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Mein Dieb

Heute fehlte der Reiseteil. Das ist ungewöhnlich, denn “mein” Dieb – so nenne ich ihn inzwischen, weil er so zuverlässig ist – bevorzugt eigentlich Magazine, nicht Tageszeitungen. Donnerstag und Freitag sind seine Lieblingstage. Donnerstags erscheint “Die Zeit” samt zugehörigem Magazin, freitags liegt der Süddeutschen das gleichnamige Magazin bei. 

Doch auch hier ist er (oder sie?) wählerisch. Wenn ich morgens die Haustüre öffne, um die Zeitungen reinzuholen, liegt das Magazin meist irgendwo daneben in dem kleinen Flur. Manchmal deuten Knicke im Papier oder Eselsohren darauf hin, dass es bereits jemand durchgeblättert, aber offenbar für uninteressant befunden hat. Interessiert ihn das Thema nicht, lässt “mein” Dieb hat das Magazin nämlich  liegen. Meist finde ich es dann irgendwo in der Nähe der dazugehörigen Zeitung.

Auch mein Briefkasten ist nur bedingt sicher. Zwar muss man die Haustür überwinden, um hier heran zu kommen. Doch für “meinen” Dieb ist das kein Problem. Zu groß ist offenbar die Verlockung. Die meisten Zeitschriften, die hier landen, passen nur halb in den Kasten, so dass man sie problemlos wieder herausziehen kann, auch wenn der Briefkasten selbst natürlich verschlossen ist. Den monatlichen erscheinenden “Journalist” etwa – nicht aber das im gleichen Rhythmus publizierte adac-Mitgliedermagazin “motorwelt”. Offenbar fährt “mein” Dieb nicht Auto – oder ist selbst Mitglied.

In diesem Sinne, viel Spaß, wenn ich Dich doch mal erwische, “mein” Dieb!

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

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