Fremde Federn Reisewelten

Social Seating

Im Facebook-Profil gelogen? Künftig kann das sogar über den Wolken Folgen haben. Die niederländische Fluggesellschaft KLM will Sitznachbarn im Flieger ab 2012 nämlich auf Basis ihrer Facebook-Profile zusammenbringen. “Social Seating” nennt sie das. Auch wenn es wie ein Aprilscherz klingt – die Idee ist durchaus ernst gemeint. Schon seit Anfang des Monats wird darüber in diversen Flug-Foren diskutiert, auch KLM hat den Plan inzwischen bestätigt.

Demnach will die Fluglinie mit dem Angebot vor allem Geschäftsreisende ansprechen. Die sollen so in der Luft beim erfolgreichen Netzwerken unterstützt werden. Einfach beim Online-Check-In das Facebook- oder LinkedIn-Profil freigeben, eine Software sucht dann abhängig von den dort angegebenen Interessen den passenden Sitznachbar.

Ob man den auch ablehnen oder gar aus mehreren Vorschlägen auswählen kann, ist derzeit noch offen. Überhaupt hält sich die Fluggesellschaft noch reichlich bedeckt, wie “Social Seating” konkret funktionieren soll. Angst um ihre Privatssphäre bräuchten Passagiere allerdings nicht zu haben. Funktionieren würde das Ganze nur, wenn beide potenzielle Sitznachbarn ihr Profil freigegeben haben, so ein KLM-Sprecher gegenüber CNN. Zumindest dass wäre dann ja schon eine Gemeinsamkeit.

Bei den deutschen Fluggesellschaften wird der Vorstoß der niederländischen Fluglinie derzeit noch neugierig beäugt. Konkrete Pläne gebe es aber nicht, KLM das “Social Seating” nachzumachen. “Bei uns ist so etwas nicht in Planung. Unser Kerngeschäft ist, Leute von A nach B zu bringen”, sagte kürzlich ein Lufthansa-Sprecher dem Handelsblatt.

Welchen entscheidenen Einfluss der Sitznachbar im Flugzeug auf das eigene Leben haben kann, durfte mein nach Neuseeland ausgewanderter Cousin übrigens schon vor einigen Jahren am eigenen Leib erfahren: er hat seine neuseeländische Ehefrau im Flugzeug kennengelernt – ganz ohne Social Seating.

In diesem Sinne, guten Flug!

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

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