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5,0 – setzen!

Die Idee ist gut: Warum soll der Kunde für Imagebildung, aufwendige Verpackungen, Werbung und all das ganze Drumherum mitbezahlen, wenn er doch einfach nur ein Bier trinken möchte? Und warum nicht aus dem Gedanken gleich eine ganze Markenstrategie machen? Frei nach dem Motto: Lieber Kunde, wir verzichten auf Werbung und sonstigen Aufwand und geben die Ersparnis an Dich weiter.

Eben das hat die inzwischen zu Oettinger gehörende Feldschlößchen Brauerei in Braunschweig gemacht und vor einigen Jahren die Billigmarke „5,0“ auf den Markt geworfen. Einfach gestaltete Bierdosen, auf denen in ebenso einfachen Worten erklärt wird, warum dieses Bier nicht schlechter, aber eben billiger ist als die Konkurrenz.

Treu geblieben ist man dieser Maxime auch bei der Fußball-EM – frei nach dem Motto des Dosenherstellers: „In diesem Jahr zeigen sogar die Getränkedosen Flagge“ und „Deutschland – ein Dosenmärchen“.

Aber: Ist die Deutschlandflagge nicht eigentlich schwarz-rot-gold? Dem Grundgesetz nach ist das korrekt. In der Realität ist es natürlich komplizierter. (In einem anderen Zusammenhang hat diese Frage sogar schon das Bundesverfassungsgericht beschäftigt. Dies würde an dieser Stelle allerdings zu weit führen. Wen es dennoch interessiert – google weiß Rat.)

Trotzdem ist es irgendwie irritierend, wenn Oettinger auf die schwarz-rot-gelben Dosen einfach den selben Text druckt wie auf die einfarbigen Varianten. Das Gold von schwarz-rot-gold wird hier nämlich explizit ausgeschlossen: „Nur eine einfache schwarz-rot-gelbe Dose! Keine goldene mit aufwändiger Prägung!“ Das sollte man dann vielleicht doch noch mal überdenken.

In diesem Sinne, Prost!

Autor

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

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