Zeitreisen

Startverbot

2013-01-24-WaschmaschineDer startende Jet wird mir fehlen. Genau so hörte sich meine Waschmaschine nämlich an, wenn sie in den Schleudergang wechselte. Ein lautes und stetes Dröhnen, was mich normalerweise zwei Mal überlegen ließ, bevor ich mich später am Abend noch zum Wäschewaschen entschloss.

Mit zwei blinkenden Lichtern signalisierte mir die Maschine heute, dass es mit dem Abheben ab jetzt nicht mehr so weit her sein würde: Motorschaden – Startverbot.

Komisch eigentlich, dass mich das überhaupt so bewegt hat, dass ich nun darüber schreibe. Jahrelang bin ich gänzlich ohne eigene Waschmaschine ausgekommen. Statt dessen habe ich es tatsächlich geschafft, „Die Zeit“ fast jede Woche zu lesen – im Waschsalon. Für Zeitungsfans an sich eine großartige Einrichtung. Bis mir eine liebe Kollegin für wenig Geld die Übernahme ihrer alten Waschmaschine anbot – inklusive Lieferservice. Nur Anschließen musste ich sie noch selbst.

Nun bin ich gespannt, was mir die moderne Technik außer einem ordentlichen Loch auf dem Konto noch so zu bieten hat. Von automatischer Lade-Erkennung ist die Rede, von Programmverkürzung, Speedwash und Langzeitaufbewahrung. Und ich bin außerdem gespannt, ob mit der Lieferung wirklich alles so reibungslos funktioniert, wie mir der Online-Versandhandelkosmos verspricht. Und wenn nicht: Vielleicht komme ich ja sogar endlich mal wieder zum Zeit-Lesen?

In diesem Sinne, schmutzig war dann wohl gestern!

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

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