Reisewelten

Flamenco

Ich bin kein grosser Taenzer, bin es nie gewesen. Bis heute. Seit heute ist alles anders. Ich bin noch keine 24 Stunden in Madrid, und trotzdem kann ich nun Flamenco tanzen. Alles was ich dazu brauche ist ein Apfelbaum und zwar nicht mal einen echten – ein Phantasiebaum reicht voellig.

Und so geht es:

Schritt 1: Pfluecke einen Apfel und zwar moeglichst dramatisch. Der Apfel sollte nicht zu hoch haengen, dann wirkt es albern. Er sollte aber auch nicht zu tief haengen, dann fehlt der Bewegung die Dramatik. Am wichtigsten ist allerdings der Gesichtsausdruck beim Apfelpfluecken. Konzentriert, aber nicht nachdenklich. Entschlossen, aber nicht gierig.

Schritt 2: Fuehre den Apfel in Richtung Mund und probiere ihn.

Schritt 3: Bah! Der Apfel schmeckt nicht! Wirf den angebissenen Apfel mit einer entschlossenen Handbewegung auf den Boden und …

Schritt 4: … tritt zu! Der Apfel hat nicht gehalten, was er versprochen hat, zermalme ihn mit Deiner Schuhsohle.

Das war es schon: Flamenco. Am authentischsten sieht es uebrigens aus, wenn man keinen echten Apfelbaum und keinen echten Apfel benutzt, sondern sich beides nur einbildet.

In diesem Sinne, Óle! – und viele Gruesse aus Spanien.

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

3 Kommentare Neues Kommentar hinzufügen

  1. Hehe, schön beschrieben! Kann ich mir gut vorstellen, wie das aussieht! War das die erste Stunde im Anfänger-Tanzkurs oder wie kommt man auf den Apfelplückvergleich?

  2. Lass dich bitte bei der Darbietung dieses „Kunststückes“ in einer Bilderreihe fotografieren. Ich erwarte das dann hier bald passend zu deiner Beschreibung sehen zu können ;-)

    Schönen Urlaub noch! Pass auf dich auf!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.