ich möchte noch anmerken, dass mich Bewerbungen ausländischer Jobsuchender überhaupt nicht stören und in unserem Unternehmen willkommen sind. Es ist nur sehr auffällig, wenn der Anteil von Bewerbern aus Herkunftsländern wie Kamerun und Indien in die Höhe schnellt und dabei alle von diesem Portal kommen.

    1. Hartnäckig ist die Firma, das muss man ihr lassen. Berichte über “Initiativbewerbungs-Spam” von ipser gibt es schon seit mehreren Jahren.

      Ich nehme an, info@-Adressen sind am einfachsten in großer Zahl zu akquirieren, da fast jedes Unternehmen sie nutzt. Da kommt man dann schnell auf die über 1.000.000 Arbeitgeber-Adressen, mit denen ipser wirbt. Dass eine info@-Adresse nicht unbedingt die erste Anlaufstelle für eine Bewerbung ist und gerade bei diesem Thema nicht unbedingt Masse zählt, steht auf einem anderen Blatt.

      Wobei ich gar nicht ausschließen will, dass der eine oder andere Bewerber vielleicht Erfolg hat. Spam-Mails funktionieren ja auch nicht über genaues Targeting, sondern einfach nur über Masse.

      Dass vor allem ausländische Bewerber da mitmachen, zeigt in meinen Augen eher, dass diese Bewerber den deutschen Arbeitsmarkt weniger gut einschätzen können und daher eher auf einen Dienstleister zurückgreifen. Oder sie haben es auf dem Arbeitsmarkt per se schwerer und sind daher eher gewillt, andere Wege auszuprobieren – leider ist ja die Herkunft für einige Personalentscheider doch ein Kriterium, auch wenn sie das nicht sein sollte.

      Die angesprochenen positiven Bewertungen lassen mich auch regelmäßig schmunzeln. Wenn sie wenigstens etwas differenzierter geschrieben wären, aber diese Loblieder wirken doch arg unglaubwürdig. Gerade auch, wenn man beruflich Kontakt mir Personalern hat und die auf die Initiativbewerbungen von ipser anspricht …

  6. Ich habe Folgendes an info@ipser.de geschrieben:

    Sehr geehrter Herr Wahnsiedler,

    seit Jahren wundere ich mich über extrem unpassende Bewerbungen über Ihr Portal e-job.expert. Bisher war ich in dem Glauben, die Bewerber hätten die einfachsten Regeln einer Bewerbung nicht verstanden. Nun habe ich Google befragt und bin auf diesen Blog https://www.felix-welt.de/initiativbewerbung-online-de/ gestoßen. Dieser hat mir die Augen geöffnet. Tatsächlich finde auch ich: Es handelt sich um Spam, Spam mit Schicksalen. Zudem sehe ich bei e-job.expert eine Datenschleuder, die personenbezogene Daten zumeist ohne Nutzen im Internet verstreut. Kein Geschäftsmodell, das ich gutheißen könnte.

    Wie auch immer, bitte streichen Sie Emailadressen mit der Domain @mecsense.de aus Ihrer Datenbank und bestätigen Sie mir die Löschung.

    Mit freundlichen Grüßen

    Peter Holz

    1. Lieber Herr Holz,

      da drücke ich die Daumen, dass es klappt. Wir bekommen inzwischen keine Bewerbungen mehr, aber ich nehme an, die Datenbank bei ipser gibt noch genügend Alternativen her.

      Beste Grüße!

  7. Ab dem 25.5.2018 greift die Datenschutzgrundverordnung. Spätestens ab dann bewegt sich das Geschäftsmodell des Herrn Wahnsiedler auf ganz dünnem Eis.

    Das Verbreiten von personenbezogenen Daten an einen beliebigen Empfängerkreis stellt bereits jetzt (in der praktizierten Form des Herrn Wahnsiedler) einen Straftatbestand dar und die neue Gesetzeslage dürfte es enorm vereinfachen, hier den “Schalter umzulegen”. Wahrscheinlich ein Klacks für einen darauf spezialisierten Anwalt.

    Ich werde jedenfalls die “Beweismittel” sammeln und dann im Juni tiefenentspannt entscheiden, wie vorzugehen ist.

  8. Ich bin absolut sicher, dass die liebe Anwaltszunft bzgl. der DSGVO schon lange mit der Hufe scharrt und sich schon ein paar Stapelchen zum Abmahnen bereitgelegt hat (für meinen Geschmack übrigens ebenfalls ein unlauteres Geschäftsmodell). Die Firma IPSER sollte wohl dabei sein. Allerdings glaube ich auch, dass Herr Wahnsiedler sich von allen Bewerbern ausdrücklich unterschreiben lässt, dass er ausschließlich in ihrem Auftrage handelt und den Versand lediglich anstelle des Bewerbers vornimmt.

    1. Das wäre wieder ‘typisch deutsch’ DARAUS einen Fall von Datenmissbrauch zu machen. Die Bewerber sind doch darauf angewiesen, dass ihre Bewerbungen an viele potentielle Interessenten gelangen. Da die Bewerbungen nicht gezielt auf die passende Zielgruppe gerichtet sind um so mehr …
      Anders herum wird ein Schuh draus. Wann unternimmt endlich jemand etwas gegen dieses sinnlose Spamming …???

      1. Soweit ich es beurteilen kann, spielt die DSGVO hier tatsächlich keine Rolle (ich bin allerdings kein Jurist), denn die Datenverarbeitung findet ja nicht nur mit Einwilligung, sondern sogar auf den expliziten Wunsch der Betroffenen statt.

        Schwieriger finde ich in dem Zusammenhang eher, dass zumindest in unserem Fall nicht die offizielle (und deutlich kommunizierte!) Bewerbungs-Mailadresse bewerbung@ genutzt wurde, sondern die info@, so dass die Bewerbungen zunächst in der Redaktion landeten, wo sie eigentlich nichts zu suchen hatten. Das würde mir aus Sicht der Bewerber hier eher Sorgen machen.

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