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Stadtrand

2016-07-03-Feld

Nein. Ganz einfach: Nein. Hier möchte ich nicht wohnen. Wobei das Wort “hier” stellvertretend steht für so viele Orte.

Alle paar Wochen sind I. und ich in der Nähe von München unterwegs. Meistens übernachten wir in einem Hotel am Stadtrand, irgendwo im Speckgürtel der bayerischen Hauptstadt. Die Ortschaften haben hier Namen wie “Poing” oder “Hallbergmoos” und werden von mir nicht aus Versehen in Anführungszeichen gesetzt. Dabei scheinen sie ständig zu wachsen. Wie Pilze schießen hier die Einfamilienhäuser aus dem Boden.

Ich kann durchaus verstehen, warum die Menschen hierher ziehen, hier sogar Häuser bauen und sesshaft werden. Für mich ist das trotzdem nichts. Ich möchte nicht immer aufs Auto angewiesen sein, weil der Bus nur drei Mal am Tag fährt. Ich muss nicht jeden meiner Nachbarn mit Vornamen kennen und bei der Fahrt zur Arbeit auf Trecker auf der Straße achtgeben müssen.

Ich bin nun einmal ein Stadtmensch – am liebsten sogar ein Innenstadtmensch. Mir gefällt die Anonymität, die nur eine Großstadt bieten kann. Ich mag es, wenn ich von meinem Balkon auf Häuserreihen gucke und wenn ich zu Fuß, mit dem Fahrrad und von mir aus auch mit der U-Bahn schneller bin als mit dem Auto, weil ich dann weniger im Stau stehe.

Das Foto oben habe ich übrigens am Rand des Gewerbegebiets Erding Südwest aufgenommen. Noch so ein Ort, in dem ich nicht wohnen wollen würde. Das Wochenende war trotzdem schön.

In diesem Sinne, und wo würdet Ihr gerne nicht wohnen?

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

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