Barney Lindner II

Jetzt wird es unheimlig: Der Rücktritt von Christian Lindner gestern hat die Zugriffe auf mein Blog rasant in die Höhe schnellen lassen. Der Grund: weil ich vor einiger Zeit über die Ähnlichkeit von Christian Lindner und Neil Patrick Harris geschrieben habe, dem Barney-Darsteller aus “How I Met Your Mother”.

Dabei ist dieser Vergleich nicht mal besonders innovativ: seit ich das entsprechende Posting veröffentlicht habe, habe ich ihn noch in diversen anderen Blogs gelesen – und ich bin nicht so naiv, dass ich glaube, die hätten alle nur bei mir abgeschrieben.

In diesem Sinne: trotzdem natürlich ein herzliches Willkommen, liebe neuen Besucher!

Online-Maskenball

Ihr verwirrt mich. Glaube ich zumindest. Denn inzwischen bin ich nicht mal mehr sicher, wer Ihr überhaupt seid, weil Eure Fotos nur noch Blumen, Promis oder andere seltsame Motive zeigen. Ganz zu schweigen von Euren Namen.

Als das mit Facebook losging, war das anders – genau wie bei den VZ-Netzwerken. Am Anfang schien es niemanden zu stören, hier erkannt und gefunden zu werden. Eigentlich kurios, denn damals war es für die meisten Menschen doch noch etwas Neues, sich für alle sichtbar im Internet zu präsentieren.

Inzwischen ist das freilich anders. Auch wenn immer noch nicht ganz klar ist, welche Daten Facebook eigentlich für sich speichert (ich habe vor ein paar Tagen mal angefragt und bin gespannt), zumindest nach außen hin lässt sich das eigene Profil inzwischen ganz gut abschotten. Selbst innerhalb des vermeintlichen Freundeskreises kann – Vorbild google sei dank – inzwischen sehr detailliert differenziert werden, wer was zu sehen bekommt.

Vielen Menschen scheint das aber nicht zu reichen. Klarnamen werden durch Phantasienamen ersetzt, Profilfotos gegen identitäslose Bilder eingetauscht. Vermutlich, um von bestimmten Bekannten oder Kollegen gar nicht erst gefunden zu werden. Das Problem: auch als Freund (im Facebook’schen Sinne) weiß man irgendwann nicht mehr, wer sich eigentlich hinter “David Hasselhof”, “Blumenkind” oder “M.M.P.” verbirgt.

Ähnlich kompliziert machen es einem übrigens lange nicht gesehene Verheiratete, die den Namen ihres Mannes oder ihrer Frau angenommen haben und dann kommentarlos, aber mit neuem Familiennamen Freundschaftseinladungen verschicken. Aber das ist eine andere Geschichte.

In diesem Sinne, Gruß an alle unbekannten Bekannten!

Digitaler Hunger

Eigentlich wundert es mich, dass ich im realen Leben nicht andauernd auf Menschen stoße, die gerade ihr Essen fotografieren. Die Welt müsste voll von ihnen sein. Das will mir zumindest das Internet weismachen.

Wenn ich Zeit und Langeweile habe, klicke ich mich manchmal einfach so von Blog zu Blog. Das ist einfach, denn die meisten Blogs haben inzwischen umfassende Blogrolls, also Linklisten, über die man wieder auf weitere Blogs mit weiteren Blogrolls kommt. Bei Blogs, die von Frauen geführt werden, scheint es zudem üblich, immer wieder per Kommentar auf das eigene Internet-Tagebuch zu verweisen (besonders wichtig: dabei möglichst oft das Wort “süß” zu benutzen).

Eines der liebsten Themen neben dem “Outfit of the day” sind Lebensmittel und deren Zubereitung in Wort und Bild. Vor allem Bild.

“Was ich schreibe ist im Grunde genommen egal”, so kürzlich eine befreundete Bloggerin zu mir, die sich eigentlich auf Reiseberichte spezialisiert hat, “aber sobald ich Fotos von meinem Essen einstelle, gehen die Zugriffszahlen sofort nach oben.”

Ich frage mich, wie das kommt. Ob es was mit den Genen zu tun hat? Es sind fast ausschließlich Frauen, die den Drang haben, ihr Essen, ihre Backerfolge und ihre Restaurantbesuche im Bild festzuhalten. Männer dagegen scheinen immun. Allerdings halten die sich auch bei den Outfit-Posts eher zurück.

Noch mehr als die Frauen-Männer-Frage irritiert mich allerdings, dass ich in der realen Welt so selten Menschen sehe, die mit Kamera und Belichtungsmesser um ihre Mahlzeiten herumspringen. So allgegenwärtig, wie dieser Trend in der Blogosphäre ist, müsste doch ein gewöhnlicher Restaurantbesuch inzwischen dem roten Teppich bei der Oscar-Verleihung gleichen. Nur dass die Stars nicht die Schauspieler, sondern das Steak, die Nudeln oder der Salat sind. Dem war zumindest aus meiner Sicht bisher (noch?) nicht so.

Oder habe ich bisher vielleicht einfach noch nicht genau genug hingesehen?

In diesem Sinne, hier ein Bild meines Weihnachtsessen aus dem vergangene Jahr (leider musste ich mich erst stärken, bevor ich fotografieren konnte):

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...