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Gestatten, Schwamm

Ich bin ein Schwamm. Das heißt, zumindest laufe ich im Augenblick durch die Gegend, als wäre ich einer. Krampfhaft versuche ich alles aufzusaugen und zu speichern, will jeden Moment auskosten, den ich noch in Berlin verbringen kann. Unwillkürlich folgen meine Gefühle dem marktwirtschaftlichen Prinzip der Güterknappheit: je weniger Tage übrig sind, desto kostbarer werden sie.

Die meisten dürften das kennen. Jeder halbwegs gelungene Urlaub funktioniert nach ähnlichen Gesetzmäßigkeiten. Je näher das Ende ist (und je bewusster man sich dieser Tatsache ist), desto mehr ist man bemüht, die letzten Tage oder Stunden besonders zu genießen und zu etwas besonderen zu machen.

Doch funktioniert das überhaupt?
Kann man sich von jetzt auf gleich in einen Schwamm verwandeln?

Ich weiß nicht, was von den bald drei Jahren Berlin bleiben wird, sicher aber mehr als nur die letzten drei Wochen. In so fern ist es wohl auch ein unnützes Bemühen, gerade die nun noch einmal besonders genießen zu wollen.

Heute habe ich im übrigen meine nächsten Stationen erfahren. Nach drei Wochen in der Hauptredaktion in Konstanz geht es anschließend nach Ravensburg. Eine Umstellung, sicher, aber ich freue mich auf die neue Aufgabe. Ich bin gespannt auf die neuen Menschen, und ich mag, das habe ich schon öfter geschrieben, Neuanfänge.

In diesem Sinne, fröhliches Abwaschen!

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

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