Unnütze Fragen

Fragen II

Fragen, die die Welt nicht braucht – Teil II:

2009-10-20-other-side

Wie war das noch mal mit dem grünen Gras auf der anderen Seite? Als ich vorhin den Müll rausgebracht hab, wäre ich fast erfroren. Es ist zwar erst Oktober, aber das Wetter scheint längst auf tiefsten Winter geeicht zu sein. Ich finde das auch gar nicht schlimm. Im letzten Sommer habe ich oft an den vergangenen Winter gedacht.

Ich mag es, wenn man sich dick einpacken muss, weil selbst Schal-Vermeider wie ich sonst frieren. Ich genieße es, wenn der Himmel stahlblau ist, und die Luft vor  Kälte klirrt. Sogar im Sommer habe ich hin und wieder so Anwandlungen, bei denen ich  mir vorstelle, plötzlich mitten im Winter zu stecken.

Ist dann allerdings wirklich Winter, habe ich jedes Mal das Gefühl, diese wunderbare Jahreszeit gar nicht angemessen zu genießen. Statt dessen denke ich an den Sommer. Die Idee, statt eines Wollpullovers nur ein T-Shirt zu tragen und den Städten ureigenen, abendlichen Sommergeruch nach stehender Hitze einzuatmen, scheint plötzlich zu verlockend.

Kurz: Winter wie Sommer sind großartige Jahreszeiten; am besten gefallen sie mir allerdings, wenn sie gerade nicht stattfinden. Der Gedanke daran ist immer schöner als die Realität – und das Gras auf der anderen Seite immer ein wenig grüner. Wie kommt das nur?

In diesem Sinne, Antworten sind auch dieses Mal wieder willkommen!

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

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