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Liebe in Gedanken

Kann man sich eigentlich nachträglich verlieben? Nachträglich zum Geburtstag gratulieren, das ist zwar unhöflich, aber es funktioniert. Nachträglich Beschweren, klappt auch. Nachträglich schlauer sein? Manchmal.

Doch sich nachträglich verlieben? Ich behaupte, das geht. Und ich muss es wissen, mir ist das nämlich kürzlich erst passiert.

Zugegeben, sympathisch fand ich sie schon, als ich sie vor über einem Jahr das letzte Mal gesehen habe. Doch verliebt habe ich mich in sie erst, als ich weit genug weg war, um keine Konsequenzen daraus ziehen zu müssen.

Mag sein, dass ich einfach von ihr geträumt habe, und sie deshalb plötzlich in meinen Gedanken und in meinem Herzen herumspukt. Vielleicht war es auch irgend etwas in ihrer letzen Email, dass es bei mir hat klicken lassen. Unabhängig davon werde ich allerdings den Verdacht nicht los, dass es gerade die Entfernung ist, die mich besonders fasziniert.

Es ist einfach, wenn man zu weit weg ist, um wirklich konkret werden zu müssen. Andererseits ist es auch ziemlich pointenlos. Ich frage mich, wie lange dieses Gefühl anhalten kann, ohne dass ihm eine konkrete Reaktion folgt.

In diesem Sinne, was bringt sie denn, die Liebe in Gedanken?

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

1 Kommentar Neues Kommentar hinzufügen

  1. Dabei handelt es sich doch um die unkomplizierteste Beziehung überhaupt! In Gedanken ist alles so, wie man es sich vorstellt und solange das Ganze in Gedanken bleibt, bleibt es unproblematisch.
    Am schönsten ist hier aber das Schlussmachen: Einfaches Vergessen genügt. Beneidenswert!

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