Knochen-Mobbing

2015-08-03-CT-Fuss

Wenn ich etwas mache, dann mache ich es richtig: Nicht nur einen Knochen habe ich mir gebrochen, sondern gleich drei bis vier davon. Das hat die Computertomographie heute ergeben. Drei bis vier deshalb, weil ein Knochen zwar angebrochen ist, wir den aber jetzt mal außen vor lassen. So hat es jedenfalls die Ärztin formuliert. „Da gibt es einen Riss, aber das ist jetzt nicht so wichtig.“

Mit anderen Worten: so ein Möchtegern-Bruch, nichts Halbes und nichts Ganzes. Womöglich wird er sogar von den anderen Brüchen gemobbt und darf nicht mitspielen, wenn sie mich nachts mal wieder nerven. Fast tut er mir leid.

Wobei das nachts noch halb so wild ist. Richtig blöd ist es tagsüber. Rumsitzen, Fuß hochlegen, Nichtstun. Ich hätte nie gedacht, wie sehr so ein gebrochener Fuß einen einschränkt. Selbst ganz banale Tätigkeiten werden da plötzlich zur Herausforderung. Meistens bin ich sehr froh, dass mich niemand dabei sehen kann.

Übrigens: So ganz richtig gemacht habe ich es dann doch nicht. An der Stelle, wo ich mir den Fuß gebrochen habe, gibt es nämlich fünf Knochen nebeneinander, einen für jeden Zeh. Da ich „nur“ drei davon erwischt habe, könnte man streng genommen sagen: das sind nur 60 Prozent! Gerade mal drei Fünftel. Mir reicht es trotzdem.

In diesem Sinne: es müssen eben doch nicht immer 110 Prozent sein!

Nachtrag: Bei jedem Arztbesuch scheinen es ein paar mehr Knochen zu sein, die gebrochen sind. Inzwischen habe ich aufgehört zu zählen. Der Bericht der CT, den ich inzwischen einsehen konnte, geht über zwei Seiten. Leichter wäre es vermutlich gewesen, aufzuzählen, welche Knochen nicht gebrochen sind. Die gute Nachricht: alle gebrochenen Knochen liegen mehr oder minder da, wo sie hingehören. Eine OP ist also voraussichtlich nicht nötig.

Kommentar verfassen