Früher ist heute immer besser als früher damals war. Gut, dass bald morgen ist, dann wird heute endlich gestern.
In diesem Sinne, bis übermorgen … oder vorgestern!
Früher ist heute immer besser als früher damals war. Gut, dass bald morgen ist, dann wird heute endlich gestern.
In diesem Sinne, bis übermorgen … oder vorgestern!
“Sorry, Felix, aber ich werde niemals mit Dir rumknutschen.” Das sind schon harte Worte aus dem Mund einer schönen Frau. Sogar dann, wenn man sich in der Sache eigentlich einig ist.
Das Gespräch ist schon eine Weile her. Ich habe damals noch in Berlin gewohnt und besagte Frau und ich waren beim Karneval der Kulturen in Kreuzberg gewesen. Nach einigen Mojitos hatten wir über Beziehungen, Sex und über Freundschaften gesprochen – und wie sich das eine manchmal mit dem anderen mischt.
Im Kern war es um folgendes gegangen: Darf man gute Freunde auch körperlich anziehend finden? Kann man sich überhaupt dagegen wehren, wenn es so ist? Und wenn ja: Sollte man?
Vor gut zweieinhalb Jahren ist in der “Welt” ein Artikel mit dem Titel “Gibt es eine sexfreie Zone” erschienen. “Umfragen zeigen, dass die Mehrheit der Deutschen nicht an zwischengeschlechtliche Freundschaften glaubt”, heißt es hier schon im Vorspann. Irgendwann käme nämlich beinahe zwangsläufig die Sache mit dem Sex dazwischen.
Ich sehe das anders. Ich habe eine ganze Menge weiblicher Freunde, die für mich völlig asexuell sind. Nicht, dass diese Frauen nicht attraktiv wären, trotzdem kann ich mir einfach nicht vorstellen, körperlichen Kontakt mit ihnen zu haben, der über eine freundschaftliche Umarmung hinaus geht.
Der Vollständigkeit halber muss ich allerdings zugeben, dass das nicht bei allen Freundinnen so ist – oder zumindest nicht immer. Im Gegenteil – und alles andere wäre wohl auch komisch (ich bin schließlich auch nur ein Mann). Trotzdem würde ich nicht gleich so weit gehen, wie ein gewisser 16-Jähriger, der mit kürzlich erzählte, in seiner Klasse sei es üblich, sich nachmittags mit Freundinnen “zum Poppen und so” zu verabreden.
Ich kann nicht beurteilen, ob besagter Typ einfach nur blöd daherredete, oder ob sich in den letzten 15 Jahren wirklich so viel geändert hat. Wenn ja, muss ich allerdings zugeben, dass ich ganz froh bin, heute nicht noch mal 16 Jahre alt sein zu müssen.
In diesem Sinne, ein Hoch auf das Alter!
Wie viel Erinnerung passt eigentlich zwischen zwei Ohren? Seit ich denken kann, schreibe ich. Banale Gedanken werden genau so festgehalten wie besondere Erlebnisse. Lese ich Jahre später, was ich früher einmal aufgeschrieben habe, bin ich oft entsetzt. Nicht über das Geschriebene selbst, sondern darüber, dass es nur noch als Notiz zwischen zwei Buchdeckeln existiert, während mein Kopf die entsprechende Erinnerung ohne Notiz längst verloren hätte.
Der Mensch muss vergessen, schon weil ihm sonst irgendwann der Kopf platzen würde. Manchmal frage ich mich allerdings, wie viele Erinnerungen nie notiert wurden und auch niemals den Weg in mein Langzeitgedächtnis gefunden haben. Irgendwie beängstigend. Denn mal ehrlich: Ist komplett vergessen nicht beinahe das selbe wie nicht erlebt?
In diesem Sinne, auf gute Erinnerungen!
Menschen – auch ganz große – passen ganz wunderbar in Schubladen. Das gilt zumindest, wenn man den oder die Betreffende noch nicht so gut kennt. Kompliziert wird es erst, wenn man sich besser kennenlernt. Dann ist es nämlich plötzlich vorbei mit der Schublade. Und was am Anfang so praktisch schwarz-weiß erschien, bekommt auf einmal seltsame graue Zwischentöne.
An sich ist das auch gar nicht so schlecht. Wer wollte schon nur mit langweilig-eindimensionalen Menschen zu tun haben. Trotzdem scheinen wir am Anfang immer wieder genau das zu unterstellen: dass unser Gegenüber (im Gegensatz zu uns selbst) nur in schwarz-weiß existiert.
Normalerweise merken wir irgendwann, dass dieses Raster nicht passt. Bis es so weit ist, bleiben wir allerdings bei der Schublade. Fast wie ein Kind, dass krampfhaft versucht, den viereckigen Bauklotz durch die dreieckige Öffnung zu quetschen – nur dass das Kind irgendwann klüger wird. Wir nicht. Wir fallen immer wieder auf den selben Baukastentrick rein.
Als ich vor einiger Zeit eine Frau kennenlernte, war eigentlich alles klar. Sie gefiel mir, und es war offensichtlich, dass sie das gemerkt hatte. Auch ich schien ihr nicht unsympathisch, so jedenfalls mein Eindruck nach unserer ersten Verabredung. Kurz: Ich begann ernsthaft, mir Hoffnungen zu machen, dass aus uns mehr werden könnte. Zumindest so lange, bis sie auf einmal gar nichts mehr von sich hören ließ.
Rückblickend bin ich immer noch beeindruckt, welch kuriose Verrenkungen mein Kopf damals angestellt hat, um mir eine plausible Lösung für ihr plötzliches Untertauchen zu präsentieren. Alle krankten jedoch an einer kleinen, aber entscheidenden Schwäche: Sie waren in Schwarzweiß! Rein logisch gesehen passten sie zwar alle perfekt auf die Situation, wie ich sie sah. Erst viel später habe ich erfahren, dass sie trotzdem alle Quatsch waren.
Nicht diese oder jene Äußerung von mir beim ersten Date war schuld gewesen, auch kein defektes Mobiltelefon und kein fehlgeleiteter Polizeieinsatz. Es war viel komplizierter – und doch so banal.
Bei einer Party einen Tag vor unserem Date hatte sie einen Schwarm aus Schulzeiten wieder getroffen und sich erneut in ihn verliebt, gestand sie mir Jahre später. Sie mochte mich, konnte sich vielleicht sogar eine Beziehung mit mir vorstellen, nur ging ihr gleichzeitig dieser neue-alte Typ nicht aus dem Kopf.
Denke ich heute über unser erstes Treffen nach, macht das alles Sinn. Dass sie einerseits durchaus an mir interessiert schien, andererseits aber immer wieder abblockte, wenn ich mich ihr näherte. Sie wusste einfach selbst nicht, in welcher Schublade sie sitzen wollte. Ich dagegen sah sie mal in der einen, mal in der anderen – und konnte mir schlicht nicht vorstellen, dass sie vielleicht einfach in beiden ein bisschen saß.
In diesem Sinne, Gruß an den Schrank!
Am schönsten ist Regen, wenn man im Zelt liegt. Wenn nur eine dünne Haut aus Gummi oder Nylon vor der Nässe von oben schützt – und die Gefahr, nass zu werden, zwar unmittelbar, aber eben doch gebannt ist. So gesehen hat Regen eine ganze Menge mit Fallschirmspringen zu tun.
Das Beste am Fallschirmsprung ist nicht der freie Fall, sondern der Moment, in dem man das Flugzeug verlässt. Es ist schon völlig surreal, auf über 10.000 Fuß eine Flugzeugtür zu öffnen und sich entgegen aller Instinkte mit Schwung mitten ins Nichts zu werfen. Wie beim Zelt im Regen kommt es dann auf nicht viel mehr als auf eine ziemlich dünne Stoffhaut an – auch wenn es beim Fallschirmspringen natürlich deutlich ärgerlicher ist, wenn die reißt.
Egal ob Fallschirm oder Regen: Wir Menschen sind Grenzsteher. Wir mögen die Gefahr, so lange wir sie gut sehen können, ohne ihr wirklich begegnen zu müssen. Kein Wunder, dass Achterbahnen so beliebt sind. Oder Freefall-Türme. Horrorfilme. Alles Möglichkeiten, der vermeintlichen Gefahr aus einer sicheren Warte heraus nahe zu sein. Ich frage mich, warum das so ist.
In diesem Sinne, guten Flug!