Gedankenwelten

Ol‘ Blue Eyes

Die erste Zeile ist die besten des ganzen Lieds:
Start spreading the news, Im leaving today

Eigentlich steckt hier schon alles drin. Abschied, Aufbruch, Neuanfang. Welch großartige Vorstellung, gerade wenn man sich bewusst macht, welche Möglichkeiten nur darauf warten, entdeckt zu werden, irgendwo auf der Welt.
These vagabond shoes, are longing to stray!

Geschrieben hat diese Zeilen Fred Ebb, die Melodie kommt von John Kander. Das war 1977, und eigentlich war New York, New York „nur“ eine Filmmusik für den gleichnamigen Film mit Liza Minelli und Robert de Niro. Drei Jahre später hat dann Frank Sinatra den Song aufgenommen. Mit unverwechselbarer Stimme und leicht veränderten lyrics wurde die Hommage an den Big Apple zum Welthit. Ich kann mir nicht helfen, gerade die ersten Takte fesseln mich immer wieder aufs Neue.

Ich liebe New York, aber das ist nicht der Grund. Ebbs Lied war zwar in gewisser Weise eine Liebeserklärung an eine Stadt, letztlich geht es aber um mehr: das Aufbrechen in eine neue Welt, verbunden mit dem festen Vorsatz, es dort zu schaffen. Alles auf eine Karte zu setzen, alles oder nichts.

Eine der größten Freuden des Backpackers ist meiner Meinung nach, jederzeit alles in den Rucksack packen und weiterziehen zu können. Vielleicht nicht immer dem Abenteuer, aber auf jeden Fall der Freiheit auf der Spur. Es kann ein großartiges Gefühl sein, in A die Zelte abzubrechen, B anzuvisieren und schließlich nach einem Umweg über C in doch in D anzukommen.

Start spreading the news, singt Ol‘ Blue Eyes, doch nicht nur ihn hat New York zu einem Song inspiriert. Leaving New York, never easy – it’s pulling me apart sang Michael Stipes von R.E.M. vor drei Jahren. Eigentlich ein Trennungslied, die Stadt ist nur der Aufhänger. Trotzdem schon. Schließlich ist jeder Aufbruch, egal woher oder wohin, eine Trennung von irgendwas und/oder irgendwem.

In diesem Sinne, gute Reise!

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

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