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Gefährliches Rührei

2009-02-07Rührei, Sonntagszeitung und Radio Eins, für mich gehört das zu einem gelungenem Sonntag-Morgen einfach dazu. Es ist eine Art Ritual. Ich habe in Berlin damit angefangen und seitdem nicht wieder damit aufgehört. Vielleicht ist genau das Problem.

Der entscheidende Vorteil der Vergangenheit ist, dass wir wissen, wie sie ausgeht. Es ist leicht, sich auf ihr wie auf einem Ruhekissen auszustrecken. Ganz im Gegensatz zum Hier und Jetzt scheint die Vergangenheit kontrollierbar. Wie bei einem Film, den man schon kennt. Auch wenn es zwischendurch brenzlich aussieht, letztlich weiß man, dass der Held am Ende als strahlender Sieger da stehen wird. 

Vielleicht flüchte ich mich deshalb manchmal in Gedanken nach Berlin. Ich habe gerne dort gewohnt und habe die Stadt zumindest aus Sicht meines Lebenslaufs als Sieger verlassen. 

Manchmal frage ich mich allerdings, ob meine nicht nachlassende Affinität zu Berlin vielleicht kontraproduktiv für mein zukünftiges Leben ist. Ist es wirklich sinnvoll, Rührei zu essen und via Internetradio den Wetterbericht für eine Stadt zu  hören, die sieben Monate und 783 Kilometer entfernt ist?

In diesem Sinne, beim Blick in den Rückspiegel – Gruß an die Rodenbergstraße!

Autor

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

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