Reisewelten

Verbrecher-Ich

Polizist #1 hätte mich wohl schon gerne genauer unter die Lupe genommen Ich kann es ihm nicht mal übelnehmen. An seiner Stelle wäre ich auch misstrauisch gewesen.

Ich war auf der Rückfahrt von Konstanz nach Karlsruhe. An der Raststätte “Im Hegau” war ich kurz von der Autobahn abgefahren, um mir an der Tankstelle eine Flasche Wasser zu kaufen. Eigentlich wollte ich anschließend sofort wieder auf die A81 auffahren. Ganz so einfach war das aber nicht.

Ein kleines Polizeiaufgebot blockierte die Stelle, an der sich PKW- und LKW-Parkplatz voneinander getrennt werden. Zunächst dachte ich mir nichts dabei – vermutlich war der LKW-Parkplatz voll und wurde abgesperrt, vielleicht kontrollierte die Polizei auch einfach nur die Fahrtenschreiber der LKW-Fahrer. Was auch immer es war, mit mir konnte es ja eigentlich nichts zu tun haben – dachte ich.

In dem Moment, als ich kurz zurücksetzte, um den abgesperrten Bereich zu umfahren, sprangen nicht einer, sondern gleich drei Polizisten auf mich zu. Ihre Waffen haben sie nicht gezogen, allerdings glaube ich, dass sie kurz davor waren. Gemeinsam mit Polizist #2 dirigierte mich Polizist #3 auf einen Parkplatz, auf dem sich Polizist #1 erst meine Papiere, dann meinen Kofferraum und schließlich auch noch mein Handschuhfach zeigen ließ. “Wieso haben Sie versucht, an uns vorbei zu fahren?”, wollte er schließlich wissen. “Haben Sie Drogen dabei? Oder größere Bargeldbeträge?”

Ich verneinte beides. Offensichtlich glaubwürdig. “Na dann”, sagte Polizist #2 schließlich und sah zu seinem Kollegen, Polizist#1, hinüber, der mir meine Papiere zurückgab. “Na dann”, wiederholte Polizist #2 noch einmal, dann ließ er mich weiterfahren.

In diesem Sinne, in drei Wochen bin ich wieder in Konstanz …

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

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