Reisewelten Rom

Free Pizza

Italiener haben ein grosses Ego. Und sie moegen es nicht, wenn man daran kratzt. Das gilt auch und insbesondere in Rom. Dieser Tatsache verdanke ich kostenlose Pizza. Aber ich sollte anders anfangen.

Wir, ein Amerikaner, ein weiterer Deutscher und ich, waren auf ein Bier in einer Bar in der Naehe des Termini (Bahnhofs) in Rom. Im Fernsehen lief Fussball, neben uns lief der Kellner und/oder Koch, so genau weiss ich es nicht, erregt auf und ab. Sein Ego war merklich angekratzt. Schuld daran war die Brasilianerin, die am Nachbartisch sass. Die hatte es naemlich gewagt, zu behaupten, sie habe die beste Pizza Roms gegessen. Woanders – nicht in dem Lokal, in dem wir sassen.

Das konnte der Mann natuerlich nicht auf sich sitzen lassen. Es wurde ein bisschen diskutiert, dann verschwand der Italiener eingeschnappt. Wie konnten wir es wagen zu behaupten, jemand anders und nicht er wuerde die beste Pizza der Stadt machen?

Zehn Minuten spaeter war er wieder da. Mit Pizza. Die sollten wir doch nun bitte probieren und ihm danach noch einmal sagen, wo es die beste Pizza in Rom gebe.

In diesem Sinne – free Pizza, danke Brasilien!

PS: Das Foto ist übrigens zwei Tage nach der beschriebenen Diskussion in Trastevere entstanden. Das free-Pizza-Lokal war dagegen in Esqulino. Wo genau wird aber nicht verraten. Ich fand es irgendwie passend.

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

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