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Verschwommen

2009-01-17-nebelDas Monster fehlt, ansonsten ist das Setting ist perfekt. Nebelschwaden wabern durch das Bild, man kann kaum zehn Meter weit sehen. Nur vereinzelt dringen Geräusche durch die Dunstwolken. Man hat tatsächlich das Gefühl, mitten in einem Horrorfilm zu sein.

Eigentlich sollte ich mich ja mittlerweile  den Bodensee-Nebel gewöhnt haben, der zu dieser Jahreszeit morgens, abends und nachts allgegenwärtige Dunst fasziniert mich noch immer. 

Vom Bahnhof zu meiner Wohnung sind es zu Fuß ungefähr zehn bis 15 Minuten. Im Nebel scheinen diese Zeitangaben allerdings gänzlich ihre Bedeutung zu verlieren. Was hinter mir ist verschwimmt ebenso plötzlich, wie das, was vor mir liegt. Alles reduziert sich auf die paar sichtbaren Meter um mich herum. Manchmal wünsche ich mir, der Rest des Lebens wäre ebenfalls so übersichtlich. 

Komisch eigentlich, denn manchmal frage ich mich, ob die Dinge außerhalb des Nebels wirklich so kompliziert sind – oder ob wir sie nur so kompliziert machen.

In diesem Sinne, nicht einhüllen lassen!

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

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