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Hooksiel

2015-04-27-Hooksiel

Eine meine frühesten Erinnerungen an Hooksiel ist, wie ich mit offener Hose neben einem Baum stehe. Ich muss pinkeln. Während ich meinen Strahl gegen den Baum lenke, sehe ich flache grüne Wiesen, die von schmalen Wasserläufen durchzogen sind, und Schafe, die irgendwo weiter hinten auf einem Deich grasen. Bis heute denke ich zu allererst an diese Landschaft, wenn ich an Norddeutschland und an Ostfriesland denke.

Wir waren immer über Silvester in Hooksiel, das damals ein kleines Kaff in der Nähe von Wilhelmshaven und Jever war. Im Grunde genommen ist es das bis heute. Nur gibt es heute ein paar mehr Restaurants, ein paar mehr Urlauber und die einstige Durchgangsstraße ist inzwischen eine gut 100 Meter lange Fußgängerzone.

Gewohnt haben wir normalerweise in der „Langen Drift“, einer kurvigen und weit verzweigten Straße gesäumt von roten Backsteinhäusern nahe dem Deich, der sich bis zum Alten Hafen (Foto) schlängelt. Viele der Häuser sind Ferienhäuser, einige haben sogar Namen. „Haus Christel“ zum Beispiel. Ein oder zwei Mal ging es ins Hooksieler Meerwasserwellenbad, ein kleines Highlight. Ansonsten konnte ich Stunden damit verbringen, mit dem Fahrrad durch die kleine Siedlung zu fahren oder Löcher in das Eis zu hacken, dass sich in dem Morast am Rande der kleinen Siedlung gebildet hatte. Damals wusste ich freilich nicht, dass hier in den kommenden Jahren noch zahlreiche weitere (Ferien-)Häuser entstehen würden.

Ich weiß nicht mehr genau, an welcher Stelle ich damals so dringend pinkeln musste, dass meine Eltern deswegen rechts ran gefahren sind. Ich weiß nicht mehr, woher wir kamen oder wohin wir unterwegs waren. Aber ich glaube, ich habe die Straße wieder erkannt, als ich kürzlich seit langem mal wieder in der Nähe von Hooksiel unterwegs war. Es gab grüne, flache Wiesen, die von Wasserläufen durchzogen waren. In der Ferne konnte man den Deich sehen, auf dem Schafe grasten.

In diesem Sinne, hallo Norden!

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

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