Beziehungsweise

Die Ritterburg

2009-05-15-standesamtNennen wir mich doch einfach „die letzte Chance“. Nachdem nämlich meine Schwester am Wochenende nicht nur geheiratet, sondern auch gleich den Namen ihres Mannes angenommen hat, ist es an mir, den Familiennamen in die Zukunft zu retten. Ich bin, so muss man es wohl sagen, der letzte, der noch dazu in der Lage ist.

Zugegeben, bisher habe ich noch nicht so viel darüber nachgedacht. Trotzdem ging es mir durch den Kopf, als ich vorhin erst eine liebe, ein Jahr jüngere Freundin – und dann ihre beiden Kinder begrüßt habe. Plötzlich habe ich die Playmobil-Ritterburg, die mir ihr Sohn stolz präsentierte, bevor er ins Bett musste, irgendwie mit anderen Augen gesehen. 

Von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen hat die Natur es so eingerichtet, dass die Erhaltung der eigenen Art auf dem genetischen Fahrplan recht weit oben steht. Das gilt für Tiere, aber auch für uns Menschen. Eher würde wir selbst die Klippe runterspringen, als unsere Kinder dort hineinfallen zu sehen. Und nicht nur das: Wir sind wohl auch darauf programmiert, eben diese Kinder zeugen zu wollen.

Komisch eigentlich, denn in meinen sonstigen Plänen kommen eigentlich – erstmal – keine Kinder vor. Aber vielleicht hat die Natur dafür ja auch eine Lösung.

in diesem Sinne, schöne Flitterwochen, Schwesterherz!

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

2 Kommentare Neues Kommentar hinzufügen

  1. Bloß kein Stress, Felix! Als Mann hst Du noch zig Jahre Zeit, um Namen und Gene veiterzuvererben. Kommt Zeit, kommt Rat, kommt Fusselbart… (EoC)

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