Die Spielzeugtheorie

Wenn man einem Kind grundlos sein Spielzeug weg nimmt, weint es. Das ist keine neue und auch keine besonders geistreiche Erkenntnis. Um so frustrierender, dass sie auch für Erwachsene gilt.

Es gibt Beziehungen, die fangen wunderbar unkompliziert an. Man lernt sich kennen, mag sich und von Anfang an läuft alles wie von selbst. Es ist dieses Kribbeln, das beide fühlen, und das sie ganz von allein von einem Schritt zum nächsten führt. Natürlich nicht ohne ein gewisses Maß an Unsicherheit, sonst wäre es langweilig, aber im Endeffekt ist der Weg von Anfang an vorgezeichnet. (Das Ganze gilt übrigens auch und vielleicht noch mehr für Affären).

Dann wieder gibt es die Beziehungen, bei denen von vornherein klar ist, dass sie nicht stattfinden werden. Das kann schmerzhaft sein, insbesondere wenn es die Wollende der beiden Parteien nicht von Anfang an begriffen hat, dass hier nie etwas stattfinden wird. Allerdings sind die Fronten zumindest irgendwie von Anfang an klar. (Auch das gilt in ähnlicher Art und Weise für Affären).

Schwierig wird es, wenn anfangs alles wunderbar zu verlaufen scheint, die Geschichte aber plötzlich in Richtung Variante zwei zu kippen scheint, ohne dass es einen erkennbaren Grund dafür zu geben scheint. War anfangs noch alles eindeutig und der Weg klar, gibt es plötzlich eine Wende, ohne, dass es der Nicht-Wendende verstehen kann.

Dabei spielt es zunächst nicht mal eine Rolle, ob er wirklich Interesse hatte oder vielleicht aus reinem Jagdinstinkt gehandelt hat. Selbst wenn das Kind fünf Minuten später ohnehin kein Interesse mehr an seinem Spielzeug gehabt hätte, dass ihm nun so einfach und vor allem grundlos jemand sein Spielzeug weg nimmt, ist doof. Das Gemeine ist nicht mal so sehr, das es weg ist, sondern, dass man es nicht versteht.

Leider habe ich keine Lösung für dieses Problem. Im Gegenteil, immer wieder tappe ich in diese Falle und frage mich, ob nicht vielleicht doch einfach meine Wahrnehmung irgendwie schief ist. Vielleicht sehe ich mich immer wieder fälschlicherweise auf der Zielgeraden, ohne die wahren Signale meiner Gegenüber zu sehen. Vielleicht mache ich auch immer wieder etwas falsch, von dem mir nicht einmal bewusst ist, dass es nicht gut ist.

Andererseits bin ich nicht der Einzige. Ich hätte die Geschichte auch mit einem “Ein Freund von mir” anfangen können, ohne zu lügen. 

In diesem Sinne, jetzt seid mal Ihr mit Antworten gefragt!

Lateinarbeit

Wie kommt es eigentlich, dass so viele Leute bei Google nach “Lateinarbeit” in Kombination mit “Felix” suchen?

Schon seit geraumer Zeit sind diese Suchbegriffe in der Top-10 der Google-Anfragen, über die die meisten Leute auf mein Blog kommen. (Weiter aktuell und äußerst beliebt sind natürlich Suchen nach Sex, Riga und Pornoparty, aber das nur am Rande).

Gibt es wirklich so viele Lateinarbeiten, die das lateinische Wort für “glücklich” beinhalten?

In diesem Sinne, Semper aliquid haeret!

Gewürfelte Welt

Ist der Zufall unser Freund? Oder ein böser Feind, den es zu meiden, vielleicht gar zu bekämpfen gilt?

Manchmal wüsste ich gerne, wie viele Zufälle nicht passiert sind. 

In ihrem Blog beschreibt eine Freundin von mir, wie sie wider jeder Wahrscheinlichkeit in der Mumbai zufällig einem alten Bekannten über den Weg läuft. Für sie ein durchaus bemerkenswertes Ereignis: wie groß ist schließlich die Wahrscheinlichkeit, in einer Millionenstadt ausgerechnet diesen einen Menschen zu treffen.

Die Überlegung macht Sinn. Andererseits frage ich mich, wie oft wohl durchaus die Möglichkeit für so einen Zufall da war, der Zufall aber eben nicht stattfand.

Es ist schon eine Weile her, noch während meiner Berliner Zeit, da traf ich diese Frau. Unsere Begegnung war beruflicher Natur. Sie war als Studentin bei einer Schulung dabei, die ich damals als Angestellter einer größeren Hotelgruppe absolvierte. Ich fand sie von Anfang an sympathisch, fand aber nicht wirklich die Gelegenheit, mich weiter mit ihr zu unterhalten (ja, zugegeben, ich war wohl einfach zu feige).

Einige Zeit später war ich gerade auf dem Weg zur Arbeit. Ich war etwas früher aufgebrochen, weil so viel zu tun war. Just in dem Moment, in dem ich aus meiner Straße in die Schönhauser Allee abbog, stand sie plötzlich vor mir. Wäre ich nur eine Minute später aus dem Haus gegangen, sie wäre schon ein paar Meter weiter und an meiner Straße vorbei und damit nicht mehr auf meinem Weg gewesen.

Welch unglaublicher Zufall, werdet Ihr zu Recht exklamieren – und ich sehe das ganz genau so. Aber gerade weil dem so ist, frage ich mich, wie oft, wie viele Male ich wohlmöglich diese eine Minute zu spät aus dem Haus gegangen bin. Wie oft habe ich mich in der Millionenstadt für die eine und nicht für die andere Richtung entschieden und bin so knapp – zufällig – am Zufall vorbei geschrappt?

Ich habe ihre Telefonnummer bekommen. Die Frau aus der Geschichte und ich, wir haben uns wieder gesehen. Gefunkt hat es trotzdem nicht. Vielleicht wäre das zu viel des Zufalls gewesen, wer weiß. Ich bin jedenfalls gespannt auf den nächsten Zufall. 

In diesem Sinne, frohes Würfeln!

Denkbewegung

Aus ökologischer Perspektive ist es natürlich politisch völlig inkorrekt so etwas zu sagen. Ich tue es trotzdem: Autofahren hilft mir beim Denken.

Keine Ahnung woran das liegt. Vielleicht weil das Fahren an sich, zumindest auf längeren Strecken, quasi nebenbei abläuft. Der Kopf ist frei für andere Sachen. Gleichzeitig ist man aber irgendwie beschäftigt. Vielleicht ist es gerade dieser Mix, der es macht. Denn mal ehrlich – einfach so hinsetzen und nur denken, wer tut das schon. Anders, wenn man beim Denken auch noch darauf achten muss, heil von A nach B zu kommen.

Zu meiner Verteidigung: ich wollte nicht nur denken, ich musste tatsächlich von A nach B – und nicht nur, um die Redaktionskatze auf einem Auto zu fotografieren. Beim Denken hat es trotzdem geholfen.

In diesem Sinne, gute Fahrt – frohes Denken!

Schlecht geplant

Der Plan war einfach: Heiraten mit 25, Kinder mit 30. Viel weiter habe ich damals, mit zwölf oder 13 Jahren nicht gedacht. Morgen in einem Monat werde ich 29 und bin weder verheiratet noch habe ich Kinder (zumindest keine, von denen ich wüsste). Habe ich etwas falsch gemacht?

Ich gebe zu, als ich mir diese Gedanken damals gemacht habe, war ich irgendwie der Meinung, das alles würde eben einfach passieren. Genauer habe ich da gar nicht drüber nachgedacht. So weit ich mich erinnern kann, kam mir auch gar nicht in den Sinn, dass ich überhaupt Einfluss darauf nehmen könnte.

Heute sehe ich das freilich anders. Einerseits gibt es genügend Leute in meinem Umfeld, die meinem Plan folgen (zumindest was das Heiraten angeht, mit den Kindern halten sich die meisten noch zurück). Andererseits gibt es aber auch diejenigen, die es eben nicht tun und mir auf diese Art zeigen, dass man unter Umständen auch alleine alt (oder zumindest älter) werden kann.

Wo zwischen diesen beiden Polen werde ich stehen? Oder anders gefragt: wo möchte ich stehen? Ich habe so viele andere Pläne, die eigentlich nicht wirklich zu einem geregelten Familienleben passen – und meine übrigen Pläne habe ich bisher normalerweise auch verwirklicht. 

Andererseits gefällt mir der Gedanke, selber eine Familie zu gründen, sesshaft zu werden und Kinder zu haben – wie eben vor Ewigkeiten schon geplant. Nur: wenn ich das bisher nicht geschafft habe, vielleicht kann ich es gar nicht, selbst wenn ich will?

Zu viele Fragezeichen, wenn Ihr mich fragt. Vielleicht ist es aber auch einfach Zeit, einfach ganz neue Pläne zu machen.

In diesem Sinne, Vorschläge dazu sind herzlich willkommen!

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