Beziehungsweise Frauen

Autan

Wer suchet, der findet. So ein Quatsch. Suchen bringt gar nichts. Suchen ist absolut kontraproduktiv. Wer verzweifelt nach einer Frau (oder einem Mann) sucht, der läuft mit einem so notgeil-geifernden Gesichtsausdruck durch die Gegend, dass er mit fast 100%’iger Sicherheit allein bleibt.

So oder so ähnlich habe ich das vor einiger Zeit gelesen. Es stand, wenn ich mich recht erinnere, im Jugendteil der Süddeutschen. (Und hier in diesem meinem Blog übrigens auch). Langsam glaube ich, da ist etwas dran.

Grundsätzlich kennt das wohl jeder: Wenn man liiert ist, fliegen einem die Herzen nur so zu. Ist man es nicht, scheint man dagegen eine direkt abschreckende Wirkung auf potenzielle Partner zu haben. Als hätte man in Autan gebadet und Autan würde gegen Frauen und nicht gegen Mücken helfen.

Das Problem: Dieser Mechanismus funktioniert auch bei anderen Menschen. Wie sonst wäre es zu erklären, dass ausgerechnet die Frauen, die ich interessant finde, immer schon einen Partner haben?

In diesem Sinne, Gruß an alle, denen es genau so geht!

Journalist und Geschäftsführer eines Nachrichtenportals, schreibt hier privat. Mag Hotelbetten, Ernest Hemingway, Berlin, Erich Kästner, Wuppertal, Schreiben mit Füller, schöne Kneipen, dicke Bücher, Fotografieren, scharfes Essen und kaltes Bier.

3 Kommentare Neues Kommentar hinzufügen

  1. Houdini hat mal gesagt, Zauberei funktioniere nur aus der Distanz. Wenn der Zuschauer näher dran sei, könne er den Trick dahinter erkennen.
    Bei Bildern gilt das Gleiche: Aus der Nähe erkennt man nur noch die Pinselstriche, nicht aber die Gesamtkomposition.
    Vielleicht ist es ähnlich bei Menschen: Das Gegenüber ist nur aus der Entfernung interessant; sobald man zu dicht dransteht, vergeht das Zauberhafte und man entdeckt die Haarisse in der Firnis…

  2. …der Reiz des Unerreichbaren…immer und immer wieder das Streben danach, das Unerreichbare (wieder) erreichbar „zu machen“, Grenzen ausloten, um den eigenen Marktwert zu definieren?

    So geht es wohl vielen unter uns…bedauerlicherweise lässt einen das Unerreichbare für das (vermeintlich) Erreichbare geradezu erblinden, stelle man sich doch einmal vor, dass sich ein „erreichter“ Erreichbarer im Nachhinein als „unerreichbar“ herausstellte, als derjenige, für den wir „auf die Jagd“ gegangen wären; wir hätten diese Beute sang- und klanglos von dannen ziehen lassen und doch wohl nur, weil der Reiz des Vergebenen, das Unerreichbare nicht auf der Visitenkarte stand.

    Aber es gibt ja noch das Kleingedruckte im Mietvertrag:

    Was macht diese Personen, diese gebundenen Personen so unerreichbar? Der Partner?
    Sind es nicht vielmehr die– häufig in gut funktionierenden Beziehungen anzutreffenden- Verhaltensweisen wie beneidenswerte Gelassenheit (man muss seinen Wert nunmehr nicht anpreisen), ein zeitweise sorgloserer Blick aufs Weltgeschehen (man ist „einfach mal so“ glücklich), „zusammen sind wir stark“, nicht das verkrampfte Bedürfnis, sich beim anderen Geschlecht „interessant“ zu machen (…was oft eher peinlich als nützlich ist…gerade wenn man die Jagd offensichtlich verliert oder längst verloren hat…).

    Ein frisch verliebtes Pärchen wild knutschend auf der Straße zu sehen, löst mindestens bei vielen Singles (meistens nach einem kurzen Brechreiz) das Gefühl von Sehnsucht aus, aber Sehnsucht wonach? Einem Partner oder den damit assoziierten Gefühlen, Verhaltensweisen?

    Die Sehnsucht nach einem Partner ist schon verständlich, aber die Vorstellung, in Beziehungen glücklicher als alleine zu sein und gerade durch eine Beziehung „unwiderstehlich“ zu sein, naja……………vielleicht ist es gar nicht so schwierig, als Single „wie ein Vergebener“ zu sein, wer in dieser Welt- wenn nicht man selbst- hindert einen daran, gelassen, glücklich, unwiderstehlich und so vieles mehr zu sein???

    Also: Augen auf beim Wohnungskauf (-;

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