Beziehungsweise

Verheiratete Inspiration

Eigentlich sollte an dieser Stelle etwas ganz anderes stehen. Ich war gestern auf einer Hochzeit und sicher, danach Inspiration für mindestens fünf mehr oder minder ehespezifische Einträge zu haben. Darin wäre es um Themen gegangen wie „sind wir wirklich schon so alt?“ und „früher konnte man ‚einfach‘ Schluss machen, mittlerweile bräuchten immer mehr meiner Freunde einen Anwalt dafür“.

Daraus wird nun nichts. Die Hochzeit hat zwar wie geplant stattgefunden (beide haben „ja“ gesagt), nur das mit der Inspiraton, das hat nicht so hingehauen, wie ich mir das gedacht habe. Statt des erwarteten seltsamen Gefühls erschien mir das Ganze plötzlich völlig normal – und das ist es wohl auch.

Braut und Bräutigam sind recht genau in meinem Alter, Ende zwanzig also, oder, böse gesagt, kurz vor dreißig. Kein ungewöhnliches Alter für eine Hochzeit. Ein nicht geringer Teil der Gäste bestand aus Paaren, bei denen eine baldige Heirat nicht unbedingt überraschend wäre, bei einem der Paare gibt es sogar schon einen Termin dafür.

Vielleicht sollte also eher ich mir Sorgen machen, dass derartiges bei mir aller Voraussicht nach nicht ansteht? Schlimmer noch, eine gute Freundin mit, nach eigener Aussage „hellseherischen Fähigkeiten“ hat mir erst kürzlich prophezeit, dass ich in diesem Leben nicht mehr heiraten werde. Schade eigentlich, die Feier fand ich nämlich eigentlich ganz schön …

In diesem Sinne, anders lautende Prophezeiungen sind herzlich willkommen!

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

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