Radolfzell Tresenweisheiten

Bahnhofskneipe

Was sagt es über eine  Stadt aus, wenn der belebteste Ort am Abend die Bahnhofsgaststätte ist? 

Vielleicht sind die Zugverbindungen einfach so schlecht, dass selbst den hartnäckigsten Verweigern gar nichts anderes übrig bleibt, als dem Schnee irgendwann hierher zu entfliehen? Möglicherweise liegt der Bahnhof auch so ungünstig, dass den armen Pendlern gar nichts anderes übrig bleibt, als in dem schlicht eingerichteten Schankraum neben Gleis 1 Platz zu nehmen, wenn sie bei zweistelligen Minusgraden nicht festfrieren wollen, bevor ihr Zug einrollt. 

Nichts davon stimmt. Trotzdem muss ich zugeben, Radolfzell, mein neues Zuhause, hat ausgehtechnisch nicht viel zu bieten. Zumindest im Januar scheint das kleine Städtchen am Bodensee in einer Art Winterschlaf zu versinken, aus dem es vermutlich erst dann erwacht, wenn der Bodensee wieder Badetemperatur hat.

Nichts desto trotz fühle ich mich wohl. Ich mag sogar den „Nordbahnhof“, besagte Bahnhofskneipe. Weil die Auswahl an Ausgehmöglichkeiten begrenzt ist, sammeln sich hier am Abend Oberstufenschüler genau so wie Berufspendler und ganz normale Verrückte. 

Zu welcher Gruppe ich wohl gehöre? In diesem Sinne …

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

1 Kommentar Neues Kommentar hinzufügen

  1. Jaja Radolfzell, gar nicht so weit weg von meinem Zuhause.
    Bin schon echt gespannt was Du über Triberg zu berichten hast ;)
    Gibst da überhaupt ne Bahnhofskneipe ^_^ ?

    Freu Dich einfach schonmal aufs Rothaus Tannenzäpfle =)
    Grüssle aus dem südlichen Schwarzwald
    Sabrina

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