Sportlich

Unter Männern

Plötzlich waren die Frauen verschwunden. Mein Fitnessstudio hat werktags bis 23 Uhr geöffnet. Freitags scheinen für das weibliche Geschlecht allerdings andere Öffnungszeiten zu gelten. Selbst hinter dem Tresen stand plötzlich eine männliche Spätschicht. Hatte da nicht eben noch eine Frau gearbeitet?

Die meisten Männer, die sich freitagabends an den Geräten abmühen lassen sich einem von zwei Typen zuordnen. Entweder sind sie mehr oder weniger groß, haben kurzgeschorene Haare und offensichtlich in jahrelanger Feinarbeit zurechtgeschliffene Muskeln. Zum Training tragen sie gerne Unterhemden und weite Trainingshosen. Oft sind sie tätowiert. Sie trainieren schweigend, sieht man von einzelnen Grunzern ab. Nur hin und wieder erspinnen sich Gespräche, die dann aber meist schnell wieder in leisem, angestrengten Stöhnen verebben.

Der zweite Typ Mann ist seltener, aber er existiert. Irgendwo jenseits der 45-Jahre-Marke angesiedelt und deutlich schmaler als der erstgenannte Typ fallen sie kaum auf. Dennoch sind sie da und stemmen tapfer ihre Gewichte (an den Cardio-Geräten ist um diese Zeit niemand mehr).

Weil ich weder dem einen noch dem anderen Typen zuzuordnen bin, fühle ich mich komisch. Aber was will man machen? Wer was zum Bloggen haben will, muss eben leiden.

In diesem Sinne, nächstes Mal gehe ich trotzdem wieder an einem anderen Tag zum Sport!

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

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