Nachtschicht

Nackt

Ich mag keine Schirme und Schirme mögen mich nicht. Sie gehen kaputt, fliegen weg oder liegen im Schrank, wenn ich draußen im Regen stehe. So war es heute, denn offensichtlich mag mich das Wetter auch nicht. Kaum habe ich Feierabend, fängt es an zu Gewittern. Und zu schütten, wie aus Eimern. Vielen Eimern. Baumärkte voll Eimer. Ich fühle mich immer noch völlig durchnässt.

Die Nacht im Hostel war eigentlich wie immer: sie hat mich mal wieder am Verstand des Menschengeschlechts an sich zweifeln lassen. Um den Höhepunkt vorweg zu nehmen: gegen drei Uhr morgens rannte plötzlich eine Horde nackter Gymnasiasten durchs Haus. Elftklässler, glaube ich, und nackt im wahrsten Sinne des Wortes. Einer hatte noch sowas wie eine Socke in der Hand, aber das war es dann auch. Und so sind die dann durch mindestens drei Etagen gesprintet, bis ich sie zurück in ihre Zimmer gescheucht habe.

Keine Ahnung, was die Aktion sollte. Mir ist fast meine sonst reflexartig funktionierende Erinnerung an die Nachtruhe im Hals stecken geblieben. Ich hoffe, ich habe da nicht irgendeinen Trend verschlafen, denn auf solche Aktionen würde ich in Zukunft doch lieber verzichten.

Jetzt gehe ich jedenfalls erstmal ins Bett. In T-Shirt und Shorts, übrigens.

In diesem Sinne, gute Nacht!

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

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